Beim Wandern seid ihr der Natur so nah wie sonst selten. Wer einmal genauer hinschaut, kann am Wegesrand eine Vielzahl von Pflanzen erkennen. Einige davon haben heilende oder zumindest positive Wirkungen auf den Organismus. Andere hingegen sind giftig. Um einen Überblick über Heilpflanzen und Kräuter zu geben, stellen wir euch Pflanzen vor, die ihr ohne Bedenken verarbeiten könnt und die auf jeder Wanderung am Wegesrand wachsen.

Kräuter und Heilpflanzen im Überblick

Nicht nur seltene Pflanzen enthalten besonders gute Aromen, ätherische Öle oder heilende Wirkstoffe. Auch heimische Kräuterpflanzen wie Brennnessel, Löwenzahn und Rotklee sind nicht zu unterschätzen und wachsen fast überall. Achtet aber darauf, dass ihr euch wirklich sicher seid, was ihr pflückt. Im Zweifel lasst ihr es lieber stehen. Außerdem ist es sinnvoll, die Kräuter nicht direkt an vielbefahrenen Straßen aufzusammeln, da diese verschmutzt sind. Tipp: In vielen Regionen in den Alpen werden kostenlose Kräuterwanderungen mit erfahrenen Guides angeboten.

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Instatipp: Für Foodfotografen unter euch: Die folgenden Kräuter eignen sich auch als Dekoelemente. Dadurch wird das Essen auf dem Teller noch fotogener. Das freut auch die Bekochten. Denn das Auge isst bekanntlich mit.

Brennnesseln: Entwässernd

Wahrscheinlich macht ihr eher einen großen Bogen um Brennnesseln. Schließlich trägt die Pflanze ihren Namen nicht umsonst und wir haben uns bestimmt alle schon mal an dieser Pflanze im wahrsten Sinne des Wortes verbrannt. Dann kribbelt und juckt es ganz unangenehm. Dabei hat die Brennnessel eine entwässernde Wirkung. Aufgekocht in Tee regt sie den Stoffwechsel an und hilft bei der Entgiftung von Leber und Galle. Angeblich brennt die Brennnessel nicht, wenn ihr sie von unten nach oben streichend pflückt. Oder ihr zieht vorsichtshalber einfach Handschuhe über.

Fichtenspitzen: Würzig

Fichtennadeln sind essbar, sogar roh. Hättet ihr nicht gedacht? Dann probiert es doch einfach mal aus. Allerdings könnt ihr nur die jungen, noch hellgrünen Nadeln essen. Die schmecken sogar leicht zitrusähnlich. Ein bisschen wie ein natürliches Kaugummi. So eignen sie sich auch zum Würzen von Gemüse, beigemischt in die Pastasauce und als aromatische Ergänzung im Pesto. Achtung allerdings vor Verwechslungsgefahr. Die Nadeln der Eibe sind giftig. Ihr erkennt sie daran, dass Eibennadeln im Vergleich zu anderen Nadelzweigen platt sind.

Löwenzahn: Verdauungsfördernd

Löwenzahn ist dafür bekannt, dass er überall aufgeht. Auch dort, wo man ihn ganz und gar nicht haben will. So fluchen Viele über wilde Löwenzahnpflanzen im Beet oder in der Wiese. Dabei könnt ihr die gesunden Blätter oder Blüten nutzen. Zum Beispiel als Ergänzung im Salat oder aufgekocht als Tee. Er wird besonders bei Verdauungsproblemen bei Völlegefühl und Blähungen eingesetzt. Darüber hinaus sagt man der Pflanze einer reinigenden Wirkungen von Leber und Galle nach.

Rotklee: Hormonausgleichend

Rotklee sieht nicht nur schön aus, sondern enthält darüber hinaus Magnesium, Calcium und verschiedene Vitamine wie Vitamin B3, B1 und C. Darüber hinaus gilt die Pflanze als Phytoöstrogen-Lieferant. Das ist ein pflanzlicher Wirkstoff, der dem menschlichen Östrogen ähnelt. Dadurch kann der Verzehr von Rotklee bei hormoneller Akne helfen, oder hormonell bedingte Beschwerden in den Wechseljahren mindern. Die bunten Blüten könnt ihr Salaten beimischen, in einen Kräuterquark mixen oder als dekoratives Element auf der Pasta platzieren.

Waldmeister: Krampflösend

Lebensmittel, die mit Waldmeisteraroma versetzt sind, erinnern an Frühling und heiße Sommertage. Aber die Pflanze macht nicht nur die Bowle geschmacklich lecker, sondern hat ein paar gesundheitsfördernde Wirkungen, wenn man ihn im Tee aufkocht. So kann er leichte Kopfschmerzen oder Migräne lindern und das Cumarin sorgt zudem dafür, dass das Blut schneller fließt. Auch Periodenschmerzen können durch die krampflösenden Eigenschaften vermindert werden. Achtet bei Waldmeister allerdings auf die richtige Dosierung. Eine zu hohe Dosierung kommt mit Nebenwirkungen daher und kann im Zweifel sogar Kopfschmerzen verursachen

Gänseblümchen: Hustenlindernd

Gänseblümchen wachsen auf nahezu jeder Blumenwiese. Wer sich mit Wildkräutergerichten auskennt, hatte bestimmt auch schon Gänseblümchen im Essen. Kein Wunder, schließlich hat es die kleine Blume ganz schön in sich. Die essbaren Blüten werden nicht nur als Gewürzkraut in Salaten und Kräuterpesto verwendet, sondern sie haben auch eine heilende Wirkung. So wird beim Verzehr die Verdauung angeregt und durch die krampfstillende Wirkung soll Husten gelindert werden. Außerdem hat die Pflanze aufgetragen in Salben eine entzündungshemmende Wirkung.

Bärlauch: Erkältungshemmend

Wer im Frühling durch Wälder läuft, kann den Bärlauch meist schon von Weitem riechen. Die Zeit der duftenden Blätter dauert jedoch meist nicht lang an. Schon bald darauf blüht die Pflanze. Doch wusstet ihr, dass man nicht nur die Blätter, sondern auch die Blüten und später sogar die Samen essen kann? Der Bärlauch ist ein Lauchgewächs. Derselben Gattung gehört auch Knoblauch an. Bärlauch soll den Cholesterin und Bluthochdruck senken können und hilft bei Verdauungsstörungen und Erkältungen.

Praktische Links

Gut zu wissen

Die meisten Wildkräuter könnt ihr frisch verwenden und direkt in den Salat geben oder mit heißem Wasser zum Tee aufbrühen. Weil viele Kräuter aber nicht das ganze Jahr über verfügbar sind, lohnt es sich, einige zu konservieren. Am einfachsten ist es wohl, die Pflanzen trocknen zu lassen. Würzkräuter könnt ihr auch in Salz einlegen. Dazu müssen die Kräuter vollständig von Salz umgeben sein. Alternativ friert ihr die Kräuter ein, verwandelt Pflanzen in Sirup oder legt sie in Öl ein. So habt ihr im besten Fall das ganze Jahr etwas von eurer Kräuterwanderung.

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