Urlaub an der Ostsee? Für viele ist das ziemlich normal. Urlaub an der polnischen Ostsee ist hingegen noch immer ein kleiner Geheimtipp. Und noch weniger ist die polnische Metropole Danzig als echtes ganzjähriges Reiseziel bei Menschen aus Europa auf dem Zettel. Völlig zu Unrecht, denn Danzig hat neben der direkten Lage an der Ostsee jede Menge Kunst und Kultur zu bieten, tolle Ausflugsziele und interessante Orte. Wir sagen euch, was ihr in der Ostseemetropole alles gesehen haben müsst.

Top Sehenswürdigkeiten in Danzig im Überblick

Mit knapp 500.000 Einwohnern ist Danzig, polnisch „Gdansk“, die siebtgrößte Stadt Polens. Danzig ist geprägt von ihrem Hafen, der zu den größten Seehäfen im baltischen Raum zählt. Die bewegte Geschichte der Stadt ist dabei allgegenwärtig. Erst war Danzig eine florierende Hansestadt, später Schauplatz der ersten Stunden des Zweiten Weltkrieges. Die Stadt wurde dabei nahezu komplett zerstört und später originalgetreu wieder aufgebaut. Touristisch gesehen ist die historische Altstadt mit ihren farbenfrohen Gebäuden auf und um den berühmten Langen Markt sicher eines der Highlights. Aber auch an der nahen Küste liegen – nicht nur im Sommer – besondere Sehenswürdigkeiten, wie die Mole Brösen. Echte Abwechslung ist euch hier sicher!
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#danzig

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1. Langgasser Tor: Eyecatcher im historischen Stadtzentrum

Das „Golden Gate“ in Danzig ©️Patryk Kosmider
Lage:Langer Markt
Must-See:vier Skulpturen auf dem Tor
Baustil:niederländischer Manierismus

Das Langgasser Tor, polnisch: Zota Brama, ist das berühmteste Tor in Danzig. Am Ende des Langen Marktes gelegen, liegt es quasi direkt in der „Einflugschneise“ der Touristen.

Ursprünglich wurde der Bau Anfang des 17. Jahrhunderts errichtet, ersetzte hier aber ein zunächst gotisches Tor auf dem 13. Jahrhundert. Im 2. Weltkrieg wurde das Langgasser Tor zerstört und nach Ende des Krieges im Jahr 1957 wieder aufgebaut.

2. Mole Brösen: Entspannen mit Blick auf die Ostsee

Erbaut:19. Jahrhundert
Länge:136 Meter
Must-See:Sonnenuntergang

Die Mole Brösen – polnisch „Molo w Breznie“ ist ein Pier am Stadtrand von Danzig. Hier könnt ihr bequem zu Fuß etliche Meter hinaus aufs Meer laufen – natürlich ohne nasse Füße!

Besonders schön ist es auf dem Holzpier in den Abendstunden. Hier genießt ihr auf den Bänken den Sonnenuntergang über bzw. dem Meer. Und gute Restaurants findet ihr auch direkt um die Ecke an der Uferpromenade.

3. Museum des Zweiten Weltkriegs: Museum von Weltrang

Das spektakuläre Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig ©️Tomasz Warszewski
Eintritt (2022):ca. 1,50 Euro
Öffnungszeiten:tgl. 10-18 Uhr,
Montag geschlossen
Eröffnung:2017

Beeindruckend auf mehreren Ebenen – das ist das Museum des Zweiten Weltkrieges. Die Ausstellung greift die Geschichte des Krieges umfassend, teils sehr beklemmend, mit unzähligen Originalexponaten auf.

Der Bau selbst ist ebenfalls mehr als beeindruckend. Er stammt vom weltberühmten Architekten Daniel Libeskind, der unter anderem das „Mastermind“ hinter dem „One World Trade“-Center in New York ist.

4. Oliwski Park: Herrschaftliche Parkanlage und grüne Lunge

Kleiner Wasserfall im Oliwski Park ©️tuomaslehtinen
Erbaut:19. Jahrhundert
Größe:11 Hektar
Wichtig:Wege nicht verlassen!

Der Oliwski Park ist „der“ Stadtpark von Danzig. Im Park findet ihr wunderschöne Wege zum Spazieren mit tollen, französischen Gärten.
Ursprünglich gehörte der Park übrigens zu einem Kloster der Zisterzienser, die ihn als Garten anlegten. Der Klostergarten war damals nur für seine Bewohner zugänglich. Mittlerweile ist er aber für alle Menschen zugänglich.

Besonders beeindruckend ist der ehemalige Abteipalast, der im Stil des Rokoko errichtet wurde. Insgesamt hat die Parkanlage genug sehenswerte Stellen für einen ausgedehnten Spaziergang zu bieten. Ihr könnt euren Parkrundgang zwischen mehreren Routen in Länge (und Dauer) variieren.

5. Europäisches Zentrum der Solidarität: Historie und Gegenwart im Hafen

Das European Solidarity Centre in Danzig ©️Patryk Kosmider
Lage:Hafen Danzig
Eröffnung:2014
Eintritt (2022):ca. 7 Euro

Das Europäische Zentrum der Solidarität oder auch Solidarnosc-Zentrum ist ein Museum in Danzig.

Hier findet ihr unter anderem das Zentralarchiv der gleichnamigen Gewerkschaft und eine multimediale Bibliothek, in der ihr zahlreiche Inhalte interaktiv erleben könnte. Das relativ neue Museum erstreckt sich über mehrere Gebäudeteile aus Alt- und Neubauten, die architektonisch reizvoll verbunden sind.

6. Marienkirche: Sakralbau der Extraklasse in der Altstadt

Die Marienkirche in Danzig ©️Jolanthe
Baustil:Gotik
Besonderheit:Backsteinbau
Eintritt:kostenlos

Die Marienkirche ist der wohl bedeutendste Sakralbau in Danzig. Direkt im Zentrum gelegen, prägt sie die gesamte Silhouette der Stadt. Sie ist eine der größten Hallenkirchen der Welt und zählt zu den bedeutendsten Kirchen Polens. Erbaut wurde sie in den Jahren 1343 bis 1502.

Wer nach ganz oben auf den Glockenturm möchte, sollte etwas Kondition mitbringen: 409 Stufen führen bis auf 82 Meter Höhe. Als Belohnung gibt dann es eine einmalige Aussicht auf die ganze Stadt.

7. Neptunbrunnen: Danzigs heimliches Wahrzeichen

Vor allem im Abendlicht könnt ihr hier spektakuläre Fotos machen: Der Neptunbrunnen ©️INTERPIXELS
Lage:Langer Markt
Erbaut:1633
Besonderheit:geschmiedete Gitter

Der Neptunbrunnen, polnisch „Fontanna Neptune“, liegt im Herzen der Stadt vor dem bekannten Artushof am Langen Markt. Er gilt für viele Besucher und Einheimische als das Wahrzeichen der ehemaligen Hansestadt.

Der Brunnen ist ca. 500 Jahre alt und zeigt, wie der Name schon vermuten lässt, den Meeresgott Neptun. Er ist ein wirklich tolles Fotomotiv, wenn ihr in der Danziger Innenstadt unterwegs seid – besonders zur „blauen Stunde“.

8. Hevelianum: Das interaktive Wissenschaftsmuseum

Etwas unscheinbar, aber sehr beliebt: Das Hevelianum in Danzig ©️cegli
Eintritt (2022):ca. 3 Euro / Erwachsene
Öffnungszeiten (2022):täglich 8-16 Uhr
Wochende: 10-18 Uhr
Must-See:Festung und Park

Das Hevelianum ist ein Wissenschaftsmuseum in Danzig, in dem ihr auf eine interaktive Reise durch Geschichte und Technik – oder besser: durch die Geschichte der Technik – gehen könnt.

An verschiedenen Stationen laden Experimente zum selbst ausprobieren ein, die garantiert für alle zwischen 3 und 93 Jahren für Spaß sorgen. Das Museum liegt in einer alten Festungsanlage mit einem weitläufigen Park.

9. Hagelsberg: Danzigs Hausberg und Foto-Hotspot

Top Aussicht und Top Fotospot: Das Kreuz am Hagelsberg ©️new_punisher
Eintritt:kostenlos
Öffnungszeiten:rund um die Uhr
Must-See:Panorama bei Nacht

Der Hausberg von Danzig liegt direkt neben dem Hevelianum. Von hier oben habt ihr einen wunderschönen Rundumblick über die Stadt bis hin zur Ostsee.

Markant ist das große Kreuz auf dem Gipfel, welches weithin sichtbar ist. Den Hagelsberg findet ihr daher auch ohne Navi relativ leicht.

10. Westerplatte: Berühmtes Mahnmal am Meer

Westerplatte in Danzig ©️Curioso.Photography
Länge Halbinsel:ca. 2 Kilometer
Eintritt:kostenlos
Erbauung Denkmal:1966

Die Westerplatte ist eine Halbinsel vor den Toren von Danzig. Die Halbinsel erlangte im 2. Weltkrieg traurige Berühmtheit, denn hier wurde der erste Angriff auf die Stadt gestartet.

Heute erinnert ein riesiges, steinernes Denkmal an diesen Angriff, welches ihr rund um die Uhr besichtigen könnt. Daneben findet Ihr unter anderem noch Bunker- und Wehranlagen. Ein krasser, beklemmender Kontrast zum friedlichen Rauschen der Wellen.

Weitere Reiseziele in Polen und der Ostsee

Schon gewusst? Danzig war und ist von jeher – nicht zuletzt bedingt durch den Hafen – ein bedeutendes Handelszentrum für Polen und den baltischen Raum insgesamt. Die Stadt ist aber auch für ein ganz spezielles Produkt berühmt: den Bernstein. In der Altstadt findet ihr unzählige Geschäfte und Galerien, in denen ihr Bernsteine in verschiedensten Farben und Formen erwerben könnt. Natürlich bekommt ihr auch wunderschöne Schmuckstücke zu kaufen. Ihr werdet überrascht sein, wie der Stein mit dem gewissen alten Charme teils modern in Szene gesetzt wird. Und das alles zu mehr als moderaten Preisen! Generell ist Danzig ein top Reiseziel für Urlaub „on a budget“. Das Preisgefüge ist, wie fast überall in Polen, deutlich unter internationalem Niveau.

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