Die portugiesische Algarve-Küste bei Lagos fällt an der Ponta da Piedade atemberaubend ins Meer. Ein kleiner Leuchtturm thront über den steilen Felsen. Die erhabene Kulisse ist ein Fest für alle Sinne: poröse, rot schimmernde Sandsteinklippen, schmale Felsnadeln, gähnende Abgründe, eine raue Vegetation vor dem weiten, blauen Meer – dieses Kap ist phänomenal. Kreischende Möwen, die über all dem schweben, tragen lautstark dazu bei. Kommt mit mir zu einem der schönsten Orte in ganz Portugal.
Lohnt sich ein Besuch der Ponta da Piedade in Portugal?




Die Landspitze Ponta da Piedade bei Lagos mit ihren dramatischen Felsformationen ist nur etwa 3 km von der Stadt entfernt und eine unvergessliche Sehenswürdigkeit. Wenn ihr oberhalb der wilden Küste steht und hört, wie die gewaltige Brandung gegen die Felsen klatscht, dann macht der Name dieses Ortes wirklich Sinn: „Spitze der Barmherzigkeit“ heißt Ponta da Piedade übersetzt.
Am schönsten erlebt ihr die zerklüftete Küste in den Stunden vor Sonnenuntergang, der den krönenden Abschluss eures Besuchs bilden kann. Ein echtes Highlight ist es, die Felsen, Grotten und Höhlen der Ponta da Piedade mit dem Ausflugsboot zu entdecken – einigermaßen ruhige See vorausgesetzt. Auch die Wanderung von Strand zu Strand bis zur grandiosen Landzunge macht absolut Sinn. Über 200 Stufen geht es seit 2004 vom Aussichtspunkt hinunter zum Wasser.
Fototipp: Es gibt zahllose Fotomotive an der Ponta da Piedade. Am späten Nachmittag steht die Sonne schon etwas tiefer am Himmel, wodurch die Konturen und Rottöne der Felsen besonders klar und prägnant hervortreten. Wenn ihr vom Leuchtturm aus auf den Bohlenwegen Richtung Westen lauft, bekommt ihr ein wundervolles Panorama zu sehen.
Anreise zur Ponta da Piedade bei Lagos
| Lage: | Ca. 3 Kilometer von Lagos |
| Beste Reisezeit: | Ganzjährig |
| Anreise: | Bootstour/PKW/zu Fuß |
| Übersetzung: | „Spitze der Barmherzigkeit“ |
| Höhe Felsenlandschaft: | ca. 20 Meter |
Die portugiesische Algarve ist direkt über den Flughafen Faro zu erreichen. Von Lissabon oder Porto kommt ihr mit dem eigenen Auto, mit dem Zug oder per Linienbus ganz in den Süden Portugals.
Die Ponta da Piedade erreicht ihr, wenn ihr an der Algarve bis nach Lagos fahrt. Von dort aus habt ihr die Wahl: An der Straße entlang oder auf Küstenpfaden gelangt ihr zu Fuß zur Ponta da Piedade. Direkt an der Straße braucht ihr etwas mehr als eine halbe Stunde. Viel schöner ist es aber, mehrere Abstecher zu den Stränden zu machen oder gleich an der Küste entlang zur Landspitze zu wandern – jedenfalls dort, wo es erlaubt ist. Das dauert dann ein bis zwei Stunden. Mit dem privaten Pkw oder dem Taxi braucht ihr von Lagos aus nur ein paar Minuten bis zur Ponta da Piedade. Parkplätze gibt es an der Zufahrtsstraße.
Erosion der Ponta da Piedade kann gefährlich werden
Wollt ihr auf der sicheren Seite bleiben, dann macht euren Rundgang auf den barrierefreien Bohlenwegen mit Geländer. Von dort aus habt ihr sehr schöne Ausblicke, und es gibt eine Holzhütte sowie Bänke, die zur Rast einladen. Ihr könnt eine kleine Rundtour um die Landspitze machen, um die karge Küstenvegetation auf euch wirken zu lassen. Infotafeln entlang des Weges geben euch nähere Details zu dieser einzigartigen Landschaft.
Nicht weit von der Küstenpromenade, etwas abseits der Steilküste, gibt es Trampelpfade, die nah an den Abgrund und auf Felsvorsprünge führen. Hier gilt es, vorsichtig zu sein und Kinder an die Hand zu nehmen. Diese Trampelpfade sind nicht gesichert, und es gibt einzelne gähnende Abgründe, die von Weitem nicht einsehbar sind. Betretet diese Wege nicht bei unbeständigem Wetter – und vergesst nie: Die Erosion schreitet vor allem bei rauer Witterung voran. Gutes Schuhwerk mit Profil ist auf den Trampelpfaden Voraussetzung.
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Ponta da Piedade: Das Kap der Barmherzigkeit
In den Sommermonaten ist das Kap von eher ruhigem Wasser umspült und sehr gut besucht, aber in der Nebensaison geht es hier recht beschaulich zu. Dann ist die Witterung unbeständig, und die Brandung während der Winterstürme ist wild und erbarmungslos. Das raue Wetter des Atlantiks sorgt dafür, dass der Sandstein immer mehr erodiert. Wie sehr dürften die Seeleute einst dankbar gewesen sein, das Licht des kleinen Leuchtturms (seit 1913) vom Schiff aus zu sehen. Dann wussten sie: Die ruhige Bucht von Lagos ist ganz nah. Die ersehnte, gesunde Heimkehr war fast vollbracht.
Ich bin stundenlang unterwegs und habe die faszinierenden Felslandschaften eingehend betrachtet. Gegen Abend und in der Dämmerung hat es mir hier besonders gefallen. Den magischen Sonnenuntergang werde ich nicht vergessen – und auch nicht den Moment, als der Leuchtturm beginnt, seine Lichtsignale zu senden und die ersten Sterne funkeln.
Per Bootstour die Ponta da Piedade erleben
Eine echte Empfehlung ist es allerdings, die wild zerklüftete Küste an der Ponta da Piedade per Ausflugsboot zu erkunden. Ich bin kurz nach einem Gewitter auf der Landzunge gewesen, und die See ist absolut rau gewesen. Die Wellen haben meterhoch gegen die Felsen gepeitscht. Links vor dem Leuchtturm führen steile Treppen vom Plateau der Landspitze 200 Meter hinunter zum Meer. Die Gischt hat mich nass gespritzt. An eine Bootstour zu den Grotten, Höhlen und Felsklippen war da nicht zu denken. Bei ruhiger See werden solche Touren dort unten angeboten. Auch Kajakfahren und SUP sind dann möglich. Gerade im Sommer lohnt es sich unbedingt!
Einen Tag später hat sich das Meer etwas beruhigt, und ich habe von Lagos aus eine Bootstour zur Ponta da Piedade gebucht. So haben wir mit einem kleinen Fischerboot die Marina de Lagos verlassen und sind dieselbe Küste vom Meer aus abgefahren, die ich am Tag zuvor zu Fuß erkundet habe. Noch einmal habe ich die Strände Praia do Pinhão, Praia Dona Ana und die einzigartige Praia do Camilo an mir vorbeiziehen sehen. Als wir mit ausgeschaltetem Motor durch Felsentore in die Grotten und Höhlen hineingefahren sind, habe ich manchmal den Kopf einziehen müssen. Die Küstenbewohner sind fantasievoll und haben den Felsformationen Namen wie Kathedrale, Elefant, Damenschuh oder Kamel gegeben.
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Fazit
Die Ponta da Piedade ist ein Highlight eines jeden Algarve- und Portugal-Urlaubs. Neben einer Wanderung zur Landzunge entlang der Küste habe ich euch eine Schiffstour rund um das Kap empfohlen. Eine solche Tour lässt sich auch mit einer längeren Fahrt hinüber zur Höhle von Benagil kombinieren. Der berühmte Strand Praia do Camilo ist gerade mal einen Kilometer von der Ponta da Piedade entfernt – ideal für eine Wanderung zu beiden Top-Sehenswürdigkeiten.
Doch auch die alte Seefahrerstadt Lagos selbst mit ihrer beeindruckenden Stadtmauer hat sich für einen Rundgang gelohnt. Stimmungsvoll ist das kleine Forte Ponta da Bandeira direkt an der Hafeneinfahrt. Diese alte Festung mit der wunderschönen Kapelle voller farbenfroher Keramikfliesen ist ein genialer Startpunkt für eine Wanderung zur faszinierenden Ponta da Piedade gewesen.
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