Den Namen Antoni Gaudí verbindet man so automatisch mit Barcelona, wie beispielsweise Rockefeller mit New York. Gaudi war bereits vor über einhundert Jahren der prägende Kopf einer einzigartigen Architektur, die es so wohl nur in Barcelona gibt. Neben der Sagrada Família ist der Park Güell in Spanien zweifellos das bedeutendste Werk Gaudis – und auch eine der bestbesuchten Sehenswürdigkeiten in Barcelona. Wir nehmen euch mit auf eine Tour durch den Park Güell.

Lohnt sich ein Besuch im Park Güell in Barcelona?

Von 1910 bis 1914 wurde der Park im Auftrag des Unternehmers und Politikers Eusebi Güell, durch Antonio Gaudi erschaffen. Über eine Fläche von über 17 Hektar, was etwa 24 Fußballfeldern entspricht, erstreckt sich das Gelände in Gràcia im Ortsteil La Salud. Imposante Einzelbauten wechseln sich mit weiten Parkanlagen, in denen unter anderem Agaven wachsen, ab. Um wirklich alles gesehen zu haben, sollten einige Stunden Zeit eingeplant werden, besonders wenn ihr, so wie wir, mit Kindern unterwegs seid.

Fototipp: La Placa ist der Klassiker bei den Bildern aus dem Park Güell. Versucht bei euren Fotos einen Platz direkt an der Begrenzungsmauer zu bekommen und nutzt die bunten Fliesen als Vordergrund.

Anreise zum Park Güell

Größe:17,18 ha
Eintritt:ab 7 Euro
Must-See:La Placa
Einkehrtipp:LaGranja
Besonderheit:frei lebende Papageien

Zum Park Güell fahrt ihr am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Zwar gibt es in der Nähe mehrere Parkhäuser, aber diese sind meist voll und recht teuer. Euer Weg könnte euch dementsprechend beispielsweise mit der Buslinie 24 direkt zum Park führen.

Alternativ nutzt ihr die Metro 13 und lauft etwa eine viertel Stunde zum Park – oder ihr nehmt die Metro 14 und im Anschluss die Buslinien 116 bzw. V19. Generell ist Barcelona übrigens eine Stadt, die ihr hervorragend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schnell und kostengünstig erleben könnt.

Spontan in den Park Güell kaum möglich

Gleich vorab: bucht unbedingt Tickets über die offizielle Website des Parks im Voraus! Pro Stunde wird nur eine bestimmte Anzahl von Besuchern in den Park gelassen. Besonders in der Hauptsaison habt ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Chance auf einen spontanen Besuch.

Und ab geht es in den Park! Die Anlage besitzt mehrere Eingänge, wobei der eigentliche Haupteingang mit den markanten Kassenhäuschen als Ausgang dient. In direkter Nachbarschaft liegt aber auch gleich ein anderer Zugang. Die Wege sind hier also kurz. Zunächst erkundet ihr auf breiten, relativ flachen Wegen das Gelände. In etwa 100 Metern Entfernung seht ihr schon eine der ersten Attraktionen: die bekannte Fußgängerbrücke, die eigentlich aus drei einzelnen “Viadukten” in unterschiedlichen Höhen besteht und über einzelne Wege verbunden ist. Diese Brücken haben uns ein wenig an überdimensionierte Kleckerburgen (Sandburgen) erinnert, die ihr bestimmt in eurer Kindheit auch mal am Meer gebaut habt. Die Säulen, auf denen die Brücken ruhen, sind wie ein Laubengang angelegt, der bei Sonne ein schattiges Plätzchen und bei Regen Schutz bietet.

Über den Rundweg durch den Park

Der Weg führt weiter über einen Rundweg, den man entweder über die Brücke oder aus dem Laubengang heraus erreichen kann. Barcelona ist am Stadtrand relativ hügelig. Der Park Güell macht hier keine Ausnahme! Teils sind die Wege zunehmend steiler. Ihr solltet aber unbedingt auch den oberen Bereich des Parks erkunden, denn von hier aus, habt ihr einen wunderschönen Panoramablick auf Barcelona. Und: ihr seht hier auch das Trias Haus, eine Villa, in der mit Marti Trias, ein guter Bekannter von Gaudi und Güell, lebte. Von hier oben habt ihr den besten Blick über die Stadt. Hier geht es über den Hauptweg wieder talwärts, vorbei an Palmen, Agaven und Kiefern, zwischen denen ihr immer wieder tolle Blicke auf die Parkanlage und Barcelona genießen könnt.

Der zentrale Platz La Placa

Nach einigen hundert Metern, die ihr über verschiedene Wege – teils durch kleine “Waldgebiete” hindurch – bewältigen könnt, erreicht ihr La Placa. Der zentrale Platz ist das Highlight im Park Güell. Der Platz ist mit seinen mehreren Tausend Quadratmetern gefühlt riesig. Begrenzt wird er durch eine wellenförmige Mauer mit Mosaiken aus Fliesen, für die Gaudi – vielleicht etwas zu Unrecht – nicht zuletzt berühmt war. Doch diesen Platz gestaltete nicht Gaudi, sondern Josep Maria Jujol, mit dem Gaudi viele Projekte gemeinsam umsetzte. Die Wellen bieten zudem Sitzgelegenheiten und sind ein knallig-bunter Spot für die besten Insta-Fotos aus dem Park Güell. Vom La Placa aus habt ihr auch einen wunderbaren Blick auf den Eingangsbereich mit den pittoresken Häuschen rechts und links der berühmten Haupttreppe mit ihren Brunnen am Anfang, in der Mitte und am Ende. Der mittlere Salamanderbrunnen (der aber auch als Drache gedeutet werden könnte), ist besonders interessant, denn der Salamander (oder eben Drache!) ist über und über mit einzelnen farbigen Fliesenbruchstücken dekoriert. 

Beim Abstieg von der an sich schon beeindruckenden Terrasse, werdet ihr unweigerlich ein weiteres Bauwerk entdecken, nämlich den Unterbau des La Placa: ein riesiger Raum aus Säulen. Diese bilden die Stützen für den Platz darüber und sind mit den Mosaiken, die zwischen den einzelnen Säulen in die Decke eingelassen sind, absolut sehenswert. Ein weiteres kleines Highlight, welches man an dieser Stelle vielleicht nicht vermuten mag.

Entlang der drei Brunnen schreitet ihr über die Haupttreppe und erreicht schließlich den Hauptausgang. Mit etwas Glück könnt ihr vielleicht auch die frei lebenden Papageien beim Bad in einem der Brunnen erleben, die wir beobachten konnten. Nach etwa 1,5 Stunden endet unsere Tour durch den Park Güell, wobei wir mit dem “Touristenbereich” nur einen Bruchteil der eigentlichen Parkanlage gesehen haben. Nach der Parkbesichtigung haben wir uns im Restaurant LaGranja gestärkt. Hier bekommt ihr leckere Tapas, hausgemachten Kuchen und frisch gepresste Säfte. Das Restaurant ist etwa 5–10 Minuten vom Haupteingang des Parks entfernt.

Fazit

Der Park Güell gehört zweifellos zum Pflichtprogramm, wenn ihr in Barcelona seid. Ihr erlebt hier eine tolle Symbiose aus Kunst, Kultur und Natur. Der Park lädt zum Spazieren ein und hat tolle Ecken, an denen ihr euch entspannt zurücklehnen könnt. Parkbänke gibt es nämlich ausreichend. Für die Kleinen ist Dank mehrerer Spielplätze auch gesorgt, was wir persönlich als sehr angenehm empfunden haben. Zudem ist der Park sehr gepflegt und das trotz der Tausenden Besucher pro Tag. Schaut am besten, dass ihr frühzeitig oder am späten Nachmittag den Park besucht. Natürlich solltet ihr nach Möglichkeit auch die “Touri-Monate” im Sommer meiden. Den Besuch im Park Güell könnt ihr super mit weiteren Aktivitäten in Barcelona verbinden. Fahrt beispielsweise im Anschluss zum Hausberg Tibidabo – oder an den Strand Barceloneta. Beide Ziele sind mit Bus oder der Bahn innerhalb einer Stunde erreichbar.

Lage

Praktische Links

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