Allein für diesen absolut tollen Blick auf den wunderschönen Königssee hat sich der späte Aufstieg für mich gelohnt! Das Carl-von-Stahl-Haus ist das Ziel dieser tollen Wandertour vom Königssee aus und führt durch urige Wälder und über sanfte Almen. Hier könnt ihr schließlich einkehren. Schließlich gibt es im Stahlhaus vorzügliches Essen. Außerdem könnt ihr hier übernachten und den schönsten Sternenhimmel im Berchtesgadener Land bewundern.
Lohnt sich die Wanderung zum Carl-von-Stahl-Haus?





Das Carl-von Stahl-Haus ist ein allseits beliebtes Ziel in den Berchtesgadener Alpen – einerseits wegen der guten Erreichbarkeit aus allen Richtungen, anderseits als wichtiger Ausgangspunkt für Bergsteiger und Skitourengeher, etwa für die Tour über den Hohen Göll.
Ich habe mich für den idyllischen Zustieg vom Königssee aus entschieden, der über sanfte Almwiesen und vorbei an zahlreichen Einkehrmöglichkeiten mit moderater Steigung hinauf führt. Lasst euch nicht täuschen, ein Spaziergang ist es trotzdem nicht, schließlich wollen heute über tausend Höhenmeter überwunden werden.
Dafür wartet oben im Stahlhaus leckeres Essen und ein sehr freundlicher Empfang als Belohnung. Wer über Nacht bleibt, hat gute Chancen, von der Sonnenterrasse aus einen beeindruckenden Sternenhimmel zu sehen.
Fototipp: Besonders schön finde ich, wie sich das Carl-von-Stahl-Haus an den Hang schmiegt. Für das tolle Bild im Querformat lauft ihr ein paar Meter auf dem Wanderweg zum Schneibstein hinauf und fotografiert das Göllmassiv im Hintergrund gleich mit.
Anreise nach Schönau am Königssee
| Strecke: | 8,2 km |
| Gehzeit: | 3,5 Stunden |
| Höhenmeter: | 1.125 hm |
| Höchster Punkt: | 1.736 m |
| Einkehrtipp: | Königsbachalm |
Ausgangspunkt der Wanderung ist Schönau. Mit der Bahn geht es zunächst von München nach Berchtesgaden. Das dauert etwa 2,5 Stunden mit einem Umstieg in Freilassing. Anschließend kommt ihr mit den Buslinien 841, 842, oder 843 zum Königssee.
Für die Anreise mit dem Auto von München aus nehmt ihr die A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Bad Reichenhall und folgt dann der B20 zum Ausgangsort Königssee. Dort stehen große, gebührenpflichtige Parkplätze zur Verfügung.
Toller Blick auf den Königssee beim Aufstieg
Wir erreichen den Königssee spät, definitiv zu spät, um nach dem Stahlhaus wieder ins Tal zurückzukommen. Aber das wollen wir auch gar nicht. Oben sind zwei Betten reserviert und wir sind bereit, uns beim Aufstieg ein bisschen zu beeilen. Zunächst geht es durch das Dorf bis zum ausgeschilderten Hochbahn-Weg. Der Weg ist breit genug, um selbst für Kinderwägen kein Problem darzustellen.
Wir sind jetzt im urigen Wald des Nationalparks Berchtesgaden. Hier dürfen die Bäume so wachsen, wie sie wollen und sehen dabei verdammt gesund aus. Die Sonne scheint durch die dichten Wipfel. Besonders schön ist aber der Blick darüber hinweg auf den Königssee und die umliegenden Berge. Wir überholen eine Kuhherde, die sich nur halb so motiviert den Berg hinauf quält.
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Liebliche Almwiesen und Murmeltierpfeifen
Alsbald lassen wir den Wald hinter uns. Der Weg führt jetzt über liebliche Almwiesen, umkränzt von bewaldeten Gipfeln. Neben jeder Kurve steht ein Haus oder mindestens ein Kruzifix. Hier befindet sich auch die Königsbachalm, die mit Kuchen und einem großen Kinderspielplatz auftrumpfen kann. So viel Zeit muss sein. Beim Weißbier und Brotzeitbrettl haben wir Zeit, diese herrliche Umgebung zu genießen.
Die müden Kühe sind inzwischen auch angekommen und bringen mit ihren Glocken den typischen Alpen-Sound mit. Dazwischen ertönt immer wieder ein lautes Pfeifen, das zwei Wanderer am Nachbartisch als Murmeltierschrei identifizieren. Die Sonne steht jetzt tief genug, um jeden einzelnen Grashalm zum Glänzen zu bringen. Zeit für uns, weiterzugehen.
Der Weg bleibt weitestgehend gleich: breiter Weg, weite Wiesen, kleine Waldstückchen und viele, kleine Hütten und Häuser. Bei einem machen wir noch mal kurz Halt, um in der Tränke unsere Wasserflaschen aufzufüllen. Die freundlichen Wirte hätten uns auch noch mit einem Bier beglücken können, aber langsam müssen wir uns wirklich sputen.
Bald erreichen wir das Schneibsteinhaus – hier kann man ebenfalls übernachten und einkehren. Das Haus liegt nur 15 Minuten unter dem Stahlhaus und ist daher sicherlich eine gute Alternative.
100 Jahre Hüttengeschichte im Carl-von Stahl-Haus
Das Stahl-Haus ist aber mindestens genauso schön. Mit „Stahl“ hat es übrigens herzlich wenig zu tun, die Alpenvereinshütte und auch der Gastraum sind gänzlich holzvertäfelt. An den Wänden hängen Gams-Geweihe und historische Ski, außerdem Fotos aus 100 Jahren Hüttengeschichte.
Den Namen verdankt das Haus dem deutschen Unternehmer Carl Stahl, der der Alpenvereinssektion Salzburg das nötige Geld für die Hütte spendete. Er selbst erlebte die Einweihung des Hauses am 22. Juli 1923 übrigens nicht mehr.
Uns begegnet im Stahl-Haus ein junges Team und ein ganz besonderes kulinarisches Angebot: Hier gibt’s ein dreigängiges Menü, gekrönt von Kaiserschmarrn als Nachtisch! Nun erwartet uns nur noch eine kuschelige Nacht im Matratzenlager und am nächsten Morgen ein leckeres Frühstücksbuffet.
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Fazit
Die Wanderung zum Carl-von-Stahl-Haus ist ein echter Allrounder: Sie ist einfach zu gehen, durch die Länge dennoch fordernd und bietet hervorragendes Königssee- und Almenpanorama. Das Stahlhaus selbst ist eine urige Hütte mit fantastischer Küche und freundlichem Empfang. Unbedingt warme Kleidung einpacken und nachts von der Hüttenterrasse aus nach Sternschnuppen Ausschau halten!
Wer noch einen Gipfel erklimmen möchte und genug Zeit und Kondition hat, der geht einfach anderthalb Stunden weiter zum Schneibstein. Am nächsten Tag könnte man über den Weg über den Gipfel übrigens auch Richtung Gotzenalm fortsetzen und sich so eine eigene kleine Hüttentour zusammenstellen. Wer eher weniger Zeit und Kondition hat, kommt auch in unter einer Stunde von der Jenner-Bergstation aus zum Stahlhaus.
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