Willkommen im ewigen Eis, in der Heimat der Eisbären! Spitzbergen liegt etwa auf halbem Weg zwischen Norwegen und dem Nordpol. Nur Abenteuerlustige, denen die Kälte und der Schnee nichts anhaben können, wagen sich hierher. Und ich! Obwohl ich eigentlich eine echte Frostbeule bin und den warmen Süden liebe, war ich neugierig und habe einen einwöchigen Trip nach Spitzbergen in Norwegen unternommen.

Lohnt sich eine Reise nach Spitzbergen?

Die arktische Inselgruppe Spitzbergen (auf Norwegisch: Svalbard) beherbergt 3.000 Eisbären und 2.500 Einwohner. Früher waren hier fast nur Minenarbeiter und Forscher anzutreffen. In den letzten Jahren zieht es aber immer mehr Touristen in den hohen Norden. Straßenverbindungen zwischen den Siedlungen gibt es keine. Hauptverkehrsmittel sind stattdessen Schneemobile, Boote und auch Hundeschlitten. Dreh- und Angelpunkt für Spitzbergen-Urlauber ist Longyearbyen, eine charmante Kleinstadt mit durchaus weltstädtischem Flair.

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Instatipp: Mit etwas Glück lässt sich auf Spitzbergen ein einzigartiges Naturschauspiel beobachten: Die Nordlichter. Um die Nordlichter zu fotografieren, braucht es allerdings eine richtig gute Kamera. Die besten Fotos entstehen bei einer Belichtungszeit von 1 und 10 Sekunden.

Anreise nach Spitzbergen

Am einfachsten geht es mit dem Flugzeug nach Spitzbergen. Auf der Insel gibt es einen kleinen Flughafen, der regelmäßig von Oslo oder Tromsö aus angeflogen wird. Er liegt etwa vier Kilometer von dem Hauptort Longyearbyen entfernt. Von dort aus habe ich dann verschiedene Tages-Ausflüge unternommen, die ich individuell zusammengestellt habe. Alternativ geht es mit einem Kreuzfahrtschiff in den hohen Norden. Achtung: Spitzbergen gehört zu Norwegen, liegt aber dennoch außerhalb des Schengen-Abkommens. Alle Einreisenden müssen daher ihren Reisepass vorweisen.

Niemals ohne Gewehr losziehen

Die erste Information, die wir bei der Ankunft bekommen haben: Die Ortschaften auf Spitzbergen dürfen – als Schutz vor den Eisbären – niemals ohne ein Gewehr oder noch besser in Begleitung der Sysselmannen, sogenannten Eisbärenwächtern, verlassen werden. Im ersten Moment hat mich das schon ein wenig verunsichert. Aber man gewöhnt sich schnell daran, dass in der rauen Landschaft die Eisbären bzw. die Natur das Sagen haben und nicht die Menschen. Und auch sonst habe ich gleich gemerkt: Spitzbergen mit seinen imposanten Gletschern, den Rentieren und Polarfüchsen ist ein magischer, aber auch ein unwirklicher Ort. Hektik oder Lärm Fehlanzeige! Die Natur gibt den Takt vor.

Beste Reisezeit für Spitzbergen

Wer einen Trip nach Spitzbergen plant, sollte vor allem eines im Gepäck haben: Warme Kleidung. Ich habe auf das Zwiebelprinzip gesetzt und immer einige Schichten übereinander gezogen. Denn auch im Hochsommer klettern die Temperaturen nur selten über fünf Grad Celsius. Beste Reisezeit sind die Monate März bis Mai. Zu dieser Zeit liegt ausreichend Schnee für Schlittentouren, aber es gibt auch genug Tageslicht. Alternativ empfehlen sich Juli und August. Dann geht die Sonne 24 Stunden lang nicht unter. In der Hauptreisezeit können die Exkursionen aber schnell ausgebucht sein.

Nordlichter beobachten

Um Nordlichter zu sehen, fahrt ihr am besten, genauso wie ich, zwischen Oktober und Februar nach Spitzbergen. Ich hatte schon viel darüber gelesen, viele Bilder gesehen. Daher wusste ich auch, dass es sogar auf Spitzbergen keine Garantie gibt, das Phänomen live zu beobachten. Doch ich hatte Glück. Unser Guide hat uns genau zur richtigen Zeit außerhalb von Longyearbyen zu einem Observationspunkt begleitet. Von hier aus konnten wir das Polarlicht super beobachten. Die ganze Umgebung wurde in ein grünes Licht getaucht. Und ich muss sagen, es war wirklich beeindruckend und unvergesslich. Kein Wunder, dass es hierüber so viele Mythen gibt.

Fazit

Mein Spitzbergen-Trip war eine absolut außergewöhnliche Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Aber auch ein echt teurer Urlaub! Norwegen ist ja schon für seine hohen Preise bekannt. In Spitzbergen kostet alles noch einmal etwas mehr. Aber es hat sich auf alle Fälle gelohnt. Jedes Jahr möchte ich nicht auf Sonne, Stand und Baden verzichten. Aber ich werde bestimmt auch einmal wieder in den hohen Norden reisen und den Bikini gegen Winterjacke, Schal und Mütze tauschen, denn Spitzbergen ist abwechslungsreicher als ich dachte und das Angebot an spannenden Exkursionen ist groß. Vor allem eine mehrtätige Wanderung stelle ich mir toll vor.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Spitzbergen ist eine der Hochburgen der Eisbären. Dennoch sind auch auf den arktischen Inselgruppe in Norwegen lange nicht mehr so viele Tiere anzutreffen wie noch vor einigen Jahren. Über Jahrhunderte hinweg wurden die Eisbären gejagt. Hinzu kommt die globale Erderwärmung und die Förderung von Erdöl und Erdgas, die ihren Lebensraum einschränken. Ihr Bestand gilt heute als gefährdet und wird auf nur noch etwa 20.000 bis 25.000 Tiere weltweit geschätzt.     

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