Die Nordseeinsel Ameland gehört zu den schönsten Reisezielen der Niederlande für Erholungssuchende. Ihre größte Attraktion sind weitläufige Strände, Dünenlandschaften und Naturschutzgebiete. Doch auch historische Sehenswürdigkeiten und interessante Orte wie malerische Inseldörfer, in denen die Vergangenheit noch lebendig ist, machen Ameland zu einem Urlaubshighlight. Ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad: Über die langgestreckte Insel verteilen sich zahlreiche Ausflugsziele, die es zu entdecken lohnt. Dies sind unsere Top-Reisetipps für Ameland.
Top-Sehenswürdigkeiten auf Ameland im Überblick
Ameland gehört zu den niederländischen Westfriesischen Inseln und liegt rund 8 km vor der Küste Frieslands, auf Höhe des Festlandortes Holwerd. Westlich der Insel befindet sich Terschelling, östlich davon Schiermonnikoog. Ameland erstreckt sich über eine Länge von 27 km und ist maximal 4 km breit. Auf der rund 57 km² großen Landfläche leben gut 3.800 Menschen.
Unübersehbares Wahrzeichen ist der Leuchtturm von Ameland, doch die Insel bietet noch weitere Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen malerische Dörfer wie Hollum und Nes mit ihren historischen Ortskernen. Strandliebhaber dürfen sich auf kilometerlange Sandstrände an der Nordküste freuen, während sich an der Südküste das Wattenmeer gut erleben lässt. Ein Paradies für Naturliebhaber sind außerdem die ursprünglichen Naturschutzgebiete Het Oerd und De Hôn im Osten.
–
#ameland
Fototipp: Folgt HOME of TRAVEL auf Instagram, um neue Aktivitäten und interessante Orte für eure nächste Reise zu finden. Außerdem stellen wir regelmäßig interessante Reiseblogger vor, die von ihren Abenteuern berichten. Hier abonnieren >
1. Leuchtturm von Ameland: Unangefochtenes Inselwahrzeichen

Auch interessant: Die schönsten Urlaubsorte an der Nordsee
| Lage: | Hollum (Westen) |
| Höhe: | 55 m |
| Erbaut: | 1880 |
Schon von Weitem ist der rot-weiß gestreifte Leuchtturm bei Hollum im Westen Amelands zu sehen. Der 55 m hohe, gusseiserne Turm wurde 1880 erbaut und wird auch Bornrif genannt. Wer die 236 Stufen bis zur Aussichtsplattform erklimmt, wird mit einem fantastischen Panoramablick über die Dünen, die Nordsee und das Wattenmeer belohnt.
Bei klarer Sicht lässt sich sogar bis zur Nachbarinsel Terschelling schauen. Doch auch im Inneren gibt es einiges zu entdecken: Auf den insgesamt 15 Etagen erwarten euch Ausstellungen zur Geschichte des Leuchtturms und zum Arbeitsalltag seiner früheren Wärter.
2. Naturschutzgebiet Het Oerd und de Hôn: Ursprüngliche Landschaft im Insel-Osten

Auch interessant: Einzigartige Lagunenlandschaft auf Texel
| Lage: | Ostspitze |
| Must-Do: | Oerdblinkert besteigen |
| Must-See: | versch. Vogelarten |
Im äußersten Osten Amelands erstrecken sich mit Het Oerd und De Hôn zwei weitgehend unberührte Naturgebiete. Während Het Oerd von hohen Dünen und feuchten Dünentälern geprägt ist, bestimmen weite Strandflächen und Salzwiesen das Landschaftsbild von De Hôn.
Besonders lohnenswert ist der Aufstieg auf den 24 m hohen Oerdblinkert, die höchste Düne Amelands, mit weitem Blick über die Insel und das Wattenmeer. Auch Vogelbeobachter kommen auf ihre Kosten: Zahlreiche Arten, darunter Löffler, Eiderenten und Austernfischer, finden dort Brut- und Rastplätze. Vor allem im Herbst versammeln sich Zehntausende Zugvögel in dem Gebiet.
3. Strände von Ameland: Breite Sandstrände des Nordens

Auch interessant: Die schönsten Strände in Europa
| Lage: | Nordküste |
| Länge: | insg. 27 km |
| Must-Do: | z.B. Strandsegeln |
An der Nordküste Amelands erstrecken sich auf rund 27 km Länge breite Sandstrände, die zu ausgedehnten Spaziergängen, zum Sonnenbaden und Schwimmen einladen. Besonders bei den vier Inseldörfern Hollum, Ballum, Nes und Buren führen Strandzugänge durch die Dünen ans Meer.
Die Strände sind für ihre Sauberkeit bekannt und wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit der Blauen Flagge. Wer es sportlicher mag, kann sich beim Surfen, Kitesurfen oder Strandsegeln austoben. Für eine Pause zwischendurch bieten sich verschiedene Strandpavillons an, in denen ihr bei einem Getränk oder Snack den Blick aufs Meer genießen könnt.
4. Historisches Hollum: Eines der schönsten Dörfer der Insel

Auch interessant: Die besten Sehenswürdigkeiten in den Niederlanden
| Lage: | Westen |
| Must-Do: | Gassen-Bummel |
| Must-See: | Museum Sorgdrager |
Im Westen Amelands liegt Hollum, mit rund 1300 Einwohnern das größte Inseldorf. Bei einem Bummel durch den denkmalgeschützten Ortskern mit seinen alten Kapitänshäusern und verwinkelten Gassen könnt ihr die Seefahrervergangenheit Amelands entdecken.
Insgesamt zählt Hollum 53 staatlich geschützte Baudenkmäler, die vom Leben auf der Insel in vergangenen Jahrhunderten erzählen. Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, sollte das kulturhistorische Museum Sorgdrager besuchen, das den früheren Inselalltag veranschaulicht. Im Maritimen Zentrum Ameland dreht sich dagegen alles um die Seefahrt und die Seenotrettung, die auf der Nordseeinsel eine wichtige Rolle spielt.
5. Waddenzeedijk: Vom Wattenmeer geprägte Südseite

| Lage: | Südküste |
| Must-Do: | Waddenzeedijk-Tour |
| Must-See: | versch. Wattvögel |
An der Südküste Amelands erstreckt sich das Wattenmeer, das seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Besonders gut lässt sich die Landschaft bei einem Spaziergang oder einer Radtour auf dem Waddenzeedijk, dem Wattenmeerdeich, erleben.
Während bei Flut das Wasser bis an den Deich reicht, kommen bei Ebbe weite Schlickflächen, Sandbänke und Priele zum Vorschein. Dann lassen sich zahlreiche Watvögel beobachten, die im freiliegenden Meeresboden nach Nahrung suchen. Wer das einzigartige Ökosystem noch näher kennenlernen möchte, kann an einer geführten Wattwanderung teilnehmen oder bei einer Bootstour die Seehundbänke besuchen.
6. Historisches Nes: Gemütlicher Ortskern mit typischen Inselhäusern

| Lage: | nahe Fähranleger |
| Must-Do: | Bummel rund um Kirchplatz |
| Must-See: | Haus am Rixt van Doniaweg 8 |
Nes liegt im Zentrum Amelands, unweit des Fähranlegers, und war einst der Hauptort der Insel. Heute ist das Dorf mit seinen zahlreichen Geschäften, Cafés und Restaurants der lebendigste Ort Amelands.
Besonders rund um den Kirchplatz und in der Van Heeckerenstraat lohnt sich ein Bummel durch die historischen Gassen. Zu den ältesten Gebäuden zählt das Haus in der Rixt van Doniaweg 8 aus dem Jahr 1625. Sehenswert ist außerdem die St.-Clemenskirche, die 1878 nach Plänen des berühmten Architekten Pierre Cuypers erbaut und nach einem Brand 2013 wiederhergestellt wurde.
7. Mühle De Phenix: Historische Windmühle von Nes


Auch interessant: Weltberühmtes Windmühlen-Dorf in Holland
| Erbaut: | 1880 |
| Flügel-Länge: | 18 m |
| Must-See: | Getreidemahlen |
Am Molenweg in Nes steht mit De Phenix die älteste erhaltene Windmühle Amelands. Die 1880 errichtete Galerieholländermühle ersetzte einen Vorgängerbau, der 1833 einem Sturm zum Opfer gefallen war.
Noch heute setzen ehrenamtliche Müller an bestimmten Tagen die imposanten, 18 m langen Flügel in Bewegung, um Getreide zu mahlen. Aus dem Roggenmehl entsteht unter anderem das traditionelle Ameländer Roggenbrot. Nach einer umfassenden Restaurierung wird seit 2022 außerdem Öl aus Pflanzensamen gepresst. Wer die Mühle besichtigen möchte, kann sich über das traditionelle Müllerhandwerk informieren und im angeschlossenen Mühlenladen regionale Erzeugnisse kaufen.
8. Ballumer Blinkert: Hohe Düne mit Weitblick
Auch interessant: Die besten Sehenswürdigkeiten in Zeeland
| Lage: | bei Ballum |
| Must-Do: | Düne besteigen |
| Strecke: | ca. 2,5 km vom Parkplatz |
An einer der schmalsten Stellen Amelands, unweit des Dorfes Ballum, erhebt sich die Düne Ballumer Blinkert. Von ihrer Spitze eröffnet sich ein weiter Blick über die Dünenlandschaft, die angrenzenden Wälder und das Wattenmeer.
Bei guter Sicht lässt sich sogar die Fähre in der Ferne erkennen. Während des Zweiten Weltkriegs verlor die ursprünglich höhere Düne durch den Bau von Bunkern rund 5 m an Höhe. Heute ist der Ballumer Blinkert ein beliebtes Ziel für Wanderer und Radfahrer. Vom Parkplatz am Strandpavillon Ballum führt ein etwa 2 bis 2,5 km langer Fußweg dorthin.
9. Mühle De Verwachting: Traditionelle Korn- und Senfmühle

| Lage: | Hollum |
| Errichtet: | 1988 |
| Must-See: | Senfmacher-Show |
Im Westen Amelands, am Molenweg in Hollum, steht die historische Korn- und Senfmühle De Verwachting. Die heutige Holländermühle wurde 1988 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet, der von 1840 bis 1949 in Betrieb war. Noch heute wird dort nach traditioneller Art Getreide gemahlen und Ameländer Senf hergestellt. Bei Vorführungen können Besucher den Müllern und Senfmachern über die Schulter schauen und mehr über ihr Handwerk erfahren.
Im angeschlossenen Mühlenladen gibt es neben verschiedenen Mehlsorten und Pfannkuchenmischungen auch 14 unterschiedliche Senfsorten zu kaufen – ein typisches Mitbringsel von Ameland.
Weitere Reisetipps in den Niederlanden
Schon gewusst? Ameland erreicht ihr ausschließlich mit dem Schiff. Die Fähren der Reederei Wagenborg legen im friesischen Holwert (Holwerd) ab und benötigen für die Überfahrt nach Nes an der Südküste Amelands rund 50 Minuten. Mit der Schnellfähre dauert die Fahrt nur etwa 20 Minuten. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kann vom Bahnhof Leeuwarden mit der Buslinie 66 direkt zum Fährhafen fahren. Auch die Mitnahme des eigenen Autos ist möglich, sollte aber besonders in der Hochsaison frühzeitig reserviert werden.
Ameland selbst lässt sich hervorragend mit dem Fahrrad erkunden. Fahrräder könnt ihr direkt am Fähranleger oder in den Dörfern ausleihen. Alternativ verbinden mehrere Buslinien den Fährhafen mit den vier Inseldörfern und den wichtigsten Campingplätzen.
Schreibe einen Kommentar