Montenegro ist noch ein kleiner Geheimtipp in Europa und wird es hoffentlich auch noch eine ganze Weile bleiben. Denn in dem Land auf dem Balkan gibt es einzigartige Möglichkeiten, die besondere Natur auf ziemlich ungewöhnliche Weise zu erleben. Nämlich, indem man durch sie hindurch fliegt – per Zipline. Und gerade bei der zweitgrößten Schlucht der Welt ist so eine Seilrutsche schon etwas nicht gerade Alltägliches.

Lohnt sich die Zipline durch die Taraschlucht?

Die Tara-Schlucht, benannt nach Montenegros längsten Fluss Tara, ist die größte Schlucht Europas und nach dem Grand Canyon die zweitgrößte weltweit. An ihrer tiefsten Stelle geht es mehr als 1,5 Kilometer nach unten. Insgesamt ist die Schlucht 78 Kilometer lang. Direkt an der Djurdjevica-Brücke befindet sich das Ziplining. Wer also von der einen Seiten der Schlucht auf die andere fliegt, tut das direkt neben dem imposanten 150 Meter hohen Bauwerk. Weil ja die riesige Schlucht noch nicht eindrucksvoll genug gewesen wäre …

#montenegro #ziplining

Instatipp: Wer sich traut, sollte unbedingt ein Video davon machen, wie es bei Höchstgeschwindigkeiten von der einen Seite der Schlucht hinüber zur anderen geht. Haltet aber bitte die Kamera oder das Handy gut fest, anderenfalls könnt ihr zusehen, wie es in den Tiefen der Schlucht auf Nimmerwiedersehen verschwindet.

Anreise zur Taraschlucht

Wie die meisten Dinge in Montenegro, ist auch die Tara-Schlucht am besten mit dem Mietwagen zu erreichen, denn da es sich bei der Djurdjevica-Brücke tatsächlich nur um eine Straßenbrücke handelt, gibt es wenig Gründe, dort unbedingt eine Bushaltestelle zu installieren. Oft sind die Schlucht und die Brücke aber Teil von organisierten Tagesausflügen durch Montenegro, wobei vermutlich Kooperationen im Spiel sind, weil aktiv angeboten wird, dass Gäste sich kurz eine Viertelstunde Zeit nehmen, um das Ziplining auszuprobieren.

Den richtigen Zipline-Anbieter wählen

Links und rechts der Brücke befinden sich zwei verschiedene Anbieter für Ziplining und auch bei geführten Tagestouren habt ihr die Wahl. Bei dem einen Anbieter kostet eine Einzelfahrt 10 Euro, bei dem anderen doppelt so viel. Der Preisunterschied liegt darin begründet, dass nur einer der beiden Anbieter ein Zertifikat hat (und es ist nicht der billigere). Ich denke, die Frage, welchen von beiden ich genommen habe, stellt sich hier gar nicht.

Ausrüstung, Vorbereitung & Nerven haben

Viel benötigt man nicht. Eigentlich nur ein Seil und Sitze, die mit Karabinerhaken daran befestigt werden. Tatsächlich braucht es wahrscheinlich auch nicht viel mehr, aber ich hätte doch gerne irgendwie etwas Aufhebens um meine Sicherheit gemacht. Einfach nur, weil mir der Gedanke gar nicht so behagt, an nur einem Seil über mehreren hundert Metern Abgrund zu hängen. Trotzdem gibt es eine kurze Einweisung, wie der Sitz funktioniert, wo man sich festhalten soll und wie man richtig sitzt. Allerdings geht das Ganze recht flott, vornehmlich, weil es für die Mitarbeiter dort schon gar keine große Sache mehr ist. Für mich allerdings schon.

Zwischen Begeisterung und zitternden Knien

Ganz ehrlich, ich hatte Angst. Nur an ein paar Seilen über dem Nichts zu hängen, während die Füße frei baumeln und ich auch noch mit einer Hand ein Handy festhalten soll, ist sicher nicht angenehm. Aber es macht trotzdem sehr eindrucksvoll bewusst, wie klein man sich im Vergleich zu so gigantischer Natur fühlen kann. Denn die Aussicht und das Erlebnis als solches sind unglaublich. Aber selbst wenn die Fahrt vielleicht maximal eine Minute gedauert hat, haben mir danach noch recht lange die Knie gezittert.

Fazit

Auch wenn es eigentlich nur Hinsitzen und Aussicht genießen ist, Ziplining in der Tara-Schlucht kostet sicher Überwindungen. Trotzdem kann ich es jedem empfehlen: Erstens, weil ihr anschließend stolz sein werdet und zweitens, weil es einen Blick auf die gewaltigen Ausmaße der Natur nicht oft gibt. Hier bekommt ihr im wahrsten Sinne eine neue Perspektive und die ist das bisschen Adrenalin sicher wert. Achtet nur darauf, dass ihr sie euch wirklich anseht. Da das Ganze nämlich recht schnell geht und ihr eingangs möglicherweise wie ich mit Todesangst beschäftigt seid, verpasst ihr die Aussicht vielleicht.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Wer noch mehr Adrenalin möchte, dem empfehle ich, in Montenegro auch eine Raftingtour auf der Tara zu machen. Das Besondere ist hierbei, dass ihr buchstäblich zwischen zwei Ländern unterwegs seid, denn das eine Ufer ist Montenegro und das andere Ufer ist Bosnien. Je nach Jahreszeit werden auch kurze Stops gemacht, damit ihr von den Felsen ins Wasser springen könnt. Allerdings war das Wasser in meinem Fall selbst im Mai noch schockierend kalt.

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