Tagliamente: Einer der letzten wilden Flüsse Europas

Obwohl der Tagliamento ein ausgewachsener Strom ist, ist er nur wenigen Leuten ein Begriff. Er gilt als einer der letzten Wildflüsse Europas. Mit seinem enormen Flussbett und den weit verzweigten Armen ist er ein besonderes Ausflugsziel in der italienischen Provinz Friaul. Auf dieser Wanderung nehme ich euch mit entlang historischer Ruinen und finde einen der besten Ausblicke auf dieses außergewöhnliche Flusssystem.

Lohnt sich die Wanderung zum Aussichtspunkt über den Tagliamento?

Der Tagliamento gilt als einer der letzten weitgehend unverbauten Wildflüsse Europas. Auf rund 170 Kilometern fließt er von den Karnischen Alpen im Nordosten Italiens bis zur Adria zwischen Lignano Sabbiadoro und Bibione.

Besonders beeindruckend sind seine weit verzweigten Kiesbänke und das charakteristische Netz aus vielen Flussarmen, die entstehen, weil sein natürlicher Verlauf kaum durch Dämme oder Flussbegradigungen verändert wurde. Bei Pinzano al Tagliamento ergibt sich ein fantastischer Ausblick auf das manchmal mehrere Kilometer breite Flussbett des Tagliamento.

Fototipp: Der beste Fotopunkt befindet sich fast am höchsten Punkt der Wanderung auf dem Grat des Monte Ragogna. Mit einem Weitwinkel bekommt man das ganze Tal auf das Bild. Mit einem Teleobjektiv bietet es sich an, Details der einzelnen Flussarme zu fotografieren. In den Abendstunden ist zu beachten, dass der Fluss selbst schon früher im Schatten liegt, da die gegenüberliegenden Berge die Sonne blockieren. Eine Drohne ist für das perfekte Foto nicht unbedingt notwendig.

Anreise nach Pinzano al Tagliamento

Strecke:14,8 km
Höhenmeter:490 hm
Gehzeit:ca. 4 h
Einkehrtipp:Locanda al Borcolan in San Pietro
Schwierigkeit:mittel

Aus Bayern durchquert ihr mit dem Auto zunächst Österreich und gelangt bei Villach nach Italien. Alternativ könnt ihr aber auch den Plöckenpass nutzen (sehenswert, aber natürlich länger). Denkt dabei an die Vignette für Österreich sowie an die Maut für die Autobahn in Italien.

Das kleine Dorf Pinzano al Tagliamento liegt in der italienischen Region Friaul etwa 1,5 Autostunden südwestlich von Villach. Als Parkplatz bietet sich der Dorfplatz im Zentrum an. Der Parkplatz ist gebührenfrei.

Eine Anreise mit dem Bus ist zum Beispiel aus Udine möglich. Dazu fahrt ihr mit der Linie P51 bis nach Spilimbergo, steigt dort in die P25 um und fahrt bis Pinzano. Das dauert insgesamt eine gute Stunde.

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Geschichtsträchtiger Auftakt im verschlafenen Dörfchen

Pinzano al Tagliamento ist ein kleines, ruhiges Dörfchen in Norditalien, das nur selten von Touristen besucht wird. Am zentralen Dorfplatz gibt es einen kleinen Lebensmittelladen, in dem man sich problemlos versorgen kann, auch wenn Englisch hier kaum gesprochen wird. Die Umgebung ist ländlich geprägt, und so werde ich zum Start der Wanderung von einer Katze begrüßt, die über den Weg streift.

Vom Castello di Pinzano eröffnen sich bereits die ersten weiten Blicke auf den Fluss und das Tal. Beim Ossario Germanico di Colle Pion begegnet man einem stillen historischen Ort, an dem die Deutschen ihre Geschichte hinterlassen haben. Kurz darauf führt die Route über eine Brücke, die den Tagliamento überspannt. Auf der anderen Seite liegt nach wenigen Minuten bereits das Castello di Ragogna. Bis hierhin ist höchstens ein Viertel der Tour geschafft, doch die Vielzahl an Eindrücken ist beachtlich und die ersten Flussblicke sind schon sehenswert. Aber der schönste Ausblick soll erst noch kommen.

Aufstieg zum besten Ausblick auf den Tagliamento

Jetzt werden fast alle Höhenmeter der Tour in einem einzigen Anstieg überwunden. Der Weg ist stellenweise etwas zugewachsen und der Bergrücken wird nach oben hin zunehmend schmaler. Kurz vor dem höchsten Punkt verläuft er dicht entlang der Klippen, wo sich schließlich ein beeindruckendes Panorama über den wilden Tagliamento öffnet. Der Blick reicht weit flussaufwärts und flussabwärts, während im Hintergrund langsam die ersten Gipfel der Alpen auftauchen.

Es dauert einen Moment, bis ich all diese Eindrücke mit der Kamera festgehalten habe, so überwältigend ist die Szenerie. Das Panorama vermittelt eindrucksvoll das Ausmaß des Flusssystems. Anschließend führt der Weg weiter zur kleinen Kapelle Chiesa di San Giovanni in Monte. Mit der kleinen Wiese davor ist sie eine richtige Oase der Ruhe. Der Rückweg verläuft schließlich entlang der flusszugewandten Hangseite des Berges.

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Fazit

Der Tagliamento zählt zu den letzten weitgehend wilden Flüssen Europas und diese Wanderung führt hinauf zu einem seiner eindrucksvollsten Aussichtspunkte. Der Einstieg mit den Ruinen und dem Ossario Germanico ist geschichtsträchtig. Insgesamt ist die Region eher ländlich. Entsprechend sind auch die Wege, die stellenweise leicht zugewachsen sind. Insgesamt ist es eine Tour, die das gewaltige Ausmaß des Flusssystems besonders gut erfahrbar macht und für Wanderer geeignet ist, die auch mal etwas abseits bekannter, breit eingetretener Wanderwege unterwegs sein möchten.

Direkt am Weg liegt das Restaurant Locanda al Borcolan, eine klare Empfehlung für den Rückweg. Hier essen überwiegend Einheimische, das Ambiente ist authentisch und das Essen hervorragend. Wer anschließend im Tagliamento baden möchte, findet bei der Trattoria Al Vecjo Traghet, etwa fünf Autominuten vom Startpunkt entfernt, einen möglichen Zugang. Je nach Wasserstand muss man allerdings einige Minuten über Kiesbänke laufen, um ans Wasser zu gelangen. Das Wasser ist sehr kalt und die Strömung kräftig.

Lage

Praktische Links

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