Jeder kennt das klassische Postkartenfoto der bunten Regenbogenberge in Peru. Diese Bilder entstehen meist am bekannten Berg Vinicunca in der Nähe von Cusco. Doch gibt es etwas abseits der klassischen Touristenattraktion die ebenfalls farbenfrohen Bergformationen des Pallay Punchus. Diese gelten noch als regelrechter Geheimtipp mit deutlich weniger Besuchern. Doch kann Pallay Punchu mit seinem berühmteren Vertreter überhaupt mithalten?
Lohnt sich eine Wanderung auf den Pallay Punchu?






Pallay Punchu, auch Pallay Poncho oder Pallay Punchu de T’Akollo genannt, ist eine etwa 4.800 Meter hohe, farbenprächtige Berglandschaft in der Region Cusco. Der Name kommt aus dem Quechua, einer Sprache der indigenen Völker Perus, und bedeutet so viel wie „verzierter Poncho“, passend zu den bunten, auffälligen Gesteinsformationen.
Die unterschiedlichen Farben entstanden durch die geologische Zusammensetzung und die Ablagerung verschiedener Gesteinsschichten über Millionen von Jahren. Je nach Licht erscheinen die Hänge rot, rosa, grün, grau oder ockerfarben. Gerade die scharfen Grate und steilen Falten unterscheiden Pallay Punchu deutlich vom bekannteren Vinicunca. Die Wanderung führt über etwa drei Kilometer und 250 Höhenmeter durch eine spektakuläre Berglandschaft mit farbenfrohen Gesteinsformationen.
Fototipp: Um die gesamte Landschaft auf einem Foto einfangen zu können, steht die zu fotografierende Person auf dem schmalen, farbigen Grat und hat die bunten Gesteinsschichten hinter sich. So entsteht ein tolles Panorama. Dabei aber unbedingt auf dem vorhandenen Weg bleiben. Abrutschgefahr!
Anreise zum Pallay Punchu
| Lage: | In der Region Cusco, Peru |
| Höhe: | auf ca. 4.800 Metern |
| Anreise: | Touranbieter |
| Reisezeit: | Mai bis Oktober |
| Empfehlung: | Akklimatisation vor Besuch |
Pallay Punchu liegt in der Region Cusco, etwa vier Stunden von der Stadt Cusco entfernt. Wer Peru mit dem Auto erkundet, kann diese Strecke selbst zurücklegen. Ich empfehle ein Allradfahrzeug, da insbesondere die letzten Kilometer auf unbefestigten Straßen verlaufen. Ich entscheide mich jedoch für eine geführte Tour.
Aufgrund der Höhe von Pallay Punchu war das nicht nur eine Entscheidung aus Bequemlichkeit, sondern auch aus Sicherheitsgründen. Im Falle der Höhenkrankheit ist ein Guide vor Ort hilfreich, der weiß, was zu tun ist.
Akklimatisation ist ein Muss in Cusco
Wer eine Reise nach Peru plant, kommt um ein Wort nicht herum: die Höhenkrankheit. Cusco liegt beispielsweise auf 3.400 Metern über dem Meeresspiegel, Berlin im Vergleich dazu auf lediglich 34 Metern. Ich gehe zwei Tage vor der Wanderung auf den Pallay Punchu viel in Cusco spazieren, um mich langsam an die Höhe zu gewöhnen. Und diese ist wirklich kein Spaß. Sogar durch ebenerdige Straßen zu laufen, bringt mich bereits aus der Puste. Da Pallay Punchu nochmals 1.500 Meter höher liegt, ist die Akklimatisation vorab ein Muss.
Darüber hinaus ist es empfehlenswert, morgens eine Tasse Kokatee zu trinken. Dieser Tee besteht aus Kokablättern, die bereits die Inka gegen die Höhenkrankheit eingenommen haben, und schmeckt ähnlich wie grüner Tee. Darüber hinaus kann man in Apotheken vor Ort Medikamente gegen die Höhenkrankheit kaufen und auf den Märkten in Cusco wird ein Riechöl, ebenfalls basierend auf Kokablättern, verkauft, das man einatmen soll, um Schwindel zu vermeiden. Ich kombiniere jeden Tag diese drei Tipps und werde von der Höhenkrankheit verschont. Neben ausreichend Wasser dürfen außerdem eine gute Sonnencreme und eine Sonnenbrille nicht vergessen werden. Ich empfehle außerdem Trekkingstöcke, um die Höhenmeter etwas erträglicher zu machen.
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Wanderung in schwindelerregender Höhe
Am Pallay Punchu angekommen, werden wir mit einer wunderschönen und abwechslungsreichen Landschaft begrüßt. Als wir aus dem Bus aussteigen, fällt direkt auf, wie dünn die Luft hier oben ist. Bei jedem Schritt bin ich sofort aus der Puste. Der Aufstieg ist kurz, aber knackig. Hin und zurück sind es lediglich 3 km mit 250 Höhenmetern Aufstieg. Einige Abschnitte sind jedoch recht steil und gestalten das Ganze recht anstrengend.
Ich mache regelmäßig Trinkpausen und bin froh über meine Trekkingstöcke. Oben angekommen, werden wir mit einer außergewöhnlichen Aussicht belohnt. Denn neben den farbenfrohen Hügeln und Felsformationen des Pallay Punchus bietet der Gipfel einen tollen Blick auf die Laguna Langui-Layo. Weit unter uns breitet sich das Dunkelblau eines wunderschönen Bergsees aus, das einen starken Kontrast zu der restlichen Landschaft bietet.
Kein Massentourismus: Nur unberührte Natur am Pallay Punchu
Während sich am berühmten Rainbow Mountain Vinicunca täglich Tausende Besucher tummeln, bleibt Pallay Punchu bislang ein echter Geheimtipp. Wer die bunten Berge lieber mit etwas mehr Ruhe erleben möchte, dem würde ich Pallay Punchu definitiv empfehlen.
Als ich am Gipfel ankomme, teile ich mir die Aussicht inklusive meiner Reisegruppe mit etwa 30 bis 40 anderen Wanderern. Bei Vinicunca wären es auf jeden Fall deutlich mehr. Und das ist auch eines der Highlights für mich. Kein Massentourismus mit verkleideten Alpakas und zahlreichen Menschen, die schlangenweise für ein Foto anstehen.
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Fazit
Ich bin sehr froh, mich für den Pallay Punchu anstatt seines berühmteren Vertreters Vinicunca entschieden zu haben. Die Kombination aus farbenfrohen Berg- und Felsformationen, dunkelblauem Bergsee und wenigen Touristen ist für mich ein absolutes Highlight meines Aufenthalts in Peru. Wichtig ist die entsprechende Akklimatisation vor dem Besuch. Fast 4.800 Meter sind absolut nicht zu unterschätzen. Wer sich jedoch daran hält, wird beim Pallay Punchu mit einer tollen Aussicht belohnt und kann sich auf ein Highlight auf der Reise nach Peru freuen.
Wer nach der Wanderung noch etwas Zeit hat und nicht allzu müde ist, kann den Bergsee Laguna Langui-Layo noch aus nächster Nähe bestaunen. Der See liegt auf etwa 3.995 Metern Höhe und hat mit 58 km² eine recht beeindruckende Größe. Hier können sowohl Bootstouren als auch Vogelbeobachtungen unternommen werden.
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