So leise wie möglich laufe ich unserem Ranger hinterher. Keiner darf reden. Es ist absolute Stille. Es existiert nur der seichte Wind und die Geräusche der Natur um uns herum. Ich bin wahnsinnig aufgeregt, habe aber aber auch immensen Respekt davor, dass ich mich ungeschützt zwischen Löwen, Hyänen und Geparden befinde. Ein Geparden in freier Wildbahn zu beobachten, davon habe ich schon lange geträumt. Im Mountain Zebra Nationalpark bei Cradock in Südafrika soll das möglich sein, und zwar auf einer Cheetah Tracking Tour.

Lohnt sich das Cheetah Tracking im Mountain Zebra Park?

Der Mountain Zebra National Park ist immer noch ein kleiner Geheimtipp, wenn es um das Beobachten von Geparden geht. Zur Forschung wurden zwei Geparden mit Funkhalsbändern ausgestattet. Die beiden heißen Mapula und Angela und können auf der Cheetah Tracking Tour beobachtet werden. Insgesamt wurden im Park zuletzt 17 Geparden gezählt. Die Wahrscheinlichkeit einen Geparden zu sehen, ist daher besonders hoch. Der 284 Hektar große Nationalpark ist aber vor allem für die Bergzebras bekannt und beherbergt ebenso Löwen, Hyänen, Büffel, Gnus und eine Vielzahl von Antilopen sowie einige Karakale und Erdwölfe. Unterkünfte gibt es in allen Preisklassen.

#südafrika

Instatipp: Den Sundowner Drive buchen und atemberaubende Aufnahmen des Sonnenuntergangs über den Bergen schießen. Das seichte Licht hüllt die Bergketten in eine magische Silhouette und ist ein beliebtes Fotomotiv.

Anreise nach Cradock

Der Park liegt 3 Stunden nördlich von Port Elizabeth, in der Nähe der Stadt Cradock. Eine Unterkunft kann über die offiziellen Website der südafrikanischen Nationalparks gebucht werden. Empfehlen würde ich mindestens zwei Nächte, weil der Park wie eine kleine Stadt ist, ausgerüstet mit einem Restaurant, Supermarkt, Tankstelle und Grillplätzen, einem Swimmingpool und wunderschönen Hiking Trails. Die Unterkünfte sind modern, gepflegt und komplett ausgestattet zur Selbstversorgung. Wer die 4×4 Wege nehmen möchte, sollte vorher ein Allradauto anmieten, da nicht alle Wege mit einem normalen Auto befahren werden können. Ein Muss ist es jedoch nicht.

Eine Stadt im Nirgendwo

Ich hatte kein Allradauto gemietet und so rumpelte ich die ungeteerte Straße zum Eingang des Parks entlang. Eine kurze Registrierung und Zahlung des Eintritt reicht, um durch die Toren des Parks zu gelangen. Es ist ein herrlicher Tag. In der Ferne sehe ich die ersten Antilopen und ein wohlig warmes Gefühl kommt auf – das Gefühl auf Entdeckungsreise zu sein. Angekommen am sogenannten „Rest Camp“ bin ich verblüfft: eine kleine Stadt im Nirgendwo. Ich kaufe einen gekühlten Weißwein im hauseigenen Mini-Supermarkt und genieße diesen auf meiner eigenen Terrasse.

Geparden-Tracking vorab reservieren

An der Rezeption würde ich vorab die Aktivitäten für die nachfolgenden Tage buchen, da es auch schon mal sein kann, dass gewisse Aktivitäten bereits ausgebucht sind. Angeboten werden neben der Geparden-Wanderung, auch Safaris im Auto sowie Besichtigungen der Steinmalereien im Park. In eurem Gepäck sollte definitiv eine auffüllbare Flasche Wasser sein, eine gute Kamera und ein Fernglas sowie Sonnenmilch und Anti-Moskito-Spray. Wer grillen möchte, sollte alle benötigten Zutaten besser vorab in einem Supermarkt kaufen, wo die Preise günstiger sind und die Auswahl größer ist.

Can you spot Mapula?

Am nächsten Morgen um 8:30 Uhr ist es dann soweit. Wir gehen schnell, weil Mapula sich bewegt. Es ist brühend heiß und ich ärgere mich wieder, keine Sonnencreme mitgenommen zu haben. Unser Ranger Richard hebt die Hand und unsere kleine Kolonne bleibt stehen. Er dreht sich um und schaut zu mir. „Can you spot him?“ und meine Augen durchsuchen aufgeregt die Umgebung. Es ist schwierig, doch es vergeht nur eine Sekunde bis ich ihn entdecke. Er ist göttlich, anmutig und ich muss mir die Hand vor den Mund pressen, um nicht freudig los zu schreien. Für mich, als Mitarbeiterin in einem Natur Reservat, in dem es keine Geparden gibt, wird ein Traum wahr.

Fazit

Der Mountain Zebra Park ist in Kombination mit der Geparden-Wanderung ein absoluter Genuss fürs Auge. Der Park hat nicht nur eine atemberaubende Landschaft aus Bergen, Busch und der berühmten Graslandschaft, sondern auch eine immense Anzahl an verschiedenen Wildtieren. Das „Cheetah Tracking“ ist absolut tierfreundlich, weil man dem Geparden auf ca. 10 Meter für maximal 15 Minuten zu Fuß beobachten kann und danach leise wieder den Rückweg antritt. Übernachten kann man in verschiedenen Preisklassen, sogar Zelten für 10 Euro am Tag wird angeboten.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Für die Geparden-Wanderung muss man gut zu Fuß und fit sein, da es durchaus sein kann, dass man 5 bis 10 km querfeldein wandern geht, bis man den Geparden erblicken kann. Das Tracking ist erst für Kinder ab 16 Jahren geeignet. Möchte man es ruhiger angehen gibt es am Abend einen wundervollen Game Drive, indem bei Sonnenuntergang Getränke und Snacks gereicht werden. Ein tolles Erlebnis, da hier auch die 4×4-Wege befahren werden, ohne dass man extra ein Allrad-Auto anmieten muss. Im Park darf man übrigens nur 40 km/h fahren, deshalb sollten vorher die Distanzen gecheckt werden. Die Tore werden zwischen 18 und 19 Uhr geschlossen.

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