Was zieht man eigentlich zum Skifahren an, um nicht zu frieren? Und worauf sollte man beim Kauf der neuen Skijacke achten? Vor dem Skiurlaub kommen oftmals viele Fragen auf. Einige davon drehen sich um die passende Bekleidung. Denn das Wetter am Berg ist oft unvorhersehbar und man möchte ja sowohl für sonnige Bedingungen bei Kaiserwetter als auch für ein mögliches Schneegestöber gewappnet sein. Wir verraten, worauf ihr beim Kauf der Skibekleidung achten solltet.
Skibekleidung kaufen: Darauf musst du achten
Schön wäre, wenn das Wetter am Berg immer gleichbleibend wäre. Am besten mit Sonnenschein und leichten Minusgraden, dann hätte man wundervolle Skitage garantiert und könnte sich auch bekleidungstechnisch gut auf die Situation am Berg einstellen. Die Realität sieht allerdings anders aus. Da gibt es an einem Tag Plusgrade, am nächsten Tag stürmt es wie verrückt, Tag drei hält zweistellige Minusgrade am Gipfel bereit und dann wieder schneit es ordentlich.
Um für alle Bedingungen gerüstet zu sein, empfehlen wir das Zwiebelschalenprinzip. Man zieht also je nach Wetter und Temperatur verschiedene Schichten übereinander. Dabei greift man in der Regel auf den Aufbau aus schnelltrocknendem Baselayer, wärmendem Midlayer und einer wind- und regendichten äußeren Schutzschicht zurück.
1. Skijacke: Wasserdichte Schutzschicht

Eine gute Skijacke sollte vor allem wasserdicht sein. Hier empfiehlt sich eine Wassersäule von mindestens 10.000 mm, besser noch 20.000 mm, um auch bei Schneefall und Regen trocken zu bleiben. Bei der Isolierung habt ihr die Wahl zwischen einer dünnen Hardshelljacke, oder einer gefütterten Skijacke, die von Natur aus wärmer hält, aber weniger anpassungsfähig ist.
Ein Schneefang schützt vor eindringendem Schnee, während Belüftungsschlitze für eine bessere Temperaturregulierung sorgen. Zudem sollte die Kapuze helmkompatibel sein, damit sie auch bei starkem Wind oder Schneefall über den Helm gezogen werden kann und so zusätzlichen Schutz bietet. Achtet außerdem auf praktische Taschen, in denen ihr den Skipass, das Handy, oder auch Handschuhe und Sonnenbrille verstauen könnt. Ein weiteres Detail sind verstellbare Bündchen, um die Jacke an den Ärmeln auf die Handschuhe anpassen zu können und integrierte Daumenschlaufen sorgen automatisch für wärmere Hände.
2. Skihose: Passform entscheidend

Die Skihose sollte weder zu eng noch zu weit sein. Es gibt Modelle mit Bib und Hosenträgern, die sind höher geschnitten und bieten gerade an Tiefschneetagen einen großen Vorteil, da sie noch besser vor eindringendem Schnee schützen können. Außerdem halten sie etwas wärmer. Für klassische Alpinskifahrer reichen in der Regle hüfthohe Hosen aus.
Belüftungsschlitze sind ein weiteres nützliches Feature, da sie bei wärmeren Bedingungen oder intensiver Aktivität für eine bessere Temperaturregulierung sorgen. Verstärkte Materialien an den Beininnenseiten, der sogenannte Schnittschutz, schützen die Hose vor Beschädigungen durch scharfe Skikanten und verlängern ihre Lebensdauer. Zudem sollte eine gute Skihose über einen integrierten Schneefang an den Beinenden verfügen. Diese Gamaschen werden über den Skischuh geschoben und verhindern, dass Schnee ins Innere der Hose gelangt.
3. Mittelschicht: Wärmender Midlayer

Durch die Wahl des Midlayers könnt ihr auf kalte Temperaturen regulieren. Fleece-Pullover sind dabei eine beliebte Option, da sie atmungsaktiv, schnelltrocknend und angenehm warm sind. Für besonders eisige Bedingungen könnt ihr auch auf eine leichte Daunenjacke zurückgreifen, die zusätzliche Wärme spendet. Achtet darauf, dass diese bequem unter die Skijacke passt, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.
Damit im Zweifel auch Fleece und Daunenjacke kombiniert getragen werden können, solltet ihr für das Zwiebelschalenprinzip Modelle wählen, die keine Kapuzen haben. Besonders innovative Materialien bieten zusätzliche Vorteile: Einige moderne Daunenjacken sind mit reflektierenden Schichten ausgestattet, die die Körperwärme effektiv zurückhalten und so für ein Plus an Wärme sorgen.
4. Skiunterwäsche: Schnell trocknender Baselayer

Als erste Bekleidungsschicht, die direkt auf der Haut getragen wird, greift man auf Skiunterwäsche zurück. Materialien wie Synthetik oder Merinowolle sind ideal, da sie Feuchtigkeit effektiv von der Haut ableiten, atmungsaktiv sind und gleichzeitig warmhalten. Im Gegensatz dazu sollte Baumwolle vermieden werden, da sich die Fasern wie ein Schwamm vollsaugen und dann ein klammes, kühles Gefühl auf der Haut entstehen kann.
Ihr könnt je nach Witterung zwischen langärmligen und kurzärmligen und dünneren oder dickeren Shirts wählen und bei der Hose sind dreiviertellange Modelle empfehlenswert. So endet die Skiunterwäsche oberhalb vom Skischuhschaft und dadurch werden mögliche Reibungspunkte durch verknitterte Stellen in den Skischuhen verhindert.
5. Skisocken: Kniehohe Socken für bessere Performance

Hochwertige Skisocken verfügen über verstärkte Zonen an Schienbein und Knöchel, die den Tragekomfort erhöhen und Druckstellen vorbeugen. Viele Skisocken bieten zudem Kompressionseffekte, die die Durchblutung fördern und so für warme Füße und eine bessere Performance der Muskulatur über den Skitag hinweg sorgen können.
Auch hier gibt es meist nicht nur ein Modell, sondern verschieden dicke Socken. Dickere Socken sind ideal für kalte Tage, während dünnere Modelle an wärmeren Tagen oder bei intensiver Aktivität besser geeignet sind. Ein wichtiger Tipp ist beim Anziehen darauf zu achten, dass die Socken faltenfrei sitzen, um Reibung und unangenehme Druckstellen zu vermeiden.
6. Handschuhe: Nie wieder kalte Finger

Für milde Tage sind funktionale, touchscreen-kompatible Handschuhe ideal, die es ermöglichen, das Smartphone zu bedienen, ohne sie ausziehen zu müssen. Achtet allerdings darauf, dass die dünnen Handschuhe zumindest mit winddichtem und wasserabweisenden Materialien ausgestattet sind, um auch bei der Abfahrt zuverlässig warmzuhalten. Für besonders kalte Bedingungen bieten dick gefütterte Modelle mit robusten Lederinnenflächen optimalen Schutz und zusätzliche Haltbarkeit. Wer schnell friert, sollte über Fäustlinge nachdenken, da sie die Finger besser wärmen, indem sie die Körperwärme gemeinsam speichern.
Um die Handschuhe nicht zu verlieren, gibt es extra Schlaufen, die ihr an den Handgelenken befestigen könnt. So kann man auch im Sessellift mal kurz zu einem Taschentuch greifen, ohne dass man sich Gedanken darüber machen muss, dass die Handschuhe runterfallen. Ein Highlight für Frostbeulen sind außerdem innovative, beheizbare Handschuhe, die per USB aufgeladen werden und so auch bei eisigen Temperaturen für angenehme Wärme sorgen.
7. Accessoires: Weitere praktische Bekleidungs-Must-Haves

Die richtigen Accessoires runden jedes Skioutfit ab und sorgen für zusätzlichen Komfort. Ein Schlauchschal ist unverzichtbar an kalten, windigen Tagen, da er den Hals schützt und bei Bedarf auch als Gesichtsschutz dient. Auch ein Stirnband oder eine dünne Mütze unter dem Helm sind empfehlenswert, halten zusätzlich warm und sorgen für Hygiene.
Für die Zeit auf der Hütte sind eine wärmende Mütze und eine Sonnenbrille zusätzlich ratsam, vor allem, wenn ihr an schönen Tagen draußen auf der Sonnenterrasse Platz nehmt. Alternativ könnt ihr natürlich auch beim Mittagessen die Augen mit der Skibrille vor der starken Reflektion durch die Höhenlage und den Schnee am Berg schützen.
Packliste für den Skiurlaub
Neben der Bekleidung gehört noch einiges mehr an Ausrüstung in den Koffer, wenn ihr in den Skiurlaub fahren möchtet. Ski, Skischuhe und Skistöcke sind natürlich essenziel. Skihelm und Skibrille habt ihr wahrscheinlich auch auf dem Schirm, wenn ihr das Auto beladet. Aber habt ihr auch an sämtliche Ladekabel, Sonnenschutzprodukte wie Lippenpflege und Sonnencreme, weitere Hygieneartikel und an Bargeld für den Einkehrschwung gedacht? Falls ihr nach Österreich, Italien oder in die Schweiz fahrt, solltet ihr auch unbedingt an Personalausweis oder Reisepass denken. Und zur Sicherheit Schneeketten ins Auto packen. Es lohnt sich, vor dem Urlaub, alle Ausrüstungsgegenstände abzuhaken, um wirklich nichts zu vergessen. Dabei kann euch unsere Packliste behilflich sein.
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