Taghaube: Anspruchsvolle Gipfeltour am Hochkönig

Vor mir ragt eine kurze Eisenleiter aus dem Fels. Nur noch wenige Höhenmeter trennen mich vom Gipfel der Taghaube, doch hier wartet noch die anspruchsvollste Stelle der Tour. Dann ist es geschafft! Auf 2.159 Metern eröffnet sich ein beeindruckender Blick auf die mächtigen Südwände des Hochkönigs und die markanten Zacken des Königsjodlers. Warum die Wanderung auf die Taghaube mit jedem Höhenmeter anspruchsvoller wird und sich der Aufstieg trotzdem mehr als lohnt, erfahrt ihr gleich.

Lohnt sich die Wanderung auf die Taghaube am Hochkönig?

Die Taghaube liegt auf 2.159 Metern Höhe im Hochkönigmassiv im Salzburger Land und ist ein besonders aussichtsreicher Gipfel an dessen Südseite. Direkt daneben ragen die markanten Zacken des bekannten Königsjodler-Klettersteigs in die Höhe. Die Wanderung startet am Dientner Sattel und umfasst insgesamt rund 6,8 Kilometer und 810 Höhenmeter.

Was zunächst recht gemütlich beginnt, wird mit zunehmender Höhe immer steiler und anspruchsvoller. Vor allem der felsige Gipfelanstieg verlangt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Wer diese Voraussetzungen mitbringt, wird oben mit einem beeindruckenden Bergpanorama bis hin zu den höchsten Gipfeln der Hohen Tauern belohnt.

Fototipp: Das beeindruckendste Fotomotiv wartet direkt am Gipfel der Taghaube. Setzt zum Beispiel das Gipfelkreuz in Szene und nutzt die mächtigen Südwände des Hochkönigs als Hintergrund. Besonders am späten Nachmittag steht die Sonne bereits tiefer und sorgt für eine schöne Lichtstimmung. Im Querformat bekommt ihr auch die Felszacken des Königsjodlers noch mit ins Bild.

Anreise nach Dienten am Hochkönig

Strecke:6,5 km
Höhenmeter:810 hm
Gehzeit:3,5 Std.
Einkehrtipp:Erichhütte
Schwierigkeit:schwer

Von München erreicht ihr Dienten am Hochkönig mit dem Auto in etwa 2,5 Stunden. Dafür fahrt ihr zunächst über die A8 Richtung Salzburg und anschließend über die A10 (Achtung: Vignettenpflicht!) Richtung Süden bis zum Knoten Pongau/Bischofshofen und anschließend hinauf in die Region Hochkönig. Ausgangspunkt der Wanderung ist der kostenlose Parkplatz Erichhütte direkt am Dientner Sattel. Da hier neben der Taghaube auch beliebte Touren wie der Königsjodler- und der Grandlspitz-Klettersteig starten, kann der Parkplatz vor allem am Wochenende schnell voll werden. Früh dran sein lohnt sich also.

Die öffentliche Anreise ist mit mehreren Umstiegen deutlich aufwendiger. Seid ihr allerdings bereits in der Region Hochkönig, ist der Wanderbus eine richtig gute Alternative zum Auto. Er verbindet im Sommer Maria Alm, Dienten und Mühlbach und hält direkt am Parkplatz Erichhütte. Mit dem Guest Mobility Ticket könnt ihr den Wanderbus sogar kostenlos nutzen.

Gut vorbereitet für einen anspruchsvollen Gipfel

Auch wenn die Wanderung zur Taghaube zunächst gemütlich auf der Forststraße beginnt, solltet ihr die Tour keinesfalls unterschätzen. Festes Bergschuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind ein Muss. Je weiter es nach oben geht, desto steiler und felsiger wird das Gelände. Kurz vor dem Gipfel warten außerdem eine kleine Eisenleiter und einzelne Eisentritte. Denkt beim Aufstieg unbedingt daran, dass ihr dieselben Stellen später auch wieder absteigen müsst!

Wir starten erst am Nachmittag, um beim Abstieg die Abendstimmung mitzunehmen. Direkt am Gipfel wäre der Sonnenuntergang bestimmt spektakulär, aufgrund des anspruchsvollen oberen Wegabschnitts möchte ich diesen aber unbedingt noch bei ausreichend Tageslicht hinter mich bringen. Eine Stirnlampe gehört bei einer späteren Tour trotzdem in den Rucksack.

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Ab der Erichhütte wird es immer steiler

Vom Parkplatz geht es durch ein Viehdrehkreuz und zunächst rund 30 Minuten über die Forststraße bergauf. Dabei sammeln wir bereits die ersten 200 Höhenmeter, bevor wir die bewirtschaftete Erichhütte erreichen. Von hier bekommen wir einen ziemlich guten Eindruck davon, welcher Weg noch vor uns liegt: Rechts ragt unser Gipfelziel in die Höhe und wir können bereits die zahlreichen Serpentinen im Aufstieg erkennen. Daneben zeichnen sich die markanten Felszacken des Königsjodler-Klettersteigs ab.

Nach den nächsten rund 150 Höhenmetern über steile Almwiesen teilt sich der Weg. Links geht es zum Einstieg des Königsjodlers, rechts weiter zur Taghaube. Ich bin froh über meine Wanderstöcke und kurz machen wir jetzt eine Verschnaufpause. Noch führt der Wanderweg durch dichte Latschen, doch mit jedem Höhenmeter wird es felsiger und nochmals steiler. Ich bin gespannt, wann die Schlüsselstelle kommt, denn weit ist es nicht mehr bis zum Gipfel.

Schlüsselstelle zum Gipfelglück auf der Taghaube

Zwischendurch wandern wir jetzt immer wieder über felsige Passagen, an denen ich auch mal die Hände zur Hilfe nehme. Wirklich ausgesetzt fühlt sich der Aufstieg zwar nicht an, anspruchsvoll ist er trotzdem. Kurz vor dem Gipfel wartet schließlich die Schlüsselstelle: Über eine kurze Eisenleiter und anschließend einige in den Fels geschlagene Eisentritte überwinde ich die letzten Meter.

Wir stehen unter dem Gipfelkreuz der Taghaube und die Aussicht ist wirklich genial! Direkt gegenüber ragen die mächtigen Südwände des Hochkönigs auf, daneben kann ich wieder die markanten Zacken des Königsjodlers erkennen. Sogar das eiserne Gipfelkreuz am Hochkönig blinkt in der Sonne zu uns herunter. In der Ferne reicht der Blick bis zu Großglockner, Kitzsteinhorn und Großvenediger. Die Sonne steht inzwischen schon tiefer und taucht die Bergwelt langsam in warmes Abendlicht. Genau dafür hat sich jeder Höhenmeter gelohnt.

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Fazit

Wir steigen über denselben Weg ab und meistern die felsigen Passagen noch bei Tageslicht. Kurz vor der Erichhütte geht die Sonne hinter den Leoganger Steinbergen unter. Ein perfekter Abschluss unserer Tour! Die Taghaube ist für mich einer der schönsten Aussichtsgipfel am Hochkönig und lohnt sich definitiv für erfahrene, trittsichere Bergwanderer. Wer tagsüber unterwegs ist, sollte unbedingt bei der Erichhütte einkehren, vor allem die Kuchen kann ich empfehlen.

Für längere Touren könnt ihr vom Arthurhaus über den Normalweg auf den Hochkönig wandern oder bei entsprechender Erfahrung den Grandlspitz- oder Königsjodler-Klettersteig machen. Ein leichterer Gipfel für eine Sonnenuntergangswanderung ist der Hochkeil.

Lage

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