Unter mir liegen die Dächer von Innsbruck. Winzig klein wirken sie und trotzdem sind sie nicht weit entfernt. Es ist nur die Höhe, die die Distanz ausmacht. Beim Blick nach unten halte ich mich deshalb vorsichtshalber am Drahtseil fest. Schwindelfrei sollte man wohl sein! Denn auf dem Goetheweg an der Innsbrucker Nordkette in Tirol geht es ziemlich steil in die Tiefe.

Lohnt sich die Wanderung an der Nordkette in Innsbruck?

Die Nordkette, die eigentlich Inntalkette heißt, ist eine der vier großen Gebirgsketten im Karwendel. Im Sprachgebrauch wird sie oft als Nordkette bezeichnet, weil sie sich nördlich von Innsbruck markant in die Höhe erhebt. Der höchste Punkt der Nordkette ist der Kleine Solstein mit 2.637 m.

Von Innsbruck aus könnt ihr die Nordkette entweder wandernd erklimmen oder mit der Bergbahn nach oben fahren. So ist auch der Goetheweg am einfachsten zu erreichen. Denn der aussichtsreiche Höhenweg startet direkt an der Station Hafelekar auf 2.269 m. Insgesamt ist die Höhenwanderung nicht schwierig, trotzdem sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Außerdem müsst ihr euch darauf einstellen, dass ihr die selbe Strecke wieder zurückgehen müsst. Dann sind es insgesamt 10 Kilometer Wegstrecke, die es zu bewältigen gilt.

Instatipp: Vor allem der erste Teil des Wegs ist sehr fotogen. Dann habt ihr Innsbruck quasi zu Füßen liegen und es lohnt sich der eine oder andere Fotostopp. Weil es aber steil bergab geht, solltet ihr zum Fotografieren einen sicheren Stand suchen und nicht einfach im Gehen knipsen.

Anreise nach Innsbruck

Von München nach Innsbruck sind es mit dem Auto knapp zwei Stunden Fahrzeit. Alternativ könnt ihr auch mit der Bahn oder mit dem FlixBus anreisen. Selbst die Anreise per Flugzeug ist möglich. Da ist auch die Landung super sehenswert, wenn ihr zwischen den Alpen den Flughafen in Innsbruck anvisiert.

Um zum Goetheweg zu gelangen, müsst ihr dann wahlweise mit dem Bus oder mit dem Auto zur Station der Hungerburgbahn fahren. So könnt ihr direkt aus der Innenstadt starten und zunächst mit der Zahnradbahn bis Nordkettenbahn hochfahren. Alternativ parkt ihr an der Hungerburg und steigt direkt in die Seilbahn ein. Dort ist der Parkplatz aber oft ziemlich voll.

Mit der Seilbahn auf über 2.000 Meter Höhe

Startpunkt:Hafelekar Bergstation
Strecke:10,4 km
Höhenmeter:470 m
Gehzeit:4 Stunden
Beste Reisezeit:Mai bis Oktober

Die Seilbahn nimmt uns bereits die meisten Höhenmeter ab. Trotzdem solltet ihr die Tour nicht unterschätzen. Sobald ihr oben an der Bergstation Hafelekar das Gebäude verlasst, befindet ihr euch im alpinen Gelände. Für den Wanderweg solltet ihr also auf feste Schuhe setzen und keine Sneaker oder gar Flip-Flops tragen.

Packt am besten auch noch eine warme Jacke ein. Denn auch wenn es im Hochsommer in der Stadt sehr warm ist, sind die Temperaturen in dieser Höhe spürbar kühler. Eine wärmende Schicht kann gerade an zugigen Tagen nicht schaden. Bei schlechtem Wetter, also bei Regen oder gar bei Gewitter, solltet ihr auf die Tour zur Pfeishütte verzichten.

Auch interessant: Höhenwanderung auf dem Zirbenweg in Innsbruck

Über einen schmalen Pfad zur Arzler Scharte

Der schmale Steig sieht auf manchen Fotos aus wie ein Klettersteig. Das liegt an der Drahtseilversicherung, die an einigen Stellen angebracht ist. Denn obwohl es kein Klettersteig ist, schadet es nicht, sich an der einen oder anderen Stelle festzuhalten. Der Weg ist schmal und am Rand geht es steil in die Tiefe.

Die ersten Meter laufen wir vorwiegend eben dahin und blicken mal nach Innsbruck hinab und mal ins Karwendelgebirge hinein. Die Aussichten sind auf beiden Seiten super schön. So kommen wir zuerst gar nicht vorwärts. Immer wieder halten wir an, machen Fotos oder staunen einfach über die Aussicht. Macht nichts, wir haben ja Zeit. Denken wir zu diesem Zeitpunkt zumindest noch. So geht es im Schlenderschritt bis zum Aussichtspunkt „Zugspitzblick“. Ein roter Pfeil markiert die Richtung, in der der höchste Gipfel Deutschlands zu sehen sein soll. Ich kneife die Augen zusammen und scanne die Berge am Horizont. Ah. Da ist sie ja.

Bis hier her ist die Wanderung Genuss pur und noch nicht sonderlich anstrengend. Aber gerade, wenn man das denkt, kommt der anstrengende Teil ja bekanntlich erst. So steigen wir über ein paar schweißtreibende Serpentinen zur Arzler Scharte hinauf. Da kommen wir ein bisschen ins Schnaufen.

Anzeige

Spartipp

Mit der Innsbruck Card gehört Innsbruck für 24, 48 oder 72 Stunden Dir! Top-Sehenswürdigkeiten, Museen, Busse & Seilbahnen inklusive.

Hoteltipp

This is where the city’s heart beats. Das aDLERS Design Hotel im Herzen der Alpen. Nachtclub. Restaurant. Wellness & Spa. Bergblick. Dachterrasse.

Genialer Tiefblick ins Inntal

Doch die Anstrengung wird schon wenig später erneut mit einer tollen Aussicht belohnt. Wir blicken hinab ins Inntal. Unter uns liegt Innsbruck. Dahinter ragen Patscherkofel und Serles nach oben. Noch weiter hinten können wir den Brenner sehen. Deutlich näher und direkt vor unseren Augen erhebt sich schließlich die imposante Rumerspitze. Der Gipfel kommt direkt auf meine gedankliche „Bergwunschliste“ mit Gipfeln, die ich irgendwann mal erklimmen möchte.

Von diesem Punkt aus ist es auch nicht mehr allzu weit zur Pfeishütte. Es geht sogar wieder gemütlich bergab. An der Hütte ist Endstation. Dort könnt ihr einkehren und die Beine ausruhen, bevor es über den selben Weg wieder zurück zur Seilbahnstation geht. Übrigens soll es super schön sein, an der Hütte zu übernachten und den Sonnenuntergang zu genießen. Das haben wir aber nicht gemacht.

Auch interessant: Klettersteig an den Kalkkögeln bei Innsbruck

Fazit

Die Höhenwanderung ist genial und für trittsichere, schwindelfreie Wanderer sehr gut machbar. Durch die Auf- und Abfahrt mit der Seilbahn sind auch die Höhenmeter überschaubar. Um es zu genießen und euch nicht hetzen zu müssen, solltet ihr trotzdem einen ganzen Tag einplanen und gleich mit einer der ersten Seilbahnen am Morgen starten. Sonst wird der Rückweg vielleicht stressig.

Wenn ihr die Tour erweitern wollt, könnt ihr auch über die Arzler Scharte zur Talstation an der Hungerburg hinab zu Fuß absteigen. Das sind allerdings knapp 1.300 Höhenmeter ins Tal hinab und es zieht sich.

Und falls ihr am frühen Nachmittag schon zurück seid – egal, ob mit der Bahn oder zu Fuß – lohnt sich ein Abstecher in den Alpenzoo. Der liegt nur einige Meter unterhalb der Talstation. Oder ihr schließt den Tag mit einem gemütlichen Bummel durch die Innsbrucker Innenstadt ab.

Lage

Praktische Links

Kommentar verfassen