Ein Spaziergang in Rothenburg ob der Tauber ist eine Reise ins Mittelalter. Wahrzeichen wie das Plönlein und das Klingentor sind weltbekannt, auch weil die mittelalterliche Kleinstadt in Mittelfranken mit den vielen Fachwerkhäusern und der historischen Stadtmauer schon Kulisse zahlreicher Filme war. Ich zeigen euch einige der besten Sehenswürdigkeiten und interessante Orte in Rothenburg ob der Tauber. Kommt mit in die romantische Stadt in Bayern.

Lohnt sich eine Reise nach Rothenburg ob der Tauber?

Rothenburg ob der Tauber entstand im 12. Jahrhundert aus einer Siedlung neben Burg Rothenburg. Die Burg selbst gibt es nicht mehr, die Stadt ist über die Jahre auf heute rund 11.000 Einwohner angewachsen. Die mittelfränkische Kleinstadt ist bekannt für die vielen Türme und Tore, Fachwerkhäuser und verschachtelte Gässchen – die man bei einem Spaziergang auf der Stadtmauer übrigens auch von oben bewundern kann. Lust auf ein bisschen Kultur? Dann lohnt sich der Besuch im Mittelalterlichen Kriminalmuseum – Blick in die Eiserne Jungfrau inklusive! Abgeschlossen wird der Besuch in der Hölle… nein, nicht etwa im Fegefeuer, sondern in einem traditionsreichen Restaurant im ältesten Haus der Stadt.

Fototipp: Das Figurenbeet im Burggarten: Die Reihe von Statuen zwischen den Blumen ist der ideale Fotospot! Außerdem habt ihr von der Aussichtsplattform dort einen tollen Blick ins Taubertal.

Anreise nach Rothenburg

Lage:Mittelfranken
Einwohner:11.000
Must-Do:Gang über die Stadtmauer
Einkehrtipp:Restaurant “Zur Höll”
Besonderheit:Mittelalterlicher Stadtkern

Rothenburg ob der Tauber ist gut mit der Bahn zu erreichen. Dazu nimmt man ab von Würzburg und Ansbach die Regionalbahn über Steinach. Vom Bahnhof aus läuft man eine knappe Viertelstunde bis zum mittelalterlichen Stadtkern.

Wer mit dem Auto anreisen möchte: Rothenburg ob der Tauber liegt direkt an der Autobahn A7. Nach der Abfahrt Nr. 108 “Rothenburg / Tauber” folgt man circa zwei Kilometer den Schildern bis zur Stadtmitte. Dort gibt es Parkplätze, von denen aus man nach wenigen Minuten Fußweg die Altstadt erreicht!

Durch das Rödertor in Richtung Rathaus

Und da ist auch schon das erste Tor: Das Rödertor ist auf 1649 datiert und hat einen harmonischen Rundbogen mit regelmäßigen, diamantartigen Auswölbungen. Von hier aus blickt man auf den Röderturm. Der Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert und kann erklommen werden – allerdings nur mit Voranmeldung.

Ich folge der Rödergasse, die in die Hafengasse übergeht und mich bis zum Rathaus von Rothenburg führt. Hier befindet sich der Rathausturm, der zweite öffentliche Turm der Stadt. 220 Stufen führen bis auf eine Aussichtsplattform. Von dort aus haben Besucher einen herrlichen Blick über die Stadt, das Taubertal und die Frankenhöhe.

Der Marktplatz ist erstaunlich groß im Vergleich zu den engen Gassen der Kleinstadt. Das Rathaus selbst ist ein üppiger Renaissance-Bau mit Freitreppe und Ratstrinkstube. Auf dem Marktplatz befindet sich auch die Touristeninformation und das Käthe-Wohlfahrt-Weihnachtsmuseum, in dem historische Weihnachtsdekoration ausgestellt wird. Auf dem Marktplatz, dem Grünen Markt und dem Kirchplatz findet Ende des Jahres auch immer der traditionelle Weihnachtsmarkt statt.

1.000 Jahre Rechtsgeschichte im Mittelalterlichen Kriminalmuseum

Etwas weiter, in der Oberen Schmiedgasse gibt es ein Käthe-Wohlfahrt-Geschäft. Kurz dahinter befindet sich das Mittelalterliche Kriminalmuseum. Am Gebäude hängt ein Käfig – so wurden früher Kriminelle zur Schau gestellt. Das Museum zeigt 1.000 Jahre Rechtsgeschichte auf drei Stockwerken. Ganz unten sind Folterinstrumente ausgestellt: Streckbank, Daumenschrauben und allerlei Grausamkeiten, die wahrscheinlich so nie angewendet wurden.

Weitere Highlights sind die große Sammlung verschiedener Schandmasken und die Eiserne Jungfrau, ein Käfig in Damengestalt, der von Innen mit Dornen bestückt ist. Ein Besuch in des Mittelalterlichen Kriminalmuseums sollte unbedingt Teil der Sightseeing-Tour werden.

Das Wahrzeichen der Stadt Plönlein

Ich folge der Straße, von der ich gekommen bin, vorbei am Johannisbrunnen und am Hotel Goldener Hirsch. Da ist auch schon das Plönlein, das Wahrzeichen der Stadt und beliebtes Fotomotiv. Der Begriff „Plönlein“ bedeutet „Kleiner Platz am Brunnen“. Auf den Fotos sieht man meisten den Brunnen, ein schiefes gelbes Fachwerkhaus sowie links und rechts davon zwei Türme der alten Stadtmauer: links der Siebersturm und rechts der Turm des Kobolzeller Tores, das Richtung Taubertal führt.

Mittags stehe ich vorm Restaurant „Zur Höll” in der Burggasse. Die „mittelalterliche Trinkstube“ befindet sich im ältesten Haus der Stadt. Die Küche ist typisch fränkisch, sehr fleischlastig und die Karte ist kurz – Betonung liegt hier ganz klar auf dem Weinangebot. Ich entscheide mich für Brot und eine Portion Obatzter: eine großartige Wahl.

Nach dem Essen spaziere ich durch den Burggarten, der sich auf dem Gelände der früheren Rothenburg befindet und jetzt eine Oase aus Blumen, alten Bäumen, Buchbaumhecken und Wiesenstreifen darstellt. Besonders gefällt mir eine Reihe von Statuen zwischen den Blumen – das Figurenbeet ist der ideale Fotospot.

Historische Stadtmauer von Rothenburg ob der Tauber

Ich verlasse den Burggarten und quere die Stadt in Richtung Norden. Es geht vorbei an der gotischen St. Jakobus-Kirche aus dem Jahr 1848. Der imposante Bau hat zwei hohe Türme und ist vor allem für seinen Hochaltar bekannt.

Danach gehe ich die Klingengasse in Richtung Norden und erreiche bald das Klingentor – ein weiteres Highlight von Rothenburg ob der Tauber. Ich schließe meinen Tag mit einem Spaziergang über die historische Stadtmauer ab. Hinauf kommt man in Norden, unweit des Pulverturms. Der sogenannte Turmweg ist circa vier Kilometer lang und mit Informationstafeln zur Stadtgeschichte ausgestattet. Bald erreiche ich das Galgentor. Das Tor heißt eigentlich Würzburger Tor und erhielt seinen Spitznamen wegen des Galgens, der unweit auf der sogenannten Köpfleinswiese stand. Der Spaziergang über die Mauer bietet einen fantastischen Blick auf die Stadt. Übrigens sind viele der Gebäude wiedererrichtet worden: Im Zweiten Weltkrieg wurde Rothenburg zu 40 Prozent zerstört.

Fazit

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Plönlein, Klingentor, Burggarten, Mittelalterliches Kriminalmuseum, Galgentor, St Jakobs-Kirche und Stadtmauer schafft man an einem Tag, so viel Zeit sollte man sich aber nehmen. Am besten lässt man sich im – wie ich – im Uhrzeigersinn durch die mittelalterlichen Gassen treiben. Wer es beim Sightseeing gerne gemütlicher angehen lässt oder zusätzlich noch einen Ausflug umliegende Natur machen möchte, findet zahlreiche Hotels in der bayerischen Stadt.

Rothenburg ob der Tauber ist eine wunderschöne Kleinstadt in Bayern, die sich zu jeder Jahreszeit lohnt. Vielleicht schafft ihr es sogar zur Adventszeit noch den viel gelobten Weihnachtsmarkt zu besuchen.

Lage

Praktische Links

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