Die Velika Planina ist ein Almendorf wie aus dem Bilderbuch. Zwischen den urigen Almhütten grasen Kühe und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Vor den Hütten sitzen Hirten und Bauern und unterhalten sich ausgelassen bei kühlen Getränken. Und im Hintergrund? Da überragt die imposante Bergkette der Steiner Alpen die idyllische Hirtensiedlung in Slowenien.

Lohnt sich die Wanderung zur Velika Planina?

Die Velika Planina ist eine hochalpine Hirtensiedlung in den Steiner Alpen in Slowenien. Die urige Alm mit ihren alten Häusern liegt etwa 10 km südwestlich von Luče.

Von Juni bis Oktober lebt die Alm auf. Dann kehren die Hirten mit ihrem Vieh in die einfachen Hütten zurück. Die kleinen, grau verwitterten Häuschen sehen von Weitem alle gleich aus. Eine Gemeinsamkeit sind die typischen Fichtenschindeln. Im gleichen Baustil ist auch die Maria-Schnee-Kapelle errichtet, die etwas erhöht am Rande der Siedlung steht.

Auf der Velika Planina könnt ihr auch übernachten. Einige Hütten sehen von außen zwar aus wie die spartanischen Hirtenunterkünfte, sind von innen aber viel komfortabler. Die Häuschen könnt ihr sowohl im Sommer als auch im Winter mieten.

Instatipp: Postiert euch zum Fotografieren so, dass am Horizont die imposante Kulisse der Steiner Alpen mit Ojstrica, Planjava und Brana aufragt. Das ist ein toller Kontrast zu der sattgrünen Almwiese und der urigen Siedlung.

Anreise zur Velika Planina

Von München kommend, solltet ihr für die Anreise rund 5,5 Stunden mit dem Auto einplanen. Die Fahrt führt euch vorbei am Chiemsee, quer durch Österreich in Richtung Villach und schließlich über die slowenische Grenze. Denkt daran, dass ihr sowohl für Österreich als auch für Slowenien eine Vignette braucht, um Autobahnen nutzen zu können.

Wir folgen dem Navi in Richtung Ljubljana und halten uns dann nördlich. Sobald wir die Schnellstraße verlassen haben, wird es kurviger. Serpentine um Serpentine schlängeln wir uns nach oben. Bis Žaga ist es immerhin noch eine gute befahrbare Straße, danach geht es noch 20 Minuten über eine Forststraße weiter nach oben. Wir fahren, bis der Weg durch eine Schranke versperrt ist. Von jetzt ab geht es zu Fuß weiter.

Alternativ könnt ihr auch mit der Seilbahn nach oben fahren. Die liegt auf der anderen Seite. Um die Bahn zu erreichen, gebt am besten „Kamniška Bistrica“ ins Navi ein. Dort befindet sich die Talstation.

Die ersten Hütten am Wegesrand

Lage:Steiner Alpen
Höhe:1.610 Meter
Bergbahn-Ticket:17 Euro (Hin/Rück)
Must-Eat:Trnič
Beste Reisezeit:Mai bis Oktober

Der Wegweiser weist die Gehzeit mit 1 Stunde und 5 Minuten aus. Sehr genaue Angaben! Wir unterbieten die Gehzeit locker und schaffen es in unter einer Stunde zur Alm hinauf. Das liegt auch daran, dass der Weg nicht schwierig ist. Zuerst führt eine breite Forststraße durch den Wald nach oben und später über die ersten Ausläufer der Alm hindurch.

Wir kommen schon an dieser Stelle an einigen Kühen vorbei, die genüsslich kauen und sich das saftige Gras schmecken lassen. Ein paar Hütten stehen schon rum. Aber bei Weitem noch nicht so viele, wie sie uns gleich erwarten werden.

Idyllische Alm mit genialem Panorama

Dann erblicken wir die eigentliche Almensiedlung. Der Weg macht einen kleinen Schlenker und ermöglicht einen genialen ersten Eindruck der Hochalm. Kleine, graue Holzhütten stehen quer verstreut. Das Geräusch von Kuhglocken füllt die Luft. Kein Wunder, denn schließlich liegen etliche Kühe zwischen den idyllischen Häusern. Darunter sind noch einige ganz junge Kälbchen, die etwas verloren in dem hohen Gras untergehen. Hinter dem Geschehen ragen schließlich schneebedeckte Gipfel in die Höhe. Ein krasser Kontrast zu dem satten Grün im Vordergrund.

Obwohl ich die Szenerie mit eigenen Augen sehe, wirkt sie fast unecht. Ein Mann mit Latzhose quert die Alm und schaut nach den Kühen. An einer anderen Ecke steht eine Frau mit Rüschen an der umgebundenen Schürze vor einer hölzernen Hütte und schneidet Käse auf einem Holzbrett. Die Kleidung passt perfekt in das Gesamtbild. Es ist, als hätten wir eine Zeitreise unternommen und seien um einige Jahrzehnte zurückgereist. Haben wir aber nicht. Das hier ist echt.

Zeitreise in die Vergangenheit

So sieht es hier heute wirklich aus. Einen Rückblick können wir in einer der Hütten trotzdem erhaschen. Der Eintritt in die Museumshütte kostet 3 Euro. Ich ducke mich unter dem Balken der Eingangstür hindurch und stehe in einer Art Vorraum. Es ist ein schlauchförmiger Bereich, der sich um einen kleineren Innenraum zieht. Dort wurde früher das Vieh untergebracht, um es nachts vor Wölfen und Bären in Sicherheit zu bringen.

Der kleine Raum im Inneren ist alles, was der Hirte hatte. Ein Bett steht neben einer Feuerstelle. Das war’s auch schon so ziemlich. So idyllisch uns all das heute vorkommt, war es früher sicher nicht. Das war eher ein hartes, einsames Leben.

Regionale Spezialität

Neben dem Museum kommen wir schließlich in den Genuss, eine hiesige Spezialität zu probieren. Eine Wirtin zerteilt mir ein Stück Käse und reicht mir ein Bröckchen. Es handelt sich um sogenannten Trnič. Der salzige Hartkäse in Form einer Zwiebel ist eine regionale Besonderheit. Und ein Symbol der Liebe.

Früher wurden nämlich immer zwei genau gleich aussehende Zwiebelformen erstellt und mit identischen Symbolen dekoriert. Einen hat der Hirte an seine jeweilige Geliebte verschenkt. Hat sie ihn genommen, war das ein Zeichen der Ermutigung ihrerseits. Heute ist der Trnič immer noch ein bekanntes Mitbringsel. Aber eher als Souvenir als als Liebesbekundung.

Fazit

Der kurze Zustieg zur Velika Planina lohnt sich allemal. Die Atmosphäre lädt zum Entspannen und Runterkommen ein. Durch die Szenerie, die wie aus einem anderen Jahrhundert wirkt, drehen sich gefühlt die Uhren auch langsamer. Zeit spielt plötzlich keine Rolle. Ich hab mich richtig wohl gefühlt, bei meinem Streifzug zwischen den Hütten hindurch. Also nehmt euch alle Zeit, die ihr braucht, um die Stimmung aufzusaugen. Und probiert auf jeden Fall den regionalen Käse.

Wenn das Wetter mitspielt, solltet ihr die Tour noch mit dem Aufstieg auf einen der umliegenden Erhebungen kombinieren. So könnt ihr die Alm von oben bestaunen.

Und falls ihr in der Region noch mehr besuchen möchtet, dann lohnt sich darüber hinaus ein Abstecher ins Logarska-Tal. Ganz am Talschluss findet ihr einen malerischen Wasserfall. Am Slap Rinka kommt ihr bis an den Fuße des Falls heran und könnt die Gischt im Gesicht spüren.

Lage

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