Island ist berühmt für seine Gletscher, seine Wasserfälle und die Nordlichter. Dass es dort aber einen schon fast unheimlichen Ort zu besichtigen gibt, der echte Gänsehaut verursacht, ist weniger bekannt. Denn in Island liegt mitten in einer Wüste aus schwarzem Sand und Stein ein gespenstisches Flugzeugwrack. Ein echt apokalyptisches Szenario wie aus dem Film, das ich mir während meiner Reise nach Island angesehen habe.

Lohnt sich ein Besuch des Wracks von Sólheimasandur?

Der schwarze Sandstrand von Sólheimasandur im Süden von Island, unweit von Vík í Mýrdal’s, liegt knapp 160 Kilometer von Reyjkavik entfernt, wofür je nach Wetterverhältnissen etwa zwei Stunden eingeplant werden sollten. Dort befindet sich das Wrack einer US-Militär-Maschine, die dort im November 1973 aus ungeklärten Gründen abgestürzt ist. Die Besatzung konnte sich zwar retten, doch seit dem liegt das, mit Einschlusslöchern übersähte Metallgerippe in der gespentischen Umgebung. Viele Teile des Flugzeuges fehlen, aber auch dafür gibt es keine offizielle Erklärung.

#island #sehenswürdigkeiten

Instatipp: Am besten fangt ihr die mystische Atmosphäre im typisch schlechten Wetter von Island ein. Als ich dort war, konnte man wegen des Nebels keine 50 Meter weit sehen und ich war ganz alleine. Fangt also das Wrack mit der kargen Landschaft im Hintergrund ein und ihr bekommt eine echt apokalyptische Aufnahme. Bitte nicht mit Filtern und Sättigung übertreiben, schließlich ist es die Kargheit, die diesen Ort so besonders macht.

Anreise zum Flugzeugwrack

Eine offizielle Beschilderung gibt es nicht, deswegen empfehle ich unbedingt GPS zu benutzen, damit ihr euch in der Einöde nicht verlauft. Mittlerweile müssen nämlich deswegen immer häufiger isländische Einsatzkräfte ausrücken, weil sich Touristen verlaufen haben. Aber jetzt erst einmal zur Anfahrt. Von dem Skógafoss-Wasserfall fahrt ihr auf der Ringstraße in Richtung Vík weiter. Nach knapp zehn Minuten seht ihr dann auf der rechten Seite ein Gatter mit einem kleinen Parkplatz. Dort beginnt der Weg zum Flugzeugwrack. Die Wanderung dauert etwa 40 Minuten.

Ein endloser Weg durchs Nirgendwo

Mir ist *rschkalt, es regnet so stark, dass ich nach zwei Minuten komplett durchnässt bin und dieser Weg hört einfach nicht auf. Auf dem kargen Weg, wo es dank des Nebels auch noch nicht einmal visuelle Reize gibt, bin ich gefühlte Stunden unterwegs. Ich habe jedes Zeitgefühl verloren. Nur manchmal sehe ich vor mir im Nebel schwarze Umrisse, bin mir aber schon nicht mehr sicher, ob ich sie mir nicht vielleicht einbilde. Wer also mal so richtig Lust auf das Zombie Apokalypse Letzter Mensch auf der Welt Gefühl hat, der sollte hier unbedingt einmal entlang wandern.

Unbedingt GPS mitbringen

Ich habe es vorher schon einmal gesagt und wiederhole es gerne noch einmal. BRINGT GPS MIT! Im isländischen Nirgendwo rund um das Flugzeugwrack sieht wirklich jeder Stein gleich aus und der Weg, den ihr gehen müsst, hat den Namen auch fast gar nicht verdient. Ihr erkennt ihn nur daran, dass es etwas weniger Felsbrocken herumliegen als zwei Meter weiter rechts. Sich darauf zu verlassen, dass ihr anderen Besuchern nachgehen könnt, würde ich auch wirklich nicht empfehlen. Weiter unbedingt den Wetterbericht prüfen und die Tour bei Nebel lieber sein lassen.

So richtig schön unheimlich

Als ich am Wrack angekommen bin, sieht die Szenerie aus, als wäre das Flugzeug gerade erst auf dem Boden aufgeschlagen und als würde die Crew noch irgendwo herumirren. Fast erwarte ich, dass mich aus dem Gerippe der Maschine etwas anspringt, als ich vorsichtig hineinklettere. Obwohl in der direkten Umgebung kein Lebewesen ist, bekomme ich eine Gänsehaut und fühle mich plötzlich beobachtet. Als wäre hier etwas Schreckliches passiert, das den Ort noch immer im Griff hat.

Fazit

Wer auf gruselige verlassene Orte, morbide Szenarien oder Gänsehaut steht, der sollte das Flugzeugwrack in Island unbedingt besuchen, denn hier wird die Fantasie sicher mit euch durchgehen, was an diesem Ort wirklich passiert ist. Besonders der Weg, der sich schier endlos zu ziehen scheint, und nur durch schwarz und grau führt, schafft eine unvergleichliche Atmosphäre, der sich zu entziehen fasst unmöglich ist. Nehmt eine Kamera mit, wartet am Wrack einen Moment ab, bis niemand außer euch dort ist und dann nehmt diese besondere düstere Stimmung in euch auf, wie sie nur die verlassendsten Orte der Welt noch haben.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Wenn ihr schon in Vík í Mýrdal seid, bleibt ruhig für eine Nacht, denn ein Spaziergang über die Klippe und über den wilden schwarzen Strand ist ein Erlebnis, das ihr woanders kaum finden werdet. Je nach Saison könnt ihr in den Felsen auch Papageientaucher sehen, denn Vík gilt als der Ort in Island, um viele Vögel zu beobachten. Wer sie sehen will, geht am besten am frühen Morgen oder am späten Nachmittag los. Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Nähe ist der berühmte Skogafoss, ein imposanter Wasserfall, vor dem ihr ebenfalls atemberaubende Fotos machen könnt.

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