Um mich herum lachen und reden andere Wanderer, Kühe muhen auf der Almwiese. Und trotzdem umfängt mich auf der Faltschnalalm-Hütte totale Ruhe. In der Gegend rund um den kleinen Alpen-Ort Pfelders im Passeiertal wandert man weitab von der Südtiroler Tourismus-Hektik. Besonders schön: der Panoramaweg, auf dem man alle paar Meter eine Pause einlegen möchte, weil die Aussicht so schön ist. Also atme ich tief durch und beobachte die herbstlichen Nebelschwaden, die ins Tal ziehen. Kommt mit zu meinem Geheimtipp in Südtirol.

Lohnt sich der Panoramaweg in Pfelders im Passeiertal?

Im Naturpark Texelgruppe kann man natürlich ohne Ende wandern und klettern. Die Gegend rund um das 1.630 Meter hoch gelegene Örtchen Pfelders am äußersten Rand des Passeiertals bietet Routen für jeden Geschmack. Beliebt, aber trotzdem nicht überlaufen: der Panoramaweg, von dem aus man einen fantastischen Blick auf die umliegenden 2.000er und 3.000er Gipfel hat. Den Weg erreicht ihr entweder nach einer kurzen Fahrt mit dem Grünbodenexpress, der euch direkt auf etwa 2.000 Meter bringt, oder über eine sportliche Wanderung beginnend auf dem Weg Nr. 6.

Fototipp: Auf den “schwebenden” Fels ungefähr auf halber Strecke zwischen Grünbodenalm und Faltschnaltalm klettern, könnt ihr nicht verfehlen. Perfekter Spot für nachdenkliche Wandererfotos mit Blick übers ganze Tal 😉

Anreise nach Pfelders im Passeiertal

Startpunkt: Pfelders
Strecke:9,5 km
Höhenmeter:530 m
Einkehrtipp:Panorama Residence
Gehzeit:ca. 4 Std.

Pfelders gehört zur Gemeinde Moos im Passeiertal, ist vom Naturpark Texelgruppe umgeben und liegt am Fuße des Hinteren Seelenkogels und der Hochwilden. Ihr erreicht den Ort mit dem Auto über St. Leonhard im Passeiertal. Achtung: Die Anfahrt ist serpentinenreich.

Im Ort könnt ihr gebührenpflichtig am Fuß der Bergbahn Grünboden parken. Zu Ferienzeiten empfiehlt es sich natürlich, lieber schon früh am Morgen in Pfelders anzukommen, um die Berge ganz für sich zu haben. Aber selbst zur Sommerferienhochsaison ist es hier nie wahnsinnig voll –der Ort ist im Vergleich zu anderen Touri-Hotspots im Meraner Land eben doch ziemlich abgelegen.

Wanderung durch den Wald zur Faltschnalalm

Meine Wanderung beginnt mit einem kleinen Bummel durch den urigen, autofreien Ort. Hier gibt’s keine riesigen Wellnesshotels, dafür viele gemütliche Pensionen und kleine Cafés. Die Einkehr muss aber warten: Immer den wirklich sehr gut ausgeschilderten Wegen folgend, startet die Route zum Panoramaweg auf dem Wanderweg Nr. 6. Nach Auskunft der Touristeninformation zählt der Weg als „leichte Wanderung“; aber damit ist wohl „leicht für gebürtige Südtiroler“ gemeint, der Aufstieg über natürliche Steinstufen ist nämlich schon recht steil, mit kleineren Kindern eher nicht zu empfehlen. Wer Bergwanderungen nicht gewöhnt ist, nimmt hier lieber Wanderstöcke mit –ist einfach, sicherer und bequemer. Und vernünftige Wanderschuhe verstehen sich unterwegs eh von selbst, oder?

Zwischen Farnen und Nadelbäumen geht’s dann hoch bis zur Faltschnal Alm auf 1.709 Metern. Circa eine Stunde müsst ihr bis dahin einplanen. Eine erste Jause lohnt sich hier, wenn auch nur für ein Skiwasser, denn auf der Terrasse könnt ihr das ganze Lazinser Tal überblicken. Und einen Blick auf die Erenspitze werfen und die Wanderer beobachten, die sich auf den Felsweg Richtung Erensee wagen – sieht von Weitem fast ein bisschen so aus wie Frodos Weg nach Mordor!

Na ja, ich will nicht übertreiben. Aber die Pause auf der Faltschnalalm ist die perfekte Gelegenheit zu entscheiden, ob es eben mit einer richtigen Bergtour Richtung See weitergehen soll (Wanderweg Nr. 7), oder ob ihr euch auf den weniger anspruchsvollen, aber genauso schönen Panoramaweg Richtung Grünbodenhütte aufmacht. Ich entscheide mich für den Panoramablick.

Um den Zeppichl zur Grünbodenhütte

Zunächst geht’s über Almwiesen noch mal höher hinaus, man wandert hier unterhalb vom Gipfel des Zeppichler Bergs. Der Weg ist steinig und nicht ganz so gemütlich, wie man sich einen „Panoramaweg“ vorstellt – jedenfalls wundere ich mich, wie einige ältere Leute, die hier unterwegs sind, den Berg wieder heil herunterkommen sollen. Persönlich bin ich immer der Meinung, ein wenig Respekt vorm Berg schadet nicht, wenn man nicht in alpinen Gegenden aufgewachsen ist, und deshalb lasse ich es eher ruhig angehen und lege auch öfter mal eine Genieß-und “Fotografierpause” ein. Und das lohnt sich auch: Der weite Blick in die Südtiroler Bergwelt und die Ruhe in der Natur beeindrucken mich hier einfach.

Nach etwa zwei Stunden erreicht ihr die Grünbodenhütte, im Winter Ausgangspunkt des kleinen Skigebiets in Pfelders. Von hier aus geht es über die Forststraße und durch die Wiesen des Skigebiets zurück nach Pfelders. Nicht spektakulär, aber ganz entspannend nach den langen Felstreppen. Im Ort habe ich noch einen Einkehrtipp für euch zum Entspannen nach der Wanderung: Im Café und Bistro Panorama Residence habe ich den besten Apfelstrudel meines Lebens gegessen!

Fazit

Die etwas umständliche Anfahrt über die teilweise leider echt vollen Straßen im Passeiertal lohnt sich wirklich: So viel alpine Ruhe wie auf dem Panoramaweg in Pfelders vermutet man in Südtirol einfach nicht, zumindest nicht zur Hauptwanderzeit im September und Oktober. Meine Erkundungstour auf dem Panoramaweg in Pfelders war ungefähr für sechs Stunden Wanderzeit (mit Pausen) ausgelegt. Für mich waren die knapp zehn Kilometer mit circa 530 Höhenmetern der genau der richtige Mix aus ein bisschen Berganstrengung, ein wenig Abenteuer (aus der “Großstädterinnen-Perspektive”) und entspannter Wanderung, auf der man die Natur genießt.

Wer mehr Zeit hat und eine Ganztageswanderung unternehmen will, der kann die Tour auch von der anderen Seite her starten: Also entweder mit dem Grünbodenexpress zur Hütte fahren oder die Forststraße hochwandern, dann den Panoramaweg in Richtung Faltschnal Alm hinunterwandern und anschließend nach Lazins absteigen und durchs Tal zurückwandern. Die Route ergibt eine schöne Tagestour.

Lage

Praktische Links

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