Noch zwei, drei Schritte und wir haben es endlich geschafft. Die Einheimischen an der gleichnamigen Schaukel klatschen Beifall und freuen sich sichtlich, dass sich zwei verschwitzte Touris während der sengenden Mittagshitze an den wohl schönsten und abgelegensten Strand auf Nusa Penida gewagt haben – den Diamond Beach im Osten der Nachbarinsel Balis. 

Lohnt sich ein Besuch des Diamond Beaches in Indonesien?

Der Diamond Beach befindet sich auf Nusa Penida, der größten der drei paradiesischen Nachbarinseln, circa 12 Kilometer südöstlich von Bali. Der Ort liegt genau zwischen dem bekannten Atuh Beach und dem Thousand Islands Viewpoint und ist nur über unzählige Treppen zu erreichen. Doch falls ihr den Abstieg wagt, werdet ihr mit einem der schönsten und am wenigsten besuchten Strände Indonesiens belohnt. 

Bevor ihr die Anreise nach Nusa Penida antretet, hier noch ein wichtiger Tipp am Rande: Auf der 209,4 km² großen Insel gibt es nur eine Hand voll Bankautomaten, welche meistens leer sind und sehr unregelmäßig nachgefüllt werden. Nehmt also unbedingt bereits genug Bargeld von Bali aus mit.

Instatipp: Für einen großartigen Schnappschuss genügt es, wenn ihr lediglich die ersten paar Stufen hinabsteigt. Die meisten Reiseblogger und Instagrammer haben es vor Ort nicht anders gemacht.

Anreise zum Diamond Beach

Ihr erreicht die indonesische Trauminsel und somit auch den Diamond Beach nur über sogenannte Speedboats, die an der Küste des kleinen balinesischen Dorfes Sanur auf euch warten. Für umgerechnet 12,75 Euro seid ihr nach einer 30-minütigen Fahrt übers offene Meer bereit für euer Inselabenteuer. Wem bei stark schaukelnden Bootstouren schnell einmal übel wird, der sollte sich vor der Abfahrt mit notwendiger Arznei eindecken.

Aufgrund der katastrophalen Zustände der Straßen auf Nusa Penida empfehle ich euch eindringlich, einen ortsansässigen und privaten Fahrer für den Besuch des Diamond Beaches zu buchen. Mein Reisepartner ist erfahrener Motorradfahrer und hatte trotzdem durchgehend deutliche Probleme beim Manövrieren – von den starken Rücken- und Gesäßschmerzen aufgrund der riesigen Schlaglöcher am nächsten Tag ganz zu schweigen. Im Nachhinein würden wir beide definitiv einen Chauffeur verpflichten. Das ist trotz der etwas teureren Angelegenheit (rechnet hier mit circa 40 Euro pro Tag) am Ende des Tages stressfreier und sicherer.

Der Eintritt zum Diamond Beach beträgt umgerechnet 50 Cent. Die zusätzlichen Parkgebühren belaufen sich ebenfalls auf nur wenige Cent. Wer etwas mehr für den Schutz und den Erhalt der Natur ausgeben möchte, der kann direkt am Eingang ergänzend Geld nach eigenem Ermessen spenden.

Über Stock und Stein: Waghalsiger Abstieg zum Diamond Beach

Eintritts- und Parkkosten:15,000 IDR in bar (0,86 Euro)
Dauer des Abstiegs: 30 Minuten
Must-Do:Schaukeln
Hoteltipp:Rumah Pohon Treehouse
Beste Reisezeit:März – Oktober (Trockenzeit)

Ich streife mir die Haare aus dem Gesicht und staune nicht schlecht, als ich nach unserer ruckeligen Anfahrt den Motorradhelm abnehme, um die Schönheit des Diamond Beaches in voller Pracht bestaunen zu können. „Ein paar Fotos direkt am Anfang der Treppen reichen mir vielleicht doch!“, rufe ich teils gerädert, teils ängstlich in Richtung meines Reisepartners. Höhen und Klippen waren noch nie mein Ding, tolle Aussichten allerdings schon. Dass ich dafür meinen inneren Schweinehund schon das eine oder andere Mal überwinden musste, weiß ich auch in diesem Moment. Nach ein wenig gutem Zureden meines Freundes, wage ich dann doch den Abstieg. Wer zu tollen und außergewöhnlichen Orten will, der muss eben manchmal mutig sein.

Seit 2018 ist dieser Abstieg durch das Herausmeißeln der Treppen aus dem Kalksteinfelsen überhaupt erst möglich gemacht worden – verrückt, oder? Diese Stufen schlängeln sich allerdings teilweise ohne sicherheitsgebende Seile eng an den Felsen entlang. Lasst euch deshalb beim Ab- und anschließenden Aufstieg viel Zeit und gebt gut auf euch Acht. Wann immer ein Seil zum Festhalten zur Verfügung steht, solltet ihr es unbedingt benutzen. Tragt festes Schuhwerk und einen nicht allzu großen Rucksack.

Einsamer Strandtag mit Meeresschaukel

Schritt für Schritt, Stufe für Stufe kommen wir unserem Ziel näher. Und es war keineswegs so schlimm wie anfänglich gedacht. Unten am Diamond Beach erwartet uns schlussendlich ein feiner und glitzernd weißer Sandstrand, ein schnuckeliges kleines Warung (indonesisch für: „Lädelchen“) und zwei tolle instagrammable Spots. Nämlich eine riesige Meeresschaukel und ein sogenanntes „Bird’s Nest“.

Wir haben uns insgesamt circa zwei Stunden am Diamond Beach aufgehalten, inklusive Abstieg und Aufstieg, ein paar entspannter Spaziergänge und einer spektakulären Schaukelrunde, die umgerechnet 5,71 Euro kostet, aber ihren Preis in meinen Augen allemal wert ist. Also perfekt für einen Halbtagesausflug. Schwimmen waren wir damals nicht, da die Wellen zu unserer Besuchszeit schon recht hoch waren. Achtet bei einer kurzen Erfrischung im Ozean also unbedingt ausreichend auf euch.

Ich empfehle euch den Auf- und Abstieg direkt nach Sonnenaufgang, da zu dieser Zeit kaum bis gar keine anderen Touristen vor Ort sind und ihr euch nicht in der warmen Mittagssonne körperlich betätigen müsst, um zu eurem Sehnsuchtsziel zu gelangen.

Fazit

Die Schönheit des Diamond Beach ist weder in Worte zu fassen noch ausreichend auf Fotos einzufangen. Man muss diesen besonderen Strand und das gesamte „Drumherum“ unbedingt mit eigenen Augen sehen und erleben. Besonders gut hat der Kontrast der weißen Treppenstufen und hellen Felsen zum teilweise tiefblauen Meer gefallen. Aber auch die Freundlichkeit der Mitarbeiter vor Ort hat mir nicht nur direkt während unseres Aufenthalts, sondern noch viele Tage danach ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Zur perfekten Atmosphäre hat sicherlich auch die Tatsache beigetragen, dass wir während unseres Besuchs nur zwei weiteren reisenden Menschen begegnet sind. Ich liebe exklusive Orte, die einem das Gefühl absoluter Freiheit vermitteln und unsere Seelen einmal so richtig zur Ruhe kommen lassen. Das ist in unserer heutigen schnelllebigen Zeit wirklich Gold wert.

Zusatztipp: Nicht weit vom Diamond Beach entfernt, nämlich knapp fünf Minuten Autofahrt, könnt ihr in einem der spektakulärsten Baumhäuser der Welt via AirBnB übernachten. Dort befindet sich das Rumah Pohon Treehouse. Bucht eure Wunschdaten so früh wie nur irgendwie möglich, diese außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit ist nämlich oft Monate im Voraus ausgebucht.

Lage

Praktische Links

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