Island ist bekannt für seine raue Landschaft, sein ungemütliches Wetter und glücklicherweise, weil praktisch zum Aufwärmen, auch für seine heißen Quellen. Die berühmteste der heißen Quellen ist sicher die Blaue Lagune in der Nähe von Reykjavik, die jährlich viele Touristen aus aller Welt anzieht, die sich gerne einfach in dem angenehm warmen Wasser treiben lassen wollen. Falls ihr einen Besuch der Blauen Lagune plant, erfahrt ihr hier, ob es sich lohnt.

Lohnt sich die Blaue Lagune bei Reykjavik?

In der Nähe von Reykjavik liegt die Blaue Lagune, eine der am meisten besuchten Touristenattraktionen in Island. Das Wasser in dem 5.000 Quadratmeter großen Thermalfreibad ist zwischen 37 und 42 Grad warm und hat heilende Kräfte bei verschiedenen Hautkrankheiten. Zur weiteren Behandlung werden auch Schlammpackungen und Massagen im angeschlossenen Spa angeboten. Das Bad erhielt im Jahr 1999 den Isländischen Umweltpreis und wurde im Jahr 2008 aufgrund des großen Besucherandrangs weiter ausgebaut.

#island #sehenswürdigkeiten

Instatipp: Das obligatorische Foto in der Blauen Lagune ist wohl das Selfie in dem leuchtenden weiß-blauen Wasser mit einer Schlammpackung im Gesicht. Unter dem Standort-Tagging Blue Lagoon Iceland gibt’s ein paar Anregungen.

Anreise zur Blauen Lagune

Die bequemste Variante ist sicher der eigene Mietwagen, der für Island sowieso zu empfehlen ist. Von Reykjavik ist die Blaue Lagune damit in knapp 50 Minuten und vom Flughafen in einer Viertelstunde zu erreichen. Auch fahren öffentliche Busse zur Lagune, mit stündlicher Abfahrt aus der Hauptstadt. Verschiedene Touranbieter und auch der Betreiber der Blauen Lagune bieten Transfers vom/zum Hotel an.

Sehr großer Menschenandrang

Ganz klar, hier herrscht Massenabfertigung. Schon bei der Parkplatzsuche wird deutlich, dass wir bestimmt nicht die einzigen im Thermalbad sein werden und der Eindruck wird beim Schlangestehen an der Kasse oder in der Umkleide auch nicht besser. Im Wasser, zumindest am Anfang des Beckens, ist es nicht weniger voll, weil sich mit Schlamm beschmierte Menschen an den in die Becken eingelassenen Bars tummeln. Etwas weiter hinten gibt es aber dann doch noch einige ruhigere Ecken, wo man sich in Ruhe treiben lassen und den Sternenhimmel beobachten kann.

Unbedingt vorher Tickets reservieren

Aufgrund des hohen Besucherandrangs, sollte man über das Online-Reservierungssystem der Blauen Lagune buchen. Sonst sind nämlich nur noch kleine Zeitfenster von 2 Stunden frei und für einen so kurzen Aufenthalt ist der Eintrittspreis schon heftig. Das günstigste Paket kostet immerhin 50 Euro und umfasst den Besuch des Thermalfreibads, eine Schlammpackung, die dort in großen Töpfen zur Nutzung bereitsteht, den Gebrauch eines Handtuchs und ein Freigetränk. Neben Tageseintritten sind auch Angebote mit Aufenthalten im zugehörigen Hotel verfügbar.

Eine ruhige Ecke unter dem Sternenhimmel

Hat man einmal eine ruhige Ecke in der Blauen Lagune gefunden, wo niemand ein Matschgesicht-Selfie macht, kann man tatsächlich einmal durchatmen, die Muskeln im warmen Wasser entspannen und sich treiben lassen. Da ich am Abend dort war, hatte ich das Glück, mir dabei einen wunderschönen Sternenhimmel ansehen zu können. Deswegen empfehle ich, wenn möglich, unbedingt ein Zeitfenster am Abend zu reservieren. Im Winter dürfte das nicht schwer fallen, weil es in Island dann sowieso ständig dunkel ist.

Fazit

Wer nur einen kurzen Aufenthalt in Reykjavik hat, sollte sich das Erlebnis der heißen Quelle gönnen. Wer aber etwas mehr Zeit hat, sollte sich einfach ein Mietauto ausleihen und durch das Land fahren, denn es gibt sicher mehr als eine heiße Quelle dort und jede davon ist sichtlich weniger überfüllt als die Blaue Lagune in Reykjavik, wo Massentourismus herrscht. Die eigentliche Erfahrung, im warmen Wasser unter dem Sternenhimmel inmitten der beeindruckenden Natur Islands zu treiben, ist nämlich wirklich großartig.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Wer nach Island fährt, mit der Hoffnung, Nordlichter zu sehen, sollte im Voraus prüfen, wann die beste Reisezeit dafür ist. Wir haben bewusst den Monat November ausgewählt und hatten Glück. Sicher gibt es aber viele, die sich Sorgen machen, weil es dann am Tag nur sehr wenig Tageslicht gibt. Aber gerade diese Erfahrung ist etwas, was ich sehr empfehlen kann, denn dadurch, dass die Sonne nur knapp über den Horizont steigt, bevor sie wieder verschwindet, wird das ganze Land in ein wunderschönes rotgoldenes Licht getaucht, das alles noch ein kleines bisschen besonderer macht.

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