Der Schnee staubt, die Sonne scheint, die Berggipfel in den Hohen Tauern ringsum sind weiß eingeschneit. Es ist ein Traumtag zum Skifahren im November. Ich bin am Kitzsteinhorn in Zell am See-Kaprun in Österreich unterwegs, genieße die Abfahrt über die breiten Gletscherpisten und fahre gefühlt geradewegs auf den Zeller See zu, der weit unter mir im Tal liegt.

Lohnt sich das Skifahren am Kitzsteinhorn in Kaprun?

Das Skigebiet am Kitzsteinhorn ist durch den Gletscher und die Höhenlage eines der schneesichersten in Österreich. Die Skipisten reichen bis auf 3.000 Meter hinauf. Die Saison ist extralang und geht im Winter von Oktober bis Mai. Rund 60 Pistenkilometer gibt es zu entdecken. Davon liegen die meisten am Kitzsteinhorn, der kleinere Teil befindet sich am Maiskogel, der über die K-onnection, einer 3S-Bahn, angebunden ist.

Pisten:61 km
Max. Höhe:3.029 m
Längste Abfahrt:7 km
Einkehrtipp:Ice Camp Iglu Bar
Gletscher:Ja

Mittlerweile gibt es außerdem einen gemeinschaftlichen Skiverbund mit dem Nachbarskigebiet. So könnt ihr mit der Alpin Card insgesamt 408 Pistenkilometer verteilt über das Kitzsteinhorn, den Maiskogel, die Schmittenhöhe und den Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn nutzen.

Und nach dem Skifahren? Kaprun und Zell am See bieten zahlreiche Après-Ski-Möglichkeiten. Die Palette reicht von urigen Skihütten über gemütliche Pubs bis hin zu angesagten Nachtclubs. Zudem finden in der Region regelmäßig spannende Events statt.

Pistenplan


Alle Abfahrten und Liftanlagen am Kitzsteinhorn im Überblick. Zum Vergrößern des Pistenplans bitte auf das Bild klicken.

Instatipp: Ein besonderes Fotomotiv ist die Aussichtsplattform nach dem Stollen der Nationalpark-Gallery. Hier führt ein Steg ins Nichts. Das schaut nicht nur auf dem Foto gut aus.

Anreise nach Kaprun

Aufgrund der neuen Skiverbindung zwischen Maiskogel und Kitzsteinhorn können wir das Auto direkt in Kaprun stehenlassen und steigen hier in die Maiskogelbahn ein. Es ist der ideale Ausgangspunkt, da es hier einige Après-Ski-Hütten, ein riesiges Ski-Fachgeschaft mit Skidepot und einen gratis Parkplatz gibt.

An der Bergstation steigen wir in die futuristische 3S-Bahn namens „K-onnection“ um. Nahezu lautlos und sehr ruhig schweben wir über die verschneite Winterlandschaft, die mit jedem Meter hochalpiner wird. Mein Blick gleitet durch die großen Panoramascheiben nach draußen. Die Auffahrt ist sehenswert. Allerdings ist die Reise noch nicht zu Ende. An Langwied müssen noch ein weiteres Mal umsteigen, um bis zum Alpin Center auf 2.450 m Höhe zu gelangen. Hier beginnen die ersten Abfahrten.

Breite Pistenautobahnen und Superpipe

Wir schnallen die Bretter an und fahren über die weitläufigen Pistenautobahnen, die sich von oben herunterschlängeln. Breit sind sie. Und griffig. Es macht Spaß, die Breite auszufahren. Dabei saust man auf ein mega Panorama zu. Weit unter mir im Tal kann ich auf die Hausdächer von Zell am See blicken. Daneben liegt der gleichnamige Zeller See, der blau in der Sonne glitzert.

Am Snowpark halten wir kurz an. Besonders imposant sieht die Superpipe aus. Die gebogenen Wände der Pipe reichen 6,80 Meter nach oben. Ich selbst traue es mir nicht zu, die Steilwände nach oben zu fahren. Dafür treffe ich hier auf Kevin, der gebürtig aus der Gegend kommt und erst ein Wochenende zuvor bei einem Wettkampf zu einem der besten Freeskier Österreichs gekürt worden ist.

Er nimmt Anlauf, lässt die Ski laufen und fährt die 160 Meter lange Superpipe bis oben hin aus. Dort springt er ab. Immer und immer wieder und landet dabei vorwärts, rückwärts, auf einem Ski … mega sehenswert. Für Freestyler wartet direkt hinter der Pipe außerdem ein Snowpark mit verschiedenen Elementen und Hindernissen.

Abfahrt über die Black Mamba

Nachdem ich mich in der Pipe als Zuschauer habe begeistern lassen, wartet auf mich persönlich noch eine Herausforderung. Zum Alpincenter hinab geht es über die steilste Abfahrt des Skigebiets. Die sogenannte Black Mamba ist mit 290 Höhenmetern zwar nicht sehr lang, hat aber immerhin ein Gefälle von 63 Prozent.

Einige Skifahrer nehmen die Herausforderung an und haben sich in den Steilhang hinein begeben. Ich mache es ihnen nach. Sooo schlimm wird es schon nicht sein. Nach ein paar Schwüngen finde ich den Rhythmus und komme sicher unten an. Stürzen sollten man bei dieser Neigung allerdings nicht, da man ansonsten mehrere Meter weit nach unten rutscht und nicht mehr aufstehen kann.

Meine Lieblingspiste am Kitzsteinhorn verläuft übrigens direkt neben der Kristallbahn. Die Pisten-Nr. 10 und 12 haben eine schöne Länge, sind weniger frequentiert und bieten tolle Aussichten beim Skifahren. Wiederholungsfahrten sind damit garantiert!

Schneehöhen


Die interaktive Karte zeigt, wie viel Schnee in den kommenden drei Tagen in den Alpen vorhergesagt ist. Tippe auf eine beliebige Stelle im Bild, um die erwartete Neuschneemenge zu erfahren.

Aussicht vom Top of Salzburg in 3.029 m Höhe

Noch besser ist Blick nur noch von ganz oben am höchsten Punkt des Skigebiets! Das absolute Highlight am Kitzsteinhorn ist nämlich die Gipfelwelt 3000 mit Aussichtsplattform und Nationalpark Gallery in 3.029 Meter Höhe. Ein 360 m langer Stollen führt mitten durch den Berg auf die andere Seite. Von hier schaut man geradewegs auf die vergletscherten Bergflanken der Riesen im Nationalpark Hohe Tauern.

Bei gutem Wetter könnt ihr sogar den Großglockner, die höchsten Berg Österreichs, und den Großvenediger sehen. Auf der anderen Seite sind Watzmann, Dachstein und Wilder Kaiser im Blick. Weit unten im Tal erblicken wir den Zeller See und daneben die Schmittenhöhe. Die Aussicht gehört für mich zu den besten in ganz Österreich. Hier könnte man Stunden verbringen, weil man sich gar nicht sattsehen kann.

Fazit

Ich bin gerne in Gletscherskigebieten unterwegs. Das liegt vor allem an der eindrucksvollen hochalpinen Landschaft. Rund um das Kitzsteinhorn begeistert mich der Blick über die imposanten 3.000er Gipfel. Die Höhenlage macht das Skigebiet zudem extrem schneesicher. Im Winter ist das Kitzsteinhorn deshalb auch ein Paradis für Freerider. Es gibt immerhin fünf verschiedene Routen in direkter Liftnähe. Im November lag fürs Tiefschneefahren aber noch zu wenig Schnee.

Durch die Verbindung zum Maiskogel wartet beim Abfahren am Schluss noch eine coole Talabfahrt. Sie ist mit 7 Kilometern die längste Piste im Skigebiet, nur mäßig steil, lädt daher zum Carven ein und führt wieder bis ins Dorf Kaprun zurück. Ein schöner Abschluss des Tages.

Lage

Praktische Links

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