Von unten wirkt die Langkofelgruppe in den Dolomiten, als sei es unmöglich, sie zu besteigen. Es sieht aus, als seien die steilen Felswände oberhalb von Val Gardena (Gröden) nur wirklich talentierten Kletterern vorbehalten. Trotzdem führt mich die Wanderung heute direkt durch die Langkofelgruppe hindurch. Ganz ohne Kletterausrüstung.

Lohnt sich die Wanderung durch die Langkofelscharte?

Der Langkofel im Grödnertal gilt als Hausberg von St. Christina. Imposant erhebt er sich über die Dächer des urigen Örtchens und ist schon von Weitem zu sehen. Mit dem Auto reisen wir aus München kommend an. Die Fahrzeit von 3,5 Stunden ist überschaubar.

Trotzdem solltet ihr besser ein wenig mehr Zeit einrechnen. Je nach Verkehr kann es vor allem an den Mautstationen und am Brenner zu Stau kommen. Geparkt haben wir direkt am Hotel in Wolkenstein, ganz am Ende des Tals.

An der Wand des Langkofels entlang

Länge: 15,4 km
Höhenmeter:ca. 800 hm
Dauer:4,5 Std.
Schwierigkeit:mittel
Beste Jahreszeit:Mai bis Okt

Aus Wolkenstein starten wir am nächsten Morgen mit der Seilbahn. Also raus aus dem Hotel, 10 Minuten zu Fuß durch den Ort und dann mit der Ciampinoi-Bahn auf den gleichnamigen Berg hinauf. Die Auffahrt kostet für einen Erwachsenen 14 Euro.

Durch die Bergfahrt spart ihr euch schon einige Höhenmeter, denn so seid ihr direkt auf einem Plateau und legt die paar Meter in Richtung Langkofel im Handumdrehen zurück. Dann seid ihr auch schon auf dem Rundweg.

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Folgt zuerst der Beschilderung Richtung Langkofelhütte. Da geht es anfangs über einen breiten Wanderweg und wenig später schon über einen schmaleren Trail an der steilen Wand der zerklüfteten Langkofelwand entlang.

Durch Geröll steil bergauf

Der Weg wird steiniger und steiler. Rechts und links liegen große Felsbrocken, die zum Teil schon vor Jahrtausenden aus dem Massiv herausgebrochen sind. Die Gegend ist als „Steinerne Stadt“ bekannt.

Der Weg führt mitten hindurch immer weiter in die Bergwelt hinein. Und plötzlich sind wir umgeben von riesigen Felswänden. Vor uns liegt die Langkofelhütte. Dahinter erheben sich Gesteinstürme. Felsnadeln ragen gen Himmel. Alles ist so imposant, so riesig.

Zudem ist das Wetter sensationell. Der blaue Himmel lässt die Kontraste viel deutlicher erscheinen und die Septembersonne taucht alles in ein warmes Licht. Oberhalb der Gipfel kreisen Paragleiter. Es ist, als seien wir in einer anderen Welt. Hier herrschen andere Dimensionen.

Instatipp: Kurz vor der Langkofelhütte gibt es einen super schönen Fotospot. Dann habt ihr die Hütte und die Felswände im Hintergrund.

Scharte mit Tiefblick

Das Ziel rückt in Sichtweite. Dort oben blitzt bereits die Scharte heraus. Kamen uns zuvor noch viele Menschen entgegen, wird es nun etwas ruhiger auf dem Wanderweg. Wir legen dafür einen Gang zu. Von dort oben führt nämlich eine Bergbahn nach unten und die wollen wir nicht verpassen. Sonst müssen wir zu Fuß absteigen.

Das Tempo ist anstrengend, lohnt sich aber. Denn so haben wir oben noch Zeit, die Aussicht zu genießen. Vor uns liegt der große Gletscher der Marmolada. Links davon blicken wir auf den Sass Pordoi im Sellastock. Und zu meiner Rechten rumpelt bereits die Seilbahn in der Station. Die kultige Kabinenbahn sollte auch nochmal zum Highlight werden.

Die kleinen Gondelchen werden nämlich in der Station nicht umgeleitet und abgebremst. Stattdessen müssen wir hier in voller Fahrt aufspringen. Der Liftler schubst uns regelrecht ins Innere. Unten werden wir genau so auch wieder hinausgezogen. Eine abenteuerliche Fahrt also.

Fazit

Insgesamt gibt es eine klare Empfehlung für die Tour durch die Langkofelscharte. Die Landschaft ist sensationell. Bei gutem Wetter habt ihr außerdem einen richtig tollen Blick. Mit knapp 800 Höhenmeter und ohne besonders ausgesetzte Stellen ist die Wanderung gut als Tagesausflug machbar. Einkehren und Stärken könnt ihr euch zum Beispiel in der Langkofelhütte.

Wenn ihr die Tour andersherum geht, ist sie außerdem weniger anstrengend. Dann könnt ihr mit der kultigen Seilbahn vom Sellajoch nach oben fahren und den Weg durch die Scharte absteigen.

Lage

Praktische Links

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