Er ist mit Sicherheit einer der ungewöhnlichsten Parks auf der ganzen Welt: der High Line Park in New York City. Hier ist eine stillgelegte Eisenbahntrasse in ein Naherholungsgebiet umgebaut worden. Wundert euch also nicht, wenn zwischen den Bäumen und Büschen stillgelegte und halb überwucherte Schienen zum Vorschein kommen. Ob sich die 2,6 Kilometer lange Strecke über Häuserschluchten und Straßen lohnt, verrate ich euch hier.

Lohnt sich der Besuch im High Line Park in New York?

Sicherlich: wer an New York denkt, dem kommt erst einmal der Central Park in den Sinn. Ein ganz toller Park, gar keine Frage. Aber einzigartiger, beeindruckender und das größere Erlebnis für Reisende ist der High Line Park! Er erstreckt sich über insgesamt 2,6 Kilometer parallel zur 10th Avenue vom Meatpacking District bis zu den Hudson Yards. 

Bis 1980 sind hier Güterzüge lang gefahren, die in erster Linie Wurst- und Fleischwaren transportiert haben. Nachdem die Strecke aber immer unwirtschaftlich geworden war und die Transporte mehr und mehr auf die Straße verlegt wurden, stellte sich die Frage: Was tun mit den Gleisen und Brücken? Tatsächlich ist 1991 schon mit dem Abriss begonnen worden. Der wurde aber nach einer Weile wieder gestoppt, weil sich die Anwohner letztlich erfolgreich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen hatten. Sie haben dafür gekämpft, dass die High Line-Trasse erhalten bleibt.

Zusammen mit New Yorker Künstlern, Designern und Landschaftsarchitekten sind dann die Pläne für den Umbau in ein Naherholungsgebiet konstruiert worden. Als Vorlage hatte dabei die damals neu geschaffene Promenade Plantée in Paris gedient. 2004 hatte der New Yorker Stadtrat für die Pläne gestimmt und zwei Jahre später startete dann der Umbau eines ersten Abschnittes, nachdem die Initiative auch den Unterhalt der Anlage versprochen hatte. Der letzte Abschnitt ist erst im Juni 2023 eröffnet worden.

Fototipp:  Die besten Fotos gelingen euch, wenn ihr die alten Schienen, die “neuen” Pflanzen und ein paar der Wolkenkratzer New Yorks mit auf euer Foto bekommt.

Anreise zum High Line Park

Lage:Meatpacking District & Chelsea
Anreise:Metro-Line 7 bis Hudson Yards
Strecke:2,6 km
Eintritt:kostenlos
Besonderheit:Park auf stillgelegter Bahntrasse

Der High Line Park verläuft zwischen der Gansevoort Street und der 34th Street. Es gibt mehrere Eingänge, sodass es im Grunde egal ist, wo ihr euren Spaziergang startet. Sinnvoll ist es aber, mit der U-Bahn-Linie 7 bis zur Station Hudson Yards zu fahren. Da kommt ihr nämlich direkt an der 34th Street raus und könnt die ganze Strecke bis zur Gansevoort Street einmal langlaufen.

Nachdem es sich beim High Line Park um ein öffentliches Naherholungsgebiet handelt, müsst ihr keinen Eintritt zahlen. Geöffnet ist der besondere Park immer vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang.

High Line Park als Begegnungsstätte

Die beste Zeit, um den High Line Park zu besuchen, sind die Monate im Frühling und Sommer: sprich irgendwann zwischen April und September. In dieser Zeit ist der Park schön grün und viele Pflanzen haben Blütezeit. Aber mal davon abgesehen, sind natürlich die Aussicht allein und die Architektur des Parks schon ein Erlebnis.

Am besten nehmt ihr euch eine kleine Tasche oder einen Rucksack mit und schon kann es losgehen. Im High Line Park bzw. an den Ein- und Ausgängen gibt es Foodtrucks mit Kebab, Burger oder Salaten, sodass es euch an nichts fehlen wird.

Der High Line Park ist in den Morgenstunden am wenigsten frequentiert. Zu dieser Zeit sitzen die meisten Touristen noch beim Frühstück und ihr trefft im Park in erster Linie Geschäftsleute, Jogger oder Anwohner an. Der High Line Park ist auch Ausstellungsplatz für Skulpturen und Plastiken verschiedener Künstler. Besonders dort könnt ihr leicht mit New Yorkern ins Gespräch kommen, die die Anlage lieben, für die sie jahrelang gekämpft haben. 

Wenn ihr von der 34th Street in Richtung Gansevoort Street lauft und die ganze Strecke auf der High Line bleibt, endet euer Spaziergang direkt am Whitney Museum of American Art, wo verschiedenste Objekte von US-Künstlern aus dem 20. Jahrhundert ausgestellt sind.

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Bienen und Singvögel mitten in der Stadt

Der High Line Park ist schon aus der Ferne gut zu sehen. Die ehemaligen Gleise liegen 7,5 Meter über dem Boden und schlängeln sich über den Straßen New Yorks durch die City. Auf den Brücken wachsen Büsche und teils meterhohe Bäume. Das sieht nicht nur beeindruckend aus, sondern macht richtig Lust, sich das Ganze mal aus der Nähe anzuschauen.

Der Eingang an der 34th Street ist barrierefrei und es führt neben einer Treppe auch eine Rampe hoch zum Park. Von jetzt an heißt es: Sinne aktivieren und staunen! Mitten in der Stadt höre ich das Summen von Bienen, singende Vögel und das Plätschern eines Brunnens, der kunstvoll in die Anlage integriert ist. Ich stehe in einer Ruheoase, mitten in einer der belebtesten Metropolen der Welt. 

Der High Line Park ist selbst ein echtes Kunstwerk, mal ganz davon abgesehen, dass es zusätzlich auch wechselnde Ausstellungsstücke von New Yorker Künstlern im Park gibt. Der High Line Park nimmt jedes Jahr an etwa 30 Kunstprojekten teil und unterstützt die Szene damit aktiv. Immer wieder seht ihr Skulpturen, Wandgemälde und andere Installationen inmitten von Grün und umgeben von Wolkenkratzern.

Straßenkünstler zeigen ihr Können in Form von Showeinlagen oder Videoinszenierungen. Einige von ihnen verkaufen ihre Werke sogar im Park: wer interessiert ist, findet am Ende der Route einen großen Basar, wo nicht nur Studierende ihren Einstieg in den Kunstmarkt versuchen – auch gestandene Lokalgrößen mischen sich darunter. Wer Kunst zwar liebt, aber trotzdem völlig überfordert ist, bekommt Hilfe am Infocenter, der sich direkt neben dem Kunstmarkt befindet.

Urban gardening & Wi-Fi im High Line Park

Der High Line Park schafft es auf eine wunderbare Art und Weise, den Beweis dafür zu liefern, dass man aus alten Bauwerken, die eigentlich nicht mehr gebraucht werden, immer noch etwas Großartiges machen kann. In immer mehr Städten werden alte Lagerhallen in Kunstgalerien umgebaut oder stillgelegte Fabrikgebäude werden plötzlich zu einem angesagten Bürokomplex mit Co-Working-Space. Der High Line Park ist für Urban Gardening-Fans eine echte Inspirationsquelle.

Die Zusammenstellung des Parks ist schlicht und einfach besonders. Die Schienen sind im Zuge des Umbaus nämlich nicht komplett herausgerissen worden. Sie verlaufen immer noch durch den Park. Nur dass sie jetzt in den Weg eingelassen sind oder – in den bepflanzten Bereichen links und rechts – Bäume zwischen den Schwellen durchwachsen, was künstlerisch definitiv mehr als durchdacht ist.

Für mich persönlich am eindrücklichsten ist neben all dem die Aussicht im High Line Park: ihr werdet jede Menge Bänke finden, von denen ihr einen großartigen Blick auf New York City habt. An einigen Stellen gibt es sogar Liegestühle. Hier lohnt es sich etwa, ein Buch mitzunehmen, sich einen Drink an einem der Stände zu holen und ein bisschen zu entspannen. 

Besonders gut gemacht sind auch die Ruheinseln mit Bänken, die sich abseits des Pfads in einer Bucht befinden. Sie werden gerne von Geschäftsleuten genutzt, um ein bisschen an der frischen Luft und in atemberaubender Hochhauskulisse zu arbeiten. An einigen Stellen im Park gibt es außerdem das kostenlose NYC-Wifi.

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Fazit

Der High Line Park ist wirklich etwas Besonderes und gehört zu einem New York-Besuch definitiv dazu. Er bietet für jeden etwas: Wer kein Fan von Kunst ist, freut sich trotzdem über das Grün mitten in der Stadt – mindestens aber über die hervorragende Aussicht auf die Wolkenkratzer und die New Yorker Skyline. 

Direkt neben dem High Line Park findet ihr mit Little Island eine weitere interessante Grünanlage, die auf Betonstelzen mitten in den Hudson River gebaut ist. Dort gibt es auch ein Amphitheater.

Euren Spaziergang könnt ihr außerdem im angrenzenden Greenwich Village ausklingen lassen. Schaut euch genau um, denn hier sind einige bekannte Filme und Serien gedreht worden. In 90 Bedford Street findet ihr etwa das Friends-Appartement, wo zumindest die Außenszenen der beliebten US-Serie mit Rachel, Monica, Chandler und Co. gedreht worden sind. Ansonsten findet ihr in Greenwich Village jede Menge großartige Restaurants und Bars. 

Lage

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