Kloster Wiblingen: Schönste Rokoko-Bibliothek

Nur wenige Fahrminuten vom Zentrum Ulms entfernt liegt das historische Kloster Wiblingen. Bereits von außen präsentiert sich hier ein Juwel barocker Baukunst. Noch ahne ich nicht, welches Kunstwerk sich hier verbirgt. Denn das wahre Herzstück des Klosters liegt verborgen hinter den schweren Türen: der prachtvolle Rokoko-Bibliothekssaal. Alte Bücher stapeln sich zwischen Säulen aus Marmor, und das kunstvolle Deckenfresko legt sich wie eine Kuppel über den Saal. Finde ich hier wirklich einen der schönsten Bibliothekssäle Deutschlands?

Lohnt sich ein Besuch im Kloster Wiblingen?

Das ehemalige Benediktinerkloster Wiblingen liegt südlich von Ulm in Baden-Württemberg. Eingebettet in die flache Landschaft zwischen Donau und Iller am Stadtrand, erheben sich die barocken Mauern als Zeitzeugen der geistlichen Geschichte. Gegründet wurde das Kloster im Jahr 1093 von Graf Hartmann von Kirchberg und seinem Bruder Otto. Über Jahrhunderte galt es als bedeutendes religiöses, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Region Oberschwaben.

Seine heutige Gestalt verdankt das Kloster Wiblingen der Umgestaltung im 18. Jahrhundert im Stil des Spätbarock und Rokoko. Seit der Säkularisation 1806 wird das Kloster nicht mehr religiös genutzt. Was bleibt, ist ein architektonisches Meisterwerk. Heute beherbergt es unter anderem ein Museum, Teile der Universität Ulm – und vor allem: einen der eindrucksvollsten Bibliothekssäle Europas.

Fototipp: Die beste Perspektive auf den Bibliothekssaal bietet sich in der Mitte des Eingangsbereichs. Denn dort öffnet sich der Raum in seiner vollen Tiefe und Symmetrie. Schnappt euch ein Weitwinkelobjektiv, um die hohe Decke, die Galerie und die Fresken gemeinsam einzufangen. Beachtet, dass das Fotografieren nur ohne Blitz erlaubt ist.

Anreise zum Kloster Wiblingen

Lage:Wiblingen bei Ulm
Gründung:1093
Baustil:Barock; Rokoko
Geöffnet:Dienstag bis Sonntag
Bücher:15.000

Das Kloster Wiblingen ist bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Vom Ulmer Hauptbahnhof aus gelangt ihr mit der Stadtbuslinie 4 in rund 15 Minuten zur Haltestelle „Kloster Wiblingen“, die sich direkt am Klostergelände befindet. Alternativ bringen euch die Buslinien 3 oder 8 bis zur Haltestelle „Pranger“, von der aus das Kloster in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar ist.

Wer mit dem Auto anreist, kann die kostenlosen Parkplätze vor dem Kloster nutzen. Von der A7 führt euch die B28 in 10 Minuten Richtung Ulm, und schließlich erreicht ihr über die Wiblinger Straße das Klostergelände.

Kleine Zeitreise im Museum des Klosters

Hinter dem hohen Torbogen am Eingang öffnet sich der Blick auf den Klosterhof. Schon hier breitet sich eine gewisse Ruhe aus, die wie ein Schleier über dem weiten Vorplatz liegt. Die Architektur der Gebäude wirkt geordnet und durch die weißen Fensterbekrönungen vor dem dunklen Altrosa dennoch verspielt. Über eine geschwungene Holztreppe gehe ich in den ersten Stock des Konventbaus. Über mir breitet sich kunstvolle Freskenmalerei an den Decken aus. Hier werden Besucher zunächst durch das kleine Museum des Klosters geleitet.

An interaktiven Stationen mit Kurzfilmen oder Infotafeln erfahre ich mehr über die Entwicklung und Bedeutung der ehemaligen Benediktinerabtei, das Leben der Untertanen und die Auswirkungen der Säkularisation. Ein besonderes Highlight ist dabei das vollständig aus Legosteinen gebaute Modell der Klosteranlage. Mein Rundgang führt mich schließlich auf eine mit Marmor verzierte Tür zu. Ein lateinischer Schriftzug im Stein darüber verrät, dass sich hier „alle Schätze der Weisheit und Wissenschaft“ verbergen.

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Ein Kunstwerk zum Eintreten

Der Bibliothekssaal des Klosters Wiblingen ist ein wahres Kunstwerk. Goldene Kapitelle leuchten von schlanken Säulen aus Marmor. Licht fällt durch die hohen Fenster auf die geschwungene Galerie, den polierten Boden und die lebensgroßen Figuren aus Marmor. Über allem schwebt das große Deckengemälde. Immer wieder wandert mein Blick nach oben – in dem Versuch, die zahllosen Details des Kunstwerks wahrzunehmen. Mit dem Bau des Saals sollten im Kloster Bildung und Glaube untrennbar verbunden sein.

Fast andächtig laufe ich entlang der Regale, die hinter den Marmorsäulen liegen. Die alten Bücher sind verstaubt, und die Einbände von den Jahren gezeichnet. Damals war die Bibliothek das Zuhause von 15.000 Büchern. Geschützt durch Eisengitter werden sie heute nicht mehr gelesen und dienen mehr der Dekoration. Dennoch wirkt der Saal voller Leben. Vielleicht ist es das Zusammenspiel der vielen Farben. Oder die großen Figuren, die den Raum nicht nur zu schmücken scheinen, sondern ihn vielmehr bewachen. Sie erinnern daran, dass Bildung einst etwas Heiliges war.

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Fazit

Ein Besuch im Kloster Wiblingen ist weit mehr als ein Ausflug hinter die historischen Mauern. Der Bibliothekssaal wirkt wie ein Kunstwerk, in das Besucher eintreten und es hautnah erleben können. Es ist ein Raum, der etwas Bleibendes hinterlässt – auch wenn man ihn längst verlassen hat. Letztendlich ist es das Zusammenspiel von Kirche, Museum, Parkanlage und Atmosphäre, das Wiblingen zu einem Erlebnis macht. Für mich steht fest: Diese Rokoko-Pracht muss man gesehen haben! Die Eindrücke der Innenräume könnt ihr am idyllischen Teich im Klostergarten wirken lassen.

Und wer sich anschließend mehr mit den verborgenen Schätzen rund um Ulm beschäftigen möchte, findet im idyllischen Blautal mit seiner sagenumwobenen Blautopfquelle ein weiteres Highlight.

Lage

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