Ronda: Andalusische Stadt an tiefer Schlucht

Ich stehe auf der Puente Nuevo und schaue hinunter in die fast 120 Meter tiefe Schlucht. Unter mir verschwindet der Río Guadalevín zwischen den Felswänden, gegenüber kleben weiße Häuser am Rand des Abgrunds. Die berühmte Brücke verbindet die beiden Stadtteile Rondas und ist dabei selbst der wohl beeindruckendste Aussichtspunkt der Stadt. Ich laufe über das Bauwerk, schaue in die Tiefe und entdecke immer neue Perspektiven auf die Schlucht.

Lohnt sich ein Besuch von Ronda?

Ronda liegt spektakulär auf einem rund 723 Meter hohen Felsplateau in der Provinz Málaga. Die Altstadt und die jüngere Neustadt werden durch die etwa 100 Meter tiefe Schlucht des Guadalevín getrennt. Berühmt ist Ronda vor allem für die Puente Nuevo, die sich über die Schlucht spannt und zu den bekanntesten Bauwerken Andalusiens gehört.

Sehenswert sind außerdem die historische Altstadt, die arabischen Bäder, die Plaza de Toros und mehrere Aussichtspunkte entlang der Schlucht. Ronda ist allerdings kein Geheimtipp: Tagsüber kommen viele Besucher für einen Tagesausflug. Wer die Stadt ruhiger erleben möchte, bleibt über Nacht und geht früh morgens oder am späten Nachmittag los.

Fototipp: Das klassische Ronda-Foto zeigt natürlich die Puente Nuevo. Von den Wegen unterhalb der Brücke bekommt ihr das gesamte Bauwerk mit seinen gewaltigen Steinmauern und der Schlucht darunter ins Bild.

Anreise nach Ronda

Lage:Südspanien
Höhe:732 m
Einwohner:33.671
Besonderheit:Schlucht in der Mitte
Must-See:Puente Nuevo

Ronda liegt etwas abseits der großen Küstenorte, lässt sich aber gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Wer von Málaga aus kommt, muss meist in Marbella umsteigen. Die Fahrt dauert je nach Verbindung rund zwei Stunden. Auch von Sevilla kommt ihr mit dem Zug nach Ronda, wobei die Verbindungen weniger häufig sind. Ein Umstieg in Málaga oder Córdoba ist erforderlich. Der Bahnhof liegt etwa 15 bis 20 Gehminuten von der Altstadt entfernt. Wer mit dem Bus anreist, landet am zentral gelegenen Busbahnhof, ebenfalls relativ nah am Zentrum.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, erreicht Ronda von Málaga aus über kurvenreiche Straßen durch die Berge. Von der Costa del Sol ist die Fahrt deshalb deutlich länger, als es die Entfernung auf der Karte vermuten lässt. Für einen Tagesausflug solltet ihr früh ankommen: Rund um die Puente Nuevo und die wichtigsten Aussichtspunkte wird es später am Tag schnell voll.


Rundgang durch Ronda startet in der Neustadt

Ich starte meinen Rundgang in der Neustadt. Zunächst geht es durch Einkaufsstraßen, die von großen weißen Sonnensegeln beschattet werden: Hier im Süden Spaniens, wo die Sonne brennt, wissen sich die Leute zu behelfen. An der Plaza de Toros bleibe ich stehen: Die historische Stierkampfarena mit ihren weißen Arkaden ist schon von außen beeindruckend. Wer Lust hat, kann bei einer Museumsführung im Inneren mehr darüber lernen. Gleich daneben liegt die Alameda del Tajo, ein schattiger Park mit breiten Wegen, alten Bäumen und mehreren Aussichtsterrassen.

Ich schlendere durch die Grünanlage und schaue immer wieder über die Landschaft: Von hier aus sieht man, dass Ronda auf einem massiven Felsen gebaut wurde. Auch die Plaza del Socorro mit ihren Cafés und Restaurants liegt nicht weit entfernt. So bekomme ich erst einmal ein Gefühl für das moderne Ronda, bevor es zum großen Wahrzeichen der Stadt geht. Denn von der Neustadt aus ist es nur ein kurzer Weg bis zur Plaza de España und damit zur Puente Nuevo.

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Puente Nuevo über der Schlucht El Tajo

Die fast 100 Meter hohe Puente Nuevo überspannt die Schlucht El Tajo und verbindet die Neustadt mit der historischen Altstadt. Ich gehe hinüber und bleibe immer wieder stehen: Tief unter mir liegt der Río Guadalevín. Die Felswände ragen steil hinauf, während sich auf beiden Seiten die Häuser dicht an die Felskante drängen.

Von den Aussichtspunkten an den Brückenenden lässt sich das Bauwerk aus verschiedenen Winkeln betrachten. Besonders spannend finde ich den Blick von der Seite, wo man die gewaltigen Steinmauern der Brücke erst richtig erkennt. Jetzt will ich sie aber nicht nur von oben sehen. Mein nächstes Ziel liegt deshalb deutlich tiefer: Ich mache mich auf den Weg hinunter in die Schlucht, um die Puente Nuevo einmal von unten zu erleben.

Durch die Altstadt und hinunter in die Schlucht

Auf der anderen Seite der Brücke tauche ich zunächst in die Altstadt ein. Durch schmale Gassen geht es vorbei an weiß getünchten Häusern, kleinen Plätzen und historischen Gebäuden. Ich komme an der Casa del Gigante und der Casa del Rey Moro vorbei. Von der Casa del Rey Moro führt eine schmale, in den Fels gehauene Treppe tief hinunter bis zum Guadalevín. Eigentlich könnte ich von dort noch weiter durch die Schlucht am Wasser entlanglaufen, bei meinem Besuch war dieser Abschnitt allerdings gesperrt. Stattdessen laufe ich durch die Altstadt weiter in westliche Richtung, um von außen die Schlucht hinabzusteigen.

Der Weg hinunter ist stark frequentiert, stellenweise steil und mit jedem Meter verändert sich der Blick auf Ronda. Unten angekommen, stehe ich direkt unter der Puente Nuevo und schaue an den mächtigen Steinbögen nach oben. Von hier wirkt die Brücke noch gewaltiger. Ronda befindet sich jetzt weit oben auf dem Fels über mir. Zum Abschluss entscheide ich mich für eine weite Runde durch die lieblichen Weinhügel unterhalb der Stadt auf dem Fels und erreiche Ronda schließlich wieder von Nordwesten aus. Das Abendessen gibt’s im Restaurante Las Maravillas: Schöne große Terrasse, kleine Burger und spanische Spezialitäten in Tapasgröße, wundervoll!

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Fazit

Ronda ist klein genug, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erkunden, aber abwechslungsreich genug, dass ein paar Stunden schnell verfliegen. Die Puente Nuevo, die Schlucht und die weißen Häuser sind natürlich die großen Highlights, doch gerade die Altstadt mit ihren kleinen Plätzen und Gassen macht den Besuch komplett. Mein Tipp: Nicht nur oben auf der Brücke stehen bleiben, sondern unbedingt einen Weg hinunter zur Schlucht nehmen. Erst dabei bekommt man ein Gefühl für ihre Dimension.

Wer Zeit hat, bleibt über Nacht und erlebt Ronda am frühen Morgen, bevor die Tagesausflügler kommen. In der Umgebung lohnen sich außerdem die weißen Dörfer Setenil de las Bodegas und Grazalema sowie Wanderungen in der Sierra de Grazalema.

Lage

Praktische Links

Kommentar

  1. Ich find vor allem dem Weg unten am Wasser extrem spannend. Das wirkt ja fast wie ein Steig durch eine Klamm. Und das mitten in der Stadt. 😲

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