Fast jeder Bergliebhaber kennt die eindrucksvolle Felsformation der Drei Zinnen. Das bekannte Bergmotiv befindet sich in den Dolomiten in Südtirol. Und nicht weit davon liegt das gleichnamige Skigebiet 3 Zinnen Dolomites mit seinen breiten Pisten. Immer wieder muss ich stehen bleiben und über die Aussicht staunen. Denn ich befinde mich mittendrin im UNESCO-Welterbe Dolomiten. Allein des Panoramas wegen lohnt sich ein Skiurlaub hier. Und das ist sicher nicht der einzige Grund.

Lohnt sich Skifahren im Skigebiet 3 Zinnen Dolomites?

Pistenkilometer:115 km
Höchster Punkt:2.225 m
Längste Abfahrt:4,8 km
Schwierigste Abfahrt:Holzriese
Skisaison:November – April

Insgesamt 115 Pistenkilometer warten im Skigebiet 3 Zinnen Dolomites in Südtirol auf Wintersportler. Die Abfahrten verteilen sich über fünf Skiberge: Helm, Stiergarten, Rotwand, Haunold und Comelico. So gibt es auch verschiedene Einstiegsmöglichkeiten in das Skigebiet. Ein guter Ausgangspunkt für die Abfahrten am Familienberg Haunold ist das Alpenstädtchen Innichen. Zum höchsten Punkt des Skigebiets auf 2.225 m am Helm kommt ihr am besten aus dem Skiort Vierschach.

Das Skigebiet mit genialer Aussicht auf das UNESCO-Welterbe Dolomiten hält außerdem eine der steilsten Pisten Italiens bereit. Die Holzriese-Abfahrt hat ein Gefälle von bis zu 71 % und ist somit nur sportlichen Skifahrern vorbehalten. Darüber hinaus gibt es aber auch etliche blau und rot markierte Pisten für Ski-Anfänger, Familien und Genussskifahrer. Denn auch die zieht es in die Region der Drei Zinnen. Schließlich überzeugt hier auch das breite Hüttenangebot mit leckeren Südtiroler Köstlichkeiten.

Pistenplan


Alle Lifte und Pisten im Skigebiet 3 Zinnen Dolomites im Überblick. Zum Vergrößern des Pistenplans bitte auf das Bild klicken.

© 3 Zinnen Dolomites

Fototipp: Vom Stiergarten habt ihr Blick auf die Drei Zinnen. Man kann am Horizont zwischen anderen Dolomitengipfeln die Westliche und die Große Zinne aufragen sehen. Deshalb lohnt sich hier ein Foto besonders.

Anreise nach Vierschach in Südtirol

Die Skiorte sind allesamt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Ab München kommt ihr beispielsweise mit nur einem Umstieg bis nach Vierschach. Nach der Fahrt mit dem EC bis Fortezza steigt ihr in den Pustertal-Express um, der unter anderem durch Vierschach, Innichen und Toblach fährt. Die Zugfahrt dauert insgesamt rund 5,5 Stunden. Alternativ könnt ihr natürlich auch per Auto anreisen. Über die kostenpflichtige Europabrücke und die mautpflichtige Brennerautobahn seid ihr in rund vier Stunden da.

Selbst, wenn man per PKW kommt, kann man das Auto vor Ort stehen lassen. Wir sind morgens bequem mit dem Pustertal Express von Innichen nach Toblach gefahren. Die Fahrt dauert nur 5 Minuten und wir kommen direkt an der Talstation des Helms an. Außerdem sind die öffentlichen Verkehrsmittel in der Gästekarte inklusive. Falls der Zug mal nicht fährt, gibt es auch ein gut ausgebautes Skibus-Netz. Dadurch müssen wir vor Ort keinen Parkplatz suchen.

Skirunde vor genialem Panorama

Wir sind Anfang Dezember im Skigebiet unterwegs. Es liegt Schnee bis ins Tal. Dächer sind verschneit, Bäume angezuckert. So stelle ich mir Skiurlaub vor. Außerdem sind zu dieser Zeit noch nicht so viele Menschen auf den Pisten unterwegs. Am Lift gibt es keine Schlange und wir gondeln ganz alleine durchs Winterwunderland nach oben. Mit der Hasenköpfl-Bahn geht’s dann ganz hinauf zum höchsten Punkt.

Hier starten wir zum Einfahren auf die erste Abfahrt. Eine besonders schöne Piste ist die lange, breite Talabfahrt bis nach Vierschach hinab. Wir ziehen unsere Schwünge ganz alleine über die 4,8 km lange Abfahrt. Dabei cruisen wir geradewegs auf das Pustertal zu. Es sieht richtig schön aus, wie es so verschneit und weitläufig vor uns liegt.

Wenn ihr einen Großteil des Skigebiets erkunden möchtet, empfehlen wir die Giro delle Cime. Die Skirunde führt über 34 Pistenkilometer vom Helm über die Berge Stiergarten und Rotwand bis zum Kreuzbergpass. Weiter geht’s zum Bagni di Val Grande und dann per Skibus ins Val Comelico. Anschließend düst ihr zurück zum Ausgangspunkt. Die Tour ist ein tagesfüllendes Programm, ihr solltet dafür früh starten. Für Snowboarder ist sie eher nicht empfehlenswert. Hin und wieder geht es nämlich über flache Skiwege, die mit Board mühsam werden können.

Im Zuge der Skirunde kommt ihr aber nicht in den Genuss aller Skiberge. Die familienfreundlichen Pisten am Haunold sind beispielsweise nicht enthalten. Diese Abfahrten sind besonders bei Anfängern und Kindern beliebt. Aber auch sportliche Skifahrer können die Kanten zum Glühen bringen, wenn sie die breiten Carving-Pisten hinuntersausen. Wir haben den Haunold am Abreisetag besucht. Für einen halben Tag Skifahren lohnt sich das Gebiet allemal.

Pistentipp: Holzriese-Abfahrt

Wenn ihr euch dann einen groben Überblick über das Skigebiet gemacht habt, ist es an der Zeit, sich der Herausforderung zu stellen. Die Holzriese-Abfahrt an der Rotwand strahlt einen besonderen Reiz auf Skifahrer aus. Denn wer sicher auf den Brettern steht, möchte natürlich auch wissen, ob er einer der steilsten Pisten der Alpen gewachsen ist.

Die Holzriese 2 weist zwar nur eine Länge von etwa 800 m auf, ist aber nicht zu unterschätzen. Mit einem maximalen Gefälle von 71 Prozent gehört sie in die Kategorie „kurz aber oho“. Allein die Zahl hört sich steil an, aber die meisten werden sich darunter erstmal nichts vorstellen können. Wie krass die Abfahrt wirklich ist, wird erst klar, wenn man sie direkt vor sich sieht. Ein guter Punkt, um die tiefschwarze Abfahrt von Weitem zu bewundern, ist der untere Teil der roten Abfahrt (Nr. 41) vom Stiergarten. Hier bleiben wir stehen und heben den Blick. Vor uns sehen wir einen Großteil der Pisten an der Rotwand. Darunter auch die Holzriese-Abfahrt. Na dann… nichts wie hin.

Und auch von oben ist sie nicht zu unterschätzen. Der Blick auf die eigenen Bretter und dann in die Tiefe kann einem das Herz in die Hose rutschen lassen. Aber wer schwarze Pisten gut meistert, sollte auch hier gut herunterkommen. Mit Konzentration und einem sicheren Kurzschwung ist das steilste Stück schon bald geschafft. Allerdings kann es manchmal auch ein bisschen eisig sein. Dann ist besondere Vorsicht geboten.

Südtiroler Küche: Leckeres Essen und gute Ausblicke

Zum Glück könnt ihr die Beine nach der Holzriese Piste im Tal direkt entspannen. Denn an der Talstation Signaue liegt meiner Meinung nach eine der besten Hütten: Der Hennstoll. Direkt hinter der hölzernen Eingangstür befindet sich ein großzügiger Barbereich mit einem lodernden Kamin. Der Gastraum erstreckt sich noch weiter ins Innere der Hütte, aber ich belege lieber direkt den Platz am Ofen. Hier kann ich mich von Innen aufwärmen und meine Muskeln ausruhen. Für wärmere Tage im Frühling gibt’s auch eine Sonnenterrasse.

Ich freue mich über einen alkoholfreien Punsch und leckere Apfelküchlein mit Preiselbeeren und Apfelmus. Ansonsten hält die Speisekarte auch Gerichte für den großen Hunger bereit. Zum Beispiel gibt’s T-Bone-Steaks. Natürlich sind auch typische Südtiroler Pastagerichte und die bekannten Hüttenschmankerl wie Kaiserschmarrn, Schnitzel und Burger zu finden.

Ein Einkehrtipp mit Aussicht ist die Rudi Hütte an der Rotwand. Hier begeistert vor allem das Bergpanorama. Und wie nahezu überall im Skigebiet punktet auch in der Rudi Hütte die Südtiroler Küche. Besonders beliebt sind die selbst gebackenen Kuchen und die Wildfleisch-Variationen.

Vom Hotel zu Fuß auf die Piste

Je nachdem, wo ihr übernachtet, kommt ihr direkt zu Fuß zum Lift. Ein Tipp ist das Berghotel in Moos. Das Haus liegt direkt an der Piste und ihr kommt durch eine neue Verbindung ohne Schieben oder Ski tragen zum Helm hinauf. In der Außensauna können Gäste nach dem Skitag mit Aussicht entspannen oder sich im Außenpool treiben lassen. Die gemütlichen Zimmer des 4-Sterne-Hauses und die gute Küche tragen insgesamt zu einem schönen Aufenthalt bei. Und wenn ihr an einem Tag die Langlaufski anschnallen möchtet, könnt ihr das ebenfalls direkt vor der Haustür tun.

In Vierschach, unweit von der Talstation am Helm entfernt, steht das Joas Natur Hotel. Das Hotel punktet vor allem mit stilvoll eingerichteten Zimmern und regionalen Speisen. Hier steht das Frühstück im Vordergrund, denn das Joas ist ein B&B. Das kleine Team reserviert euch abends gerne einen Tisch in einem nahegelegenen Restaurant. Und wenn ihr doch nicht außer Haus gehen möchtet, gibt’s auch eine kleine Speisekarte in der urigen Stube. Die hauseigenen Gerichte und Snacks könnt ihr genauso auch mit aufs Zimmer nehmen.

Gemütlicher Weihnachtsmarkt und kein Après-Ski

Wir haben uns in der Vorweihnachtszeit abends dick eingepackt und den kleinen Weihnachtsmarkt in Innichen besucht. Man kann diesen Weihnachtsmarkt natürlich nicht mit einem großen städtischen vergleichen. Es ist vielmehr ein gemütlicher Treffpunkt für die Einheimischen. Die Buden bieten lokale Köstlichkeiten, Handwerkskunst und natürlich Glühwein an. Außerdem gibt es gemütliche Feuerstellen, Hocker mit Schaffell-Auflagen und gemauerte Kamine, damit man es in der Kälte länger aushalten kann.

Abgesehen davon werden Nachtschwärmer nicht viele Partylocations finden. In der Skiregion 3 Zinnen Dolomites geht man abends lieber gemütlich essen und stößt mit einem Glas Wein auf den Skitag an. Dann wachen Wintersportfreunde morgens auch ohne Kater auf und können den Skitag bereits zum täglichen Liftstart genießen.

Schneehöhen


Die interaktive Karte zeigt, wie viel Schnee in den kommenden drei Tagen in den Alpen vorhergesagt ist. Tippe auf eine beliebige Stelle im Bild, um die erwartete Neuschneemenge zu erfahren.

Skitour zu den Drei Zinnen

Oder sie sind energiegeladen genug, das Skigebiet auch mal zu verlassen und auf eine Skitour aufzubrechen. Denn die Drei Zinnen sind zwar von der Piste zu sehen, in ihrer bekannten Erscheinung trifft man sie jedoch nur an, wenn man näher rangeht. Durch das Fischleintal kommt man mit Skitourenski oder Schneeschuhen zur imposanten Felsformation. Vom Tourenziel, dem Sextner Stein, hat man einen tollen Blick auf den markanten Gebirgsstock.

Zu beachten ist, dass ihr euch dabei im alpinen Gelände befindet. Hier herrscht das Risiko von Lawinengefahr. Die Notfallausrüstung (LVS-Gerät, Sonde und Schaufel) müssen unbedingt in den Rucksack. Unerfahrenen Skitourengehern empfehlen wir die Begleitung durch einen Skiführer. Dieser kann die Lawinenlage besser einschätzen und kennt zudem bei der Abfahrt die besten Lines, um in den Genuss von fluffigem Tiefschnee zu kommen. Wobei bei der Tour mit ihren knapp 1.000 Höhenmetern für euch bestimmt eher die genialen Aussichten im Fokus stehen werden.

Fazit

Das Skigebiet 3 Zinnen Dolomites gehört seit meinem Besuch zu meinen persönlichen Lieblingsskigebieten der Alpen. Vor allem das Panorama hat mich begeistert. Die Dolomiten sehen aus jeder Perspektive gigantisch aus und man kommt mancherorts sogar ganz nah ran an die Felswände. Auf den breiten Abfahrten kann man es laufen lassen und es gibt viele anspruchsvolle Pisten, die mich gefordert haben. Perfekt, um abends müde ins Bett zu fallen und durch die müden Beine zu wissen, dass das ein hervorragender Skitag war.

Darüber hinaus hat mich die Gegend wieder kulinarisch verzaubert. Sowohl an den Berghütten als auch im Tal habe ich richtig gut gegessen. Kein Wunder, dafür ist ja generell ganz Südtirol bekannt.

Wenn euch das breite Angebot mit seinen Skihütten und den 115 Pistenkilometer nicht reicht, könnt ihr euch auch den Skipass für gesamt Dolomiti Superski holen. Damit könnt ihr insgesamt 1.200 Pistenkilometer befahren. So kommt ihr zum Beispiel mit dem Pustertal-Express zum nahegelegenen Kronplatz und könntet theoretisch auch einen Abstecher zur beliebten Sellaronde machen. Mir hat es während meines Aufenthalts jedoch voll und ganz gelangt, die Pisten hier unsicher zu machen.

Lage

Praktische Links

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