Trnovačko See: Tour zum Geheimtipp im Balkan 

Ich sitze auf der Wiese und schaue hinunter auf einen smaragdgrünen See, der die Form eines Herzens hat. Die Sonne scheint auf mein Gesicht und um mich herum weiden Kühe. Verrückt! Zuerst war ich in Bosnien, nun genieße ich die Aussicht in den Bergen Montenegros. Willkommen am Trnovačko-See, einem echten Geheimtipp auf dem Balkan!

Lohnt sich die Wanderung zum Trnovačko See?

Der Trnovačko-See liegt eingebettet in die Dinarischen Alpen, nur wenige Schritte von der bosnischen Grenze entfernt in Montenegro. Er befindet sich auf einer Höhe von rund 1.500 Metern und ist ein klassischer Gletschersee, der am Ende der letzten Eiszeit geformt wurde. Er gilt als echter Geheimtipp, da nur wenige diesen abgelegenen Ort besuchen.

Damals glaubten die Hirten, dass die Hochgebirgsseen heilige und unberührte Orte der Bergfeen seien. Wer die Stille der Natur störte, Flüsse oder Seen verschmutzte, riskierte, dass die Geister den Nebel vom Maglić holen ließen. Dieser dichte Bergnebel konnte selbst erfahrene Hirten tagelang vom Weg abbringen.

Im Sommer schlagen viele Wanderer ihre Zelte auf den Wiesen rund um den See auf und verbringen die Nacht mitten in der Natur. Direkt am Wasser gibt es eine kleine Berghütte bzw. ein Café, wo man einen warmen Kaffee oder Tee genießen kann. Wichtig zu wissen: Bei der Ankunft am See wird eine kleine Gebühr fällig. Der Eintritt kostet 1 Euro, und wer dort campen möchte, zahlt weitere 1,50 Euro. Also sehr günstig! Dementsprechend sollte man seine Campingausrüstung einpacken.

Fototipp: Um die Herzform des Trnovačko-Sees in ihrer vollen Pracht einzufangen, geh ein Stück den Berg hinter dem kleinen Häuschen hinauf. Hier findest du eine schöne Wiese, von der man wirklich die beste Aussicht genießen kann.

Anreise zum Sutjeska National Park in Bosnien

Strecke:5 km
Höhenmeter:250 m
Gehzeit:2 Stunden
Side Quest:Mt. Trnovački Durmitor
Schwierigkeit:Einfach

Die meisten Wanderer besuchen den Trnovačko-See über die bosnische Seite, weil der dortige Zugang wesentlich kürzer und einfacher ist. Von Montenegro aus ist die Route dagegen eine weitaus anspruchsvollere Trekkingtour.

Der Weg beginnt im Sutjeska-Nationalpark, dem ältesten Nationalpark Bosnien und Herzegowinas. Bekannt ist das Gebiet vor allem historisch durch die epische „Schlacht an der Sutjeska“ im Zweiten Weltkrieg sowie das monumentale Kriegsdenkmal in Tjentište. Die Fahrt von Sarajevo, dem Hauptanreisepunkt für die meisten Besucher, dauert etwa 2,5 Stunden. Direkt im Nationalpark, im Camp Sutjeska, findet man sehr günstige, kleine Hütten zum Übernachten. Diese sind zwar sehr einfach, punkten aber mit einer fantastischen Lage.

Vom Park aus geht es weiter zum eigentlichen Start der Wanderung: Man fährt durch das Zentrum bei Tjentište und schlängelt sich über eine steile Schotterstraße hinauf zum Parkplatz auf rund 1.660 Metern Höhe. Die Schotterpiste hat es in sich! Wir haben uns mit unserem Mietwagen nicht getraut, den gesamten Weg bis zum Parkplatz zu fahren, und sind stattdessen eine Stunde extra gelaufen.

Wer kein eigenes Auto hat, kann entweder eine geführte Tour ab Sarajevo buchen oder versuchen zu hitchhiken. Da die Piste allerdings nicht stark befahren ist, gehört hier definitiv eine Portion Glück dazu. Vom Parkplatz wandert man gemütlich in etwa 1,5 bis 2 Stunden über einen gut markierten, rund 5 Kilometer langen Weg direkt zum See.

Von Bosnien nach Montenegro zu Fuß

Die Wanderung beginnt über einen schmalen Weg am Berg entlang hinunter ins Tal. Die Aussichten sind wunderschön. Die Vegetation scheint außergewöhnlich, und ich kann mein Staunen kaum verbergen. Nach 2 Stunden erblicke ich etwas Türkisblaues zwischen den Bäumen, und eine montenegrinische Flagge baut sich vor uns auf. Verrückt, dass wir die Grenze einfach zu Fuß überquert haben!

Vor uns liegt ein wunderschöner See, eingebettet in ein tiefes Tal. Wir laufen zu dem kleinen Haus am Ufer, um dort unsere Gebühr zu bezahlen. Hier werden auch Tee und Kaffee angeboten! Doch wir entschließen uns, hinter dem Haus weiter den Berg hinaufzulaufen, denn wir wollen den See unbedingt von oben sehen.

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Das Herz des Balkans

Kühe weiden um uns herum. Wie herrlich, ich fühle mich wie in den Alpen. Blumen blühen, die Sonne wärmt mein Gesicht, und die Aussicht ist der Wahnsinn. Vor uns liegt ein smaragdgrüner See in perfekter Herzform. Um ihn herum türmen sich die Berge auf, und sogar der höchste Berg Bosniens ist direkt vor uns zu sehen. Unsere Augen werden ganz groß, und man hört nur Stille, denn wir beide sind sprachlos.

Es ist verrückt, dass kaum Leute hier sind. Denn dieser Ort war der schönste, den ich auf unserer Bosnien-Reise gesehen habe, auch wenn er geografisch zu Montenegro gehört. Ich liebe es, mich in der Natur klein zu fühlen. Man begreift plötzlich, wie belanglos die meisten Probleme sind und was für ein großes Wunder es ist, am Leben zu sein.

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Fazit

Wer ein Abenteuer abseits der Touristenmassen erleben möchte und dazu noch die Natur liebt, sollte diesen Ort bloß nicht auslassen. Definitiv einer der schönsten Seen, die ich in ganz Europa gesehen habe! Dazu ist die Wanderung ziemlich einfach und der Campingpreis unschlagbar.

Wer doch eine etwas forderndere Trekkingtour erleben möchte, kann zusätzlich Side Quests zum Mount Maglić, dem höchsten Berg Bosniens, machen oder andere umliegende Gipfel besteigen. Oder warum nicht gleich die ganze Tour von Bosnien nach Montenegro wandern? Hier ist wirklich für jeden etwas dabei.

Lage

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