Um 5 Uhr morgens ist an Schlaf nicht mehr zu denken. Denn als sich die Sonne langsam über den Horizont schiebt, explodiert der Dschungel rund um den Chiao-Lan-See buchstäblich vor Leben. Und obwohl diese Nacht in Sachen Schlaf sicher nicht die beste meines Lebens war, war sie es irgendwie doch. Weil ich sie in schwimmenden Bungalows auf einem See mitten im Khao Sok Nationalpark in Thailand verbracht habe.

Die Floating Bungalows im Überblick

Knapp 15 Bungalows, schwimmend im Chiao-Lan-See in Thailand, jeder einzelne für ungefähr 3 Personen ausgelegt. Geschlafen wird auf Matratzen und jeder Bungalow hat ein eigenes Badezimmer.

Zur Anlage gehört ein Gemeinschaftsbereich, in dem das Essen serviert wird. An den Stegen befinden sich Kanus, die frei genutzt werden können und Leitern, falls jemand im See schwimmen gehen will.

Wer Luxus und ein Fünf-Sterne-Hotel möchte, ist bei den schwimmenden Bungalows auf dem Chiao-Lan-See sicher falsch, denn da alle Bungalows über einen Steg miteinander verbunden sind, schwankt das ganze Gebäude jedes Mal, wenn draußen jemand vorbeigeht. Ihr kriegt also sicher nicht den besten und erholsamsten Schlaf.

Instatipp: Es ist sicher ein typisches Instagram-Klischee, aber der Sonnenuntergang über dem See ist das perfekte Fotomotiv. Die Farben wechseln von orange zu pink zu dunklem Lila zu Nachtblau. Mit einer Aufnahme werdet ihr nicht auskommen, also macht lieber eine Serie.

Transfer mit organisierter Tour

In zahlreichen Unterkünften rund um den und auch im Khao-Sok-Nationalpark wird die Übernachtung zusammen mit Touren angeboten. In diesem Fall ist der Transfer inbegriffen und angenehm stressfrei.

Es geht aber auch auf eigene Faust. Von Surat Thani, Krabi oder Phuket fahren regelmäßig Busse zum Khao-Sok-Nationalpark. Die Fahrt dauert 2-3 Stunden. Danach geht es weiter über den Ratchaprapha Staudamm, wo die berühmten Langboote warten, um Touristen zu den Bungalows zu fahren.

Mittlerweile gibt es mehr als 10 Ressorts mit schwimmenden Bungalows auf dem See, es sollte aber trotzdem unbedingt im Voraus reserviert werden. In meinem Fall war die Unterkunft sogar überbucht und es wurden einfach fünf fremde Backpacker in ein Bungalow gequetscht.

Eine fantastische Kulisse

Die Ausmaße dieses gigantischen Stausees begreife ich erst, als ich mich schon mitten darauf befinde. Mit dem Longboat geht es mit reichlich Tempo an den bizarren Felsformationen von Hin Sam Glur (die 3-Brüder-Felsen) vorbei, die aus dem Wasser ragen und der Dschungel am Ufer strahlt in sattem grün gegen das Blau des Sees und des Himmels an.

Auch wenn dieser Ausflug mit Übernachtung auf dem See heftig teuer war, bin ich doch froh, es gemacht zu haben, denn ich weiß schon jetzt, dass es ein unvergessliches Erlebnis werden wird.

Einrichtung eher Basic, hier geht es um das Erlebnis

Ich hab es oben schon gesagt, die Bungalows sind sicher kein Hilton. Mehr als eine Hütte mit Matratzen werdet ihr nicht bekommen. Badezimmer mit WC und Dusche gibt es aber. Auch die Geräuschkulisse (und hier meine ich nicht den Dschungel) ist nicht ideal, denn der Steg zwischen den Bungalows ist aus Metallplatten und entsprechend geräuschvoll ist es, wenn jemand darüber geht.

Aber für eine Nacht war es mir tatsächlich sehr egal, denn dafür hatte ich die Gelegenheit, buchstäblich mit der Natur schlafen zu gehen und wieder aufzuwachen.

Für mehr als ein paar Nächte ist der Bungalow aber wohl nicht geeignet, denn dort gibt es tatsächlich auch nicht wahnsinnig viel zu tun. Strom gibt es übrigens auch nur zu bestimmten Zeiten. Nehmt euch deshalb Offline-Unterhaltung für den Abend mit.

Mein Highlight: Bootstour bei Sonnenaufgang

Nach einer ziemlich unruhigen und eher kurzen Nacht stehe ich in der Dunkelheit schon wieder auf dem Bootssteg und warte darauf, in das Longboat einzusteigen. Gleich werde ich nämlich den Sonnenaufgang mitten auf dem See erleben.

Und als es dann soweit ist, bin ich schlagartig wach. Der Horizont hellt sich auf, der Nebel hebt sich vom Wasser und Affen brüllen, Vögel zwitschern und Insekten zirpen.

Manchmal kann so etwas Einfaches wie der Beginn eines neues Tages zu einem wahrem Schauspiel werden, wenn man bewusst mittendrin ist.

Fazit

Für thailändische Verhältnisse ist die Tour schon recht teuer (2017: 80 Euro) und ihr bezahlt hier einzig für das Erlebnis. Aber das ist es tatsächlich wert, denn wann habt ihr schon einmal die Gelegenheit, auf einem mächtigen See in schwimmenden Bungalows mitten im Dschungel zu übernachten.

Ich war auf jeden Fall restlos begeistert, wenn auch weniger von der Unterkunft als von der Natur und der Vielfalt an Leben um mich herum.

Wenn ihr also nicht gerade mit sehr knappem Budget unterwegs macht und euch keine Illusionen über die Unterkünfte macht, kann ich es euch absolut empfehlen, mindestens eine Nacht auf dem Chiao-Lan-See in den Floating Bungalows zu verbringen. Ihr werdet es nicht bereuen!

Noch ein Tipp: Der Khao-Sok-Nationalpark bietet zahlreiche Möglichkeiten für Unternehmungen. Wer es gut findet, kann hier Elefanten reiten (habe ich nicht gemacht) oder nachts eine Tour durch den Dschungel machen.

Letztere kann ich persönlich sehr empfehlen, aber es ist wohl nichts für Menschen, die Probleme mit Insekten haben. Weiter werden Floßfahrten mit einem Bambusfloß angeboten oder mehrtägiges Dschungeltrekking.

Lage

Praktische Links

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