Man muss nicht lange rätseln, woher der Name „Klein Venedig“ kommt, wenn man durch das wohl berühmteste Viertel in Colmar spaziert. Der Fluss Lauch fließt in einem breiten Kanal durch die Stadt. Rechts und links befinden sich idyllische Fachwerkhäuser direkt am Wasser. Brücken überqueren die Lauch und auf dem Wasser schippern Bötchen entlang. Dieser Stadtteil mitten im Elsass hat tatsächlich Ähnlichkeit mit dem großen Vorbild in Italien.
Lohnt sich ein Ausflug nach Klein Venedig in Colmar?





Colmar befindet sich im Elsass, im Nordosten Frankreichs. Das idyllische Städtchen ist wohl eines der meistbesuchten und meistfotografierten in der Region. Das liegt an der gut erhaltenen Innenstadt mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern und vor allem an dem Viertel „Klein Venedig“. Die Lauch fließt in einem Kanal durch den Stadtteil hindurch. Zu beiden Seiten sind Häuser ausgerichtet, die direkt am Wasser liegen. Zahlreiche Brücken überspannen den Fluss. Und man kann ähnlich wie im echten Venedig in Kähnen über den Fluss gondeln.
Abgerundet wird die Szenerie durch Blumenschmuck an jeder Ecke. Liebesschlösser zieren die Zäune und Brücken. Und die gut erhaltenen Fachwerkhäuser wirken vielmehr wie eine malerische Filmkulisse. Dabei sind viele von ihnen bewohnt, so wie es wirkt. Und in anderen befinden sich Restaurants, die zum Teil auch direkt am Wasser liegen.
Fototipp: Den schönsten Blick auf Klein Venedig habt ihr meiner Meinung nach auf der Brücke an der Rue Turenne. Hier lohnt sich das Foto in beide Richtungen. Etwas schöner finde ich allerdings die Perspektive in Richtung Restaurant „Les Bateliers“.
Anreise nach Colmar im Elsass
| Einwohner: | 70.000 |
| Berühmte Persönlichkeit: | Frédéric Auguste Bartholdi |
| Einkehrtipp: | Les Bateliers |
| Must-See: | La Petite Venise |
| Beste Reisezeit: | Ganzjährig |
Das Örtchen liegt unweit zur deutschen und schweizerischen Grenze, etwa auf der Hälfte zwischen Straßburg und Basel. Wir reisen von Basel kommend an. Dann sind es rund 45 Minuten über die Autobahn.
Rund um den malerischen Innenstadtkern gibt es gebührenpflichtige Parkplätze. Wir haben den Parkplatz „Parking Scheurer Kestner“ bei Google angesteuert. Der Parkautomat ist allerdings nur auf Französisch eingestellt. 4,5 Stunden kosten 4 Euro. Es wird Kartenzahlung akzeptiert.
Lasst euch vom ersten Eindruck nicht täuschen. An dieser Stelle sieht Colmar noch nicht so schön aus. Wir schlendern durch die Galerie eines in die Jahre gekommenen Kaufhauses hindurch und ich frage mich schon, ob sich das hier wirklich lohnt.
Altstadt wie aus dem Bilderbuch
Sobald wir nach draußen treten, ändert sich die Szenerie jedoch schlagartig. Plötzlich bin ich mittendrin in einer Welt, die so aus einem Bilderbuch entsprungen sein könnte. Urige, gut gepflegte Fachwerkhäuser säumen den Platz, auf dem ich stehe. Enge Gassen tun sich vor uns auf. In alle Richtungen wirkt es plötzlich super schön und idyllisch. So schön, dass ich gar nicht weiß, welchen Weg ich als erstes einschlagen soll.
Wir spazieren über die Rue des Marchands, eine zentrale Straße mit vielen historischen Häusern rechts und links. Darunter ist auch das berühmte Pfisterhaus. Es ist mit aufwendigen Malereien und einem achteckigen Türmchen verziert und gehörte einst einem reichen Hutmacher, der es 1537 errichten ließ. Ein paar Einflüsse aus dem Mittelalter sind noch erkennbar. Ansonsten gilt das Haus als erster Bau im Renaissance-Stil hier in Colmar.
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Kahnfahrt in Klein Venedig
An dieser Stelle hätte ich kaum gedacht, dass es noch schöner werden kann. Wir folgen den vielen Wegweisern, die überall stehen, in Richtung Klein Venedig, La Petite Venise. So stehen wir vor einem idyllischen Kanal, der Colmar durchzieht. Hier fließt die Lauch.
Die Fachwerkhäuser stehen seitlich direkt am Wasser. Und was mir besonders gut gefällt: Fast überall könnt ihr Blumen sehen. An den Fensterbänken, Brückenbrüstungen, direkt am Straßenrand. Es blüht und macht die Stadt noch schöner.
Wir entscheiden uns für eine Kahnfahrt. Rund 30 Minuten tuckern wir so über den schmalen Kanal und bekommen eine kleine Führung vom Kahnfahrer, der mit einem großen Ruder steuert. So ähneln selbst die Boote an Gondeln aus Venedig. Bei manchen tiefen Brücken muss man zwar ganz schön den Kopf einziehen, aber ich sage euch: Ich würd’s wieder tun.
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Fazit
Colmar hat auf jeden Fall einen Platz in meinem Herzen gewonnen. Die Stadt ist so liebevoll gestaltet; und wir haben uns anschließend noch Elsässer Köstlichkeiten direkt an der Lauch im Les Bateliers schmecken lassen. Der Salat mit Ziegenkäse ist absolut empfehlenswert. Am Wochenende werden hier auch typische Flammkuchen serviert.
Allerdings ist in Colmar auch viel los. Alleine seid ihr hier selten. Die Stadt ist eine der meistbesuchten im Norden Frankreichs und weltweit ein Besuchsmagnet. Es ist also ratsam, frühmorgens zu kommen, bevor die Reisebusse eintreffen. So könnt ihr die Kulisse am besten genießen. Aber ich kann schon verstehen, warum so viele Menschen hier herkommen. Ich würde auch nochmals anreisen.
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