Kennt eigentlich noch jemand die alten Winnetou-Filme aus den 60er Jahren mit Pierre Brice? Okay, zugegeben, das ist nicht ganz meine Generation, aber das heißt nicht, dass ich die Filme nicht trotzdem als Kind gesehen hätte. Ein Highlight war dabei immer die wunderschöne Landschaft, die man sogar heute (zumindest teilweise) noch besichtigen kann. Nämlich die Plitvicer Seen, die in dem Film ‚Der Schatz im Silbersee‘ eine bedeutende Rolle gespielt haben.

Lohnt sich ein Besuch an den Plitvicer Seen in Kroatien?

Der Nationalpark Plitvicer Seen ist der größte Nationalpark Kroatiens und gleichzeitig einer der ältesten Südosteuropas. Gegründet wurde er im Jahr 1949, unweit der Grenze zum heutigen Bosnien-Herzegowina. Er umfasst eine Fläche von knapp 297 qkm.

Berühmt ist der Park für seine kaskadenförmige Seen, die über Wasserfälle ineinander übergehen und alle in unterschiedlichen Blau- und Grüntönen schimmern. Besucher überqueren die Seen entweder zu Fuß über schmale Holzstege oder per Boot.

Auch wenn das Wasser in den schönsten Farben leuchtet und kroatische Sommer sehr heiß werden können, Baden ist unter keinen Umständen gestattet. Lasst die Schwimmsachen also zu Hause.

Instatipp: Wer tatsächlich auf seinem Foto auch etwas von dem Wasser und nicht nur Menschenmassen sehen möchte, sollte sehr sehr früh aufstehen und wirklich der erste im Park sein. Und selbst dann empfiehlt es sich, eine der weniger frequentierten Routen zu wählen, damit sich vielleicht auch genug Ruhe für ein Video ergibt.

Anreise zu den Plitvicer Seen

Da die Plitvicer Seen nur knapp 55 Kilometer von der Adriaküste entfernt sind, ist die Anreise mit dem eigenen PKW oder Mietwagen möglich. Es zwei Eingänge, die sich direkt an der Staatsstraße DC1 befinden. Dort stehen kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Nationalpark auch per Bus (www.akz.hr) von Zagreb, Karlovac, Zadar oder Split gut zu erreichen.

Alternativ bieten zahlreiche Tourenanbieter Tagesreisen zu den Seen an. Davon würde ich aber persönlich abraten, da die Busse erst am Ziel eintreffen, wenn es schon unerträglich voll geworden ist.

Zahlreiche Unterkünfte im Nationalpark

Seefläche:217 km²
Tiefster See:47 Meter
Höchster Wasserfall:78 Meter
Eintrittspreis:10 bis 40 Euro
Beste Reisezeit:Mai bis Sep.

Sollte es bisher noch nicht deutlich geworden sein, wiederhole ich es gerne noch einmal: Es wird verdammt voll. Egal, ob ihr in der Hochsaison oder in der Nebensaison zu den Plitvicer Seen reist, in Ruhe dort spazieren könnt ihr ganz sicher vergessen.

Was unter anderem auch daran liegt, dass der Park ein beliebter Stop auf vielen Routen asiatischer Busreisegruppen ist. Demnach ist es mehr als sinnvoll, die Unterkunft weit im Voraus zu reservieren. Vor Ort gibt es zwar mehrere Hotels und Camping-Plätze, ich persönliche empfehle allerdings die Pension Dado in Jezerce. Dort ist es deutlich ruhiger und der Eingang zum Park ist nur wenige Gehminuten entfernt.

Preise, Tickets & Warteschlangen

Tickets könnt ihr online kaufen oder direkt an einen der beiden Eingänge. Wobei ihr sehr früh anreisen solltet, denn schon am frühen Vormittag bilden sich an den Ticketcentern lange Schlangen.

Auch wenn die Preise vielleicht für mitteleuropäische Verhältnisse okay erscheinen, für kroatische Verhältnisse sind sie heftig. In der Nebensaison kostet der Eintritt pro Person 10 Euro und in der Hauptsaison zieht er auf satte 40 Euro an.

Das Ticket umfasst neben dem Eintritt Fahrten mit den Elektrobooten über den See und eine Fahrt mit dem Panorama-Zug. Außerdem wird mit dem Eintrittsgeld ein Beitrag zum permanenten Schutz und zur Pflege des Nationalparks Plitvicer Seen geleistet.

Am frühen Morgen (fast) allein an den oberen Seen

Beste Reisezeit ist der Sommer von Mai bis September. Im Frühling und Herbst regnet es hingegen häufig, im Winter liegt sogar Schnee an den Plitvicer Seen. Zum Teil sind die Seen dann von einer Eisschicht bedeckt, wobei dies sicher auch ein interessantes Naturschauspiel ist.

Früh aufstehen lohnt sich in jedem Fall. Nehmt direkt den ersten Panorama-Zug hinauf zu den oberen Seen und genießt die Ruhe der Natur. Dort wandert ihr mit nur wenigen anderen Menschen durch hohes Schilf, balanciert über wackelige Stege und seht die Seen in der Ruhe des Morgens spiegelglatt daliegen. Zu dieser frühen Stunde trauen sich auch noch ein paar Tiere heraus.

Das Gebiet ist bekannt für seine große Artenvielfalt. Auch Braunbären und Wölfe leben im Nationalpark Plitvicer Seen sowie über 300 unterschiedliche Schmetterlingsarten und mehr als 150 Vogelarten. In den Seen selbst sind vor allem Bachforellen und Seeforellen heimisch.

Fazit

Die Landschaft der Plitvicer Seen ist fantastisch und nicht ohne Grund seit 1979 UNESCO-Weltnaturerbe. Allerdings je weiter ihr euch auf die unteren Seen zubewegt und je später es wird, umso mehr wird der Weg über die Stege zur nervtötenden Slalomtour vorbei an unendlichen Selfie-Sticks aus aller Welt. So wird der Besuch eines traumhaften Naturschauspiels leider zu purem Stress.

Daher – so leid es mir tut – meine Erinnerungen an die ersten Stunden im Park am frühen Morgen an den oberen Seen sind ein Traum, meine Erinnerungen an die Mittagsstunden eher ein Albtraum. Ob man sich das antun will, muss jeder selbst wissen.

Was ihr aber auf jeden Fall tun solltet, ist, einen Aussichtspunkt aufzusuchen, der noch als Geheimtipp gilt. Gebt Poljanak bei Google Maps ein, wenn ihr heranzoomt, findet ihr eine kleine Straße, die in südlicher Richtung nach Plitvica verläuft.

Diese Strecke beinhaltet eine kleine Brücke, dort stoppt ihr und folgt einem Trampelpfad in den Wald. Die Aussicht ist der reine Wahnsinn.

Lage

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