Die Metropole Nordirlands hat sich von einem krisengeschüttelten Konfliktherd in Großbritannien zu einem angesagten Reiseziel gemausert. Grandiose Attraktionen erinnern an legendäre Ereignisse. Das Stadtzentrum und die alten Hafengebiete wurden herausgeputzt und haben sich zu außergewöhnlich interessanten Orten entwickelt. Sehenswürdigkeiten der Superlative findet ihr an den Ufern des Flusses Lagan. In Belfast begegnen euch Geschichte und Kultur an jeder Ecke. Geht auf Entdeckungstour in diese faszinierende Stadt auf der grünen Insel – unsere Reisetipps helfen euch dabei.
Top-Sehenswürdigkeiten in Belfast im Überblick
Heute ist Belfast eine friedliche Stadt, die Gegensätze zwischen Katholiken und Protestanten sind in den Hintergrund gerückt. An der Peace Wall, im ehemaligen Gefängnis Crumlin Road Gaol oder im Ulster Museum erlebt ihr Geschichte hautnah. Das sensationelle Titanic Belfast im angesagten Titanic Quarter erinnert an die Tragik des einstmals größten Schiffs der Welt.
Wer von viktorianischen Prachtbauten des British Empire angetan ist, wird von der Belfast City Hall begeistert sein. Im Cathedral Quarter rund um St. Anne’s Cathedral pulsiert das Leben. Als ideales Kontrastprogramm bieten die Botanic Gardens Entspannung und Exotik. Und von Napoleon’s Nose auf dem Cave Hill habt ihr einen spektakulären Panoramablick auf Belfast mit seinen rund 342.000 Einwohnern.
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#belfast
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1. Titanic Belfast & Titanic Quarter: Hafenviertel im Zeichen der Legende


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| Lage: | Ostufer des Lagan River |
| Must-See: | SS Nomadic |
| Besonderheit: | Werften der Titanic |
Im Belfaster Hafenviertel wurde der Luxusliner Titanic erbaut. Titanic Belfast zelebriert den tragischen Mythos und erzählt anhand von Originalen und Nachbauten, wie es wirklich war. Dieses gigantische Museum erinnert an einen Schiffsbug. Es schildert den Aufstieg Belfasts zur Industriemetropole und lädt zu einem Rundgang durch die Belfaster Werften ein.
Ein echter Veteran ist das kleinere Dampfschiff Nomadic. Es brachte 1.-Klasse-Passagiere zur wartenden Titanic und kann heute im Rahmen eines Museumsbesuchs besichtigt werden. Das Kriegsschiff HMS Caroline sowie das riesige Thompson Graving Dock sind weitere Highlights im faszinierenden Titanic Quarter am River Lagan.
2. Crumlin Road Gaol: Berühmt-berüchtigtes Gefängnis


| Gefängnis: | Bis 1996 |
| Must-Do: | Paranormal Tour |
| Architekt: | Charles Lanyon |
Wer sich den Schauer über den Rücken jagen lassen will, kommt an diesem Gefängnis aus viktorianischer Zeit nicht vorbei. Das Crumlin Road Gaol befindet sich gegenüber dem alten Gerichtsgebäude. Durch den Tunnel unter der Straße wurden die Gefangenen vom Gericht ins Gefängnis gebracht.
1850 errichtet, waren hier so prominente Gefangene untergebracht wie der irische Unabhängigkeitskämpfer Éamon de Valera oder die Frauenrechtlerin Dorothy Evans. Die Hinrichtungskammer hat zwischen 1854 und 1961 insgesamt 17 Mal diesem Zweck gedient. „The Crum“ kann nur im Rahmen einer Führung besucht werden.
3. Belfast City Hall am Donegall Square: Prächtiges Rathaus der Stadt

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| Kuppel: | 53 m hoch |
| Must-See: | Titanic Memorial |
| Architekt: | Sir Alfred Brumwell Thomas |
Majestätisch thront die monumentale Kuppel der Belfast City Hall über den Dächern der Stadt. Die prunkvolle Fassade mit ihren Säulen, Skulpturen und dem Dreiecksgiebel erinnert an ikonische Bauten aus der Barockzeit und der Renaissance.
Im Stil des edwardianischen Historismus erbaut, wurde dieses repräsentative Rathaus der Stadt Belfast im Jahr 1906 fertiggestellt. In der Great Hall und im Ratssaal seht ihr eindrucksvolle farbige Glasfenster und Gemälde mit Porträts der britischen Könige. Im umgebenden Titanic Memorial Garden erinnert ein Denkmal an die Ertrunkenen von 1912. Das älteste Pub „The Crown Liquor Saloon“ liegt ganz in der Nähe.
4. St. George’s Market: Treffpunkt in historischer Markthalle



| Lage: | Ecke Oxford & May Street |
| Erbaut: | 1896 |
| Geöffnet: | Freitags bis sonntags |
Die großzügige Markthalle des St. George’s Market stammt aus dem späten 19. Jahrhundert. Doch schon seit 1604 ist die Tradition verbürgt, dass freitags an Ort und Stelle der Variety Market mit einer erlesenen Auswahl an Obst und Gemüse stattfindet.
Samstags geht es mit dem City Food and Craft Market weiter, bevor der Sonntag dem Craft and Antiques Market vorbehalten ist. An allen drei Tagen jedoch locken Essensstände mit ausgesuchten Leckereien die Besucher an. Lasst euch mit allen Sinnen betören, denn auch Live-Bands und kulturelle Darbietungen könnt ihr erleben.
5. Botanischer Garten & Palm House: Bezaubernde Exotik

| Lage: | Botanic Avenue |
| Eröffnet: | 1828 |
| Beste Reisezeit: | Ganzjährig |
Die Botanic Gardens im Süden von Belfast verströmen viktorianisches Flair. Das gusseiserne Palmenhaus mit seiner eleganten Form und den großen Glasflächen wurde schon in den 1830er Jahren errichtet. In der grünen Lunge der nordirischen Hauptstadt fühlen sich Einheimische wie Touristen wohl, die farbenfrohen Blüten und exotischen Gewächse lassen einem das Herz aufgehen.
Im Frühjahr und Sommer blühen Geranien, Fuchsien, Rosen und Rhododendren, und im Palmenhaus ist es das ganze Jahr über schön warm. Bananenstauden, Zimt und Orchideen gedeihen im Tropical-Ravine-Haus, sogar eine tropische Schlucht gibt es.
6. Ulster Museum: Kunst, Natur und Geschichte Nordirlands

| Lage: | Botanic Gardens |
| Must-See: | Dinosaurier-Exponate |
| Eröffnet: | 1929 |
Direkt neben den Botanic Gardens gelegen, könnt ihr euch in diesem großzügigen Museum der Kultur- und Naturgeschichte Nordirlands widmen. In der naturkundlichen Abteilung werdet ihr über die Flora und Fauna von der Urzeit bis in die Gegenwart informiert.
Die Exponate der Archäologieabteilung reichen von polierten Axtklingen der Steinzeit über Goldschmuck aus der Bronzezeit bis hin zu einem Wikingerschatz und frühen keltischen Kunstwerken. Faszinierend sind die Objekte aus einem untergegangenen Schiff der spanischen Armada und die originalen Kleidungsstücke hochstehender Persönlichkeiten aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. Auch die Fans moderner Kunst kommen auf ihre Kosten.
7. Peace Wall & Politische Murals: Bemalte Mauern aus der Zeit des Bürgerkriegs

| Lage: | Falls & Shankill Road |
| Must-Do: | Spaziergang |
| Friedensschluss: | Karfreitagsabkommen 1996 |
Die Narben des Bürgerkriegs zwischen irischen Nationalisten und protestantischen Unionisten sind noch nicht gänzlich verheilt. Denn an die „Troubles“ mit ihren vielen Toten, Bombenanschlägen und einer unerbittlich reagierenden Obrigkeit erinnern die Mauern aus Wellblech und Beton.
Die Peace Walls sind 34 Kilometer lang, und die Durchgänge sind mancherorts immer noch nachts geschlossen. Auf den politischen Murals werden zwar einerseits die Opfer beklagt und die Helden besungen, jedoch in farbenfrohen Bildern auch die weitgehend friedliche Gegenwart im Zeichen der Versöhnung betont. Einen besonders guten Eindruck von diesen Friedensmauern bekommt ihr, wenn ihr an der Falls Road (Solidarity Wall) und der Shankill Road entlanggeht.
8. Cathedral Quarter: Ausgehviertel rund um St. Anne’s Cathedral


| Kathedrale: | Errichtet ab 1899 |
| Must-See: | Oh Yeah Music Centre |
| Einkehrtipp: | Muddlers Club |
Zur anglikanischen Church of Ireland gehört St. Anne’s Cathedral. Diese neoromanische Kathedrale besitzt ein prachtvolles Inneres mit Marmorboden und stimmungsvollen Buntglas-Mosaiken. Rund um die Kirche erstrecken sich die kopfsteingepflasterten Gassen des quirligen Cathedral Quarter. In den alten, behutsam renovierten Häusern schlägt das kulturelle Herz des modernen Belfast.
Einstmals Handelsviertel, haben sich hier Künstler, hippe Galerien, Cafés, Bars und Restaurants angesiedelt. Nachts ist hier immer etwas los, und auch tagsüber könnt ihr den Darbietungen von Straßenkünstlern beiwohnen. Im „Oh Yeah Music Centre“ seid ihr der Musikgeschichte Nordirlands auf der Spur.
9. Belfast Castle: Cave Hill Country Park mit Napoleon’s Nose

| Errichtet: | 1811 bis 1870 |
| Must-Do: | Nicht zu nah an den Abgrund gehen |
| Cave Hill: | Höhe 370 m |
Wie ein fantasievolles Mittelalter wirkt Belfast Castle, das tatsächlich auf eine alte normannische Burg zurückgeht. Das Schloss stammt jedoch aus dem Jahr 1870 und wurde für den Marquess of Donegall errichtet.
Mit seinen Türmchen und Erkern bietet es die perfekte Kulisse für Hochzeitspaare. Belfast Castle steht am Fuße des Cave Hill. Wenn ihr im Cave Hill Country Park unterwegs seid, habt ihr einen fulminanten Ausblick auf die Stadt Belfast weit unten. Eine beinahe senkrechte Steilklippe dieses markanten Basaltfelsens wird „Napoleon’s Nose“ genannt. Mal sehen, ob ihr hier tatsächlich die Nase des weltberühmten Korsen wiedererkennt.
10. Lagan Waterfront & „Big Fish“: Belfasts Lebensader



| Lage: | Westufer des Lagan River |
| Must-Do: | Flanieren |
| Einkehrtipp: | Holohan’s at the Barge |
Am Westufer des River Lagan treffen das alte und das topmoderne Belfast aufeinander. In einer vor Anker liegenden Barke ist ein bemerkenswertes Museum untergebracht: die Belfast Barge. Hier entdeckt ihr Originaldokumente zur Seefahrt, Fotografien und Schiffsmodelle. Belfasts schiefer Turm heißt Albert Memorial Clock Tower und befindet sich ebenfalls an der Laganside Waterfront.
Als Fotomotiv berühmt ist Big Fish, ein zehn Meter hoher Lachs aus Keramik, geschaffen vom Belfaster Künstler John Kindness. Einen grandiosen Überblick über die Szenerie habt ihr von der Aussichtsplattform des Victoria Square mit seinem Atrium und der riesigen Glaskuppel.
Weitere Reisetipps in Nordirland
Schon gewusst? Verbindet doch euren Städtetrip nach Belfast mit einem der zahlreichen Festivals. Das Belfast International Arts Festival im Herbst bietet beeindruckende Darbietungen aus den Bereichen Theater, Musik, Bildende Kunst und Film. Im Frühjahr locken nicht nur die herrlichen Blüten in den Parks, sondern auch das Belfast Film Festival mit einem hervorragenden internationalen und irischen Programm. Für alle Irish-Folk-Fans ist das Féile an Phobail im August die ideale Adresse.
Direktflüge von Deutschland nach Belfast dauern zwei Stunden. Auch ein Belfast-Besuch in Kombination mit ganz Nordirland oder der Irischen Republik lohnt sich. Die Buslinie Dublin–Belfast braucht gerade einmal zwei Stunden für die 170 Kilometer lange Strecke. Gültigen Reisepass und elektronische Reisegenehmigung (ETA) für Nordirland nicht vergessen!
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