Hier bleibe ich für immer, schießt es mir durch den Kopf. Ich weiß natürlich, dass das nicht möglich ist, aber ich bin gerade so fasziniert. Und dieses warme Gefühl von „Angekommensein“ strömt auf, als ich den Blick über die türkisblauen Weiten des Luganersees im Schweizer Kanton Tessin schweifen lasse. Direkt unter meinen Füßen liegt Lugano und am Horizont blicke ich auf die höchsten Berge der Schweiz. Der Monte San Salvatore ist ein sensationeller Aussichtsberg, um den Tag ausklingen zu lassen.

Lohnt sich der Ausflug zum Monte San Salvatore?

Der 912 m hohe Monte San Salvatore ist der Hausberg von Lugano im Kanton Tessin. Bereits seit 1200 sind Gläubige zum Gipfel gepilgert. Denn einer Legende zufolge soll der Sohn Gottes auf dem Weg in den Himmel am San Salvatore einen Stopp gemacht haben.

Wer den Gipfel zu Fuß erklimmen möchte, muss sich auf eine Wanderung mit 600 Höhenmetern einstellen. Für schwindelfreie Berggeher gibt es sogar einen Klettersteig, der auf Höhe der Mittelstation startet. Über Leitern und Trittbügel geht es dann über die Nordwand nach oben. Den Klettersteig solltet ihr aber nicht unterschätzen. Er bewegt sich im Schwierigkeitsbereich D/E.

Entspannter geht es per Seilbahn aus dem Ortsteil Paradiso nach oben. Dort könnt ihr die Aussicht über die Dächer der Stadt direkt von der Sonnenterrasse eines Restaurants genießen oder ihr folgt der Beschilderung zu einem der zahlreichen Aussichtspunkte. Die meisten sind in etwa 10-20 Minuten Gehzeit zu erreichen.

Instatipp: Mein persönliches Lieblingsbild entsteht am Dach der Kirche. Wählt die Perspektive so, dass ihr das steinerne Kreuz oberhalb der Stadt noch seht und auf der anderen Bildseite der leuchtend blaue See erscheint.

Anreise nach Lugano

Wenn ihr aus dem Allgäu, beispielsweise aus Kempten anreist, müsst ihr euch mit dem Auto auf eine Fahrzeit von knapp 4 Stunden bis nach Lugano einstellen. Denkt daran, dass ihr in der Schweiz eine Jahresvignette benötigt, um die Autobahnen benutzen zu dürfen. Es empfiehlt sich außerdem, vor der Schweizer Grenze zu tanken.

Wir sind bereits in der Schweiz unterwegs und fahren von Luzern mit dem Zug bis Lugano/Paradiso. Wenn ihr mehr Zeit mitbringt, lohnt sich die Fahrt mit dem Gotthard Panorama Express. Da startet ihr mit dem Schiff einmal quer über den malerischen Vierwaldstättersee hinweg bis nach Flüelen und fahrt anschließend in einem Panoramazug durch den alten Gotthard-Tunnel bis nach Lugano.

Vom Bahnhof in Paradiso gelangt ihr dann zu Fuß in etwa 5 Gehminuten bis zur Standseilbahn.

Fast wie in der Achterbahn

Höhe:912 m
Aussichtspunkt:Kirchendach
Gehzeit:10 min
Kosten Bergbahn:30 CHF
Beste Reisezeit:Mai bis Oktober

Die Seilbahn fährt von Mitte März bis Anfang Dezember täglich im halbstündigen Rhythmus. Allerdings werden die Öffnungszeiten saisonal ein bisschen angepasst. In der Ferienzeit im Hochsommer fährt sie jeden Tag von 9:00 bis 23:00 Uhr. Das Ticket für die Berg- und Talfahrt kostet pro Person ab 30 CHF.

Wenn die Bahn nicht so voll ist, würde ich empfehlen ganz unten Platz zu nehmen. Große Scheiben ermöglichen den Ausblick auf Lugano und beim Auffahren könnt ihr irgendwann schon erstmals den See zwischen den Bäumen hervorblitzen sehen. Beim Bergabfahren später fühlt es sich aus dieser Perspektive übrigens ein bisschen an wie im ersten Wagen einer Achterbahn. Unter euch verlaufen die Schienen ziemlich steil bergab. Ein bisschen mulmig kann einem da schon werden.

Wo ist denn jetzt der beste Seeblick?

An der Bergstation angekommen, zeigt eine Übersichtstafel die verschiedenen Aussichtspunkte. Wir entscheiden uns für die Aussicht an der Kirche. Die Gehzeit ist mit 10 Minuten ausgeschildert.

Etwas unterhalb des Gipfels erhaschen wir einen sensationellen ersten Blick auf das Wasser. Der Ausblick ist genial! Das Wasser funkelt in der Sonne und ich beneide fast die Ausflugsgäste, die es vor uns hoch geschafft haben. Denn die haben sich eine der wenigen Bänke gesichert.

Dann entdecke ich eine Tür auf der Rückseite der Kirche. Dadurch kommen wir auf das Dach der Kirche und dann steht mir tatsächlich vor lauter Staunen der Mund einen Sekundenbruchteil offen. Hier oben haben wir einen ungetrübten 360-Grad-Blick.

Da sehen wir zu unseren Füßen Lugano liegen. Wir blicken weiter über die Schweizer Alpen hinweg, sehen am Horizont das Matterhorn (4.478 m), den Dom (4.545 m) und die Dufourspitze (4.634 m), den höchsten Berg der Schweiz. Auch die ersten Ausläufer von Italien kann man überblicken. Und natürlich liegt der Luganersee in seiner unrealistisch wirkenden Blaufärbung vor uns. Es ist beinahe so, als leuchtet das Wasser. Die Szenerie wirkt mediterran. So ganz anders, als ich die Schweiz ansonsten kenne.

Monte San Salvatore im Video ab 09:05 min.

Fazit

Die Auffahrt zum Monte San Salvatore lohnt sich definitiv. Ich hätte ewig dort oben stehen und den Blick in die Ferne schweifen lassen können. Und obwohl wir in der Ferienzeit an einem schönen Tag unterwegs waren, war gar nicht viel los. Vielleicht liegt es daran, dass wir erst nachmittags raufgefahren sind.

Ich könnte mir außerdem vorstellen, dass der Sonnenuntergang von diesem Punkt schön aussehen kann. Vielleicht wäre das ein Tipp für einen lauen Sommerabend. Speisen und Getränke gibt es im Restaurant mit großer Sonnenterrasse direkt neben Bergstation der Standseilbahn.

Wir haben den Sonnenuntergang nicht abgewartet, sondern sind anschließend zurückgefahren und zum Ufer des Luganersees spaziert. Dort gab es noch ein leckeres Eis. Wenn es sich schon so nach Urlaub im Süden anfühlt, dann ist das Eis definitiv ein Muss.

Lage

Praktische Links

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