Serfaus-Fiss-Ladis zählt zu den größten Skigebieten in Österreich. Ich habe das familienfreundliche Skigebiet in Tirol besucht, bin durch das Maul eines riesigen Bären gedüst und habe die Kanten auf einer der steilsten Pisten der Welt zum Glühen gebracht. Hier habe ich einen meiner besten Skitage überhaupt erlebt. Und dazu bin ich morgens noch vor Sonnenaufgang mit der Pistenraupe ins Skigebiet gestartet.

Lohnt sich Skifahren im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis?

Das Tiroler Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis ist mit seinen 214 Pistenkilometern eines der größten in den Alpen. Die Abfahrten erstrecken sich zwischen den drei Skiorten Serfaus, Fiss und Ladis und reichen bis auf über 2.820 Meter hinauf. Damit gelten die Pisten als ausgesprochen schneesicher. Besonders beliebt ist das Skigebiet bei Familien mit Kindern. Das liegt zum einen an den zahlreichen blau markierten Abfahrten, die sich super für Anfänger und Kinder eignen und zum anderen an etlichen familienfreundlichen Hotels.

Pistenkilometer:214 km
Höchster Punkt:2.828 m
Längste Abfahrt:Frommesabfahrt (7 km)
Skipasspreis:326 Euro / 6 Tage
Skisaison:Dezember bis Ende April

Auch sportliche Skifahrer kommen gerne zum Skifahren nach Serfaus-Fiss-Ladis. Denn hier kann man auch sehr gut Kilometer sammeln oder sich an steilen Pisten wie der “Direttissima” oder der Skiroute mit dem klanghaften Namen “Kamikaze” probieren.

Genuss und Hüttenkultur kommt im Skigebiet ebenfalls nicht zu kurz. Hier ist der Crystal Cube ein besonderer Einkehrtipp am Berg. In dem Glas-Kubus auf über 2.600 Meter Höhe kann man sogar standesamtlich heiraten, oder aber sich bei einem mehrgängigen Menü mit exzellenter Aussicht auf die verschneite Bergwelt verwöhnen lassen.

Pistenplan


Alle Abfahrten und Liftanlagen in Serfaus-Fiss-Ladis im Überblick. Zum Vergrößern des Pistenplans bitte auf das Bild klicken.

Pistenplan des Skigebiets Serfaus-Fiss-Ladis

Fototipp: Morgens zum Sonnenaufgang am höchsten Punkt, am Masnerkopf (2.828 m) sieht es super schön aus, wie die Sonne über die verschneiten Berggipfel kommt und den Himmel in Bonbonfarben hüllt. Dazu müsst ihr allerdings den Masner-Express vorab buchen.

Anreise nach Serfaus, Fiss oder Ladis

Für einen Tagesausflug nach Serfaus-Fiss-Ladis ist der Skiort Fiss am schnellsten zu erreichen. Aus dem Oberinntal kommt ihr auf der Höhe von Ried über eine kurvenreiche Straße hinauf. Parken könnt ihr direkt an der Seilbahn. Die Parkplätze an der Talstation in Fiss sind gebührenpflichtig. Packt also ein bisschen Bargeld ein.

Wenn ihr hingegen länger bleibt und übernachten möchtet, habt ihr die Qual der Wahl: Übernachtet ihr in Serfaus, in Fiss, oder in Ladis? Alle drei Orte sind mit Liften an das Skigebiet angeschlossen. Ihr könnt auch überall mit Skiern zurück ins Tal abfahren. Dementsprechend ist es fast egal, für welchen Ausgangspunkt ihr euch entscheidet. Am ruhigsten und somit auch am entspanntesten ist es tendenziell in Ladis.

Serfaus ist der größte der drei Orte. Hier ist gut zu wissen, dass der Ortskern autofrei ist. Das heißt, ihr müsst den PKW vor den Toren auf einem großen Parkplatz abstellen. Trotzdem muss man hier nicht alle Strecken zu Fuß zurücklegen. Durch den Ort fährt nämlich eine U-Bahn. Das finde ich super spannend, denn U-Bahnen kennt man sonst eher aus Metropolen. In den Bergen hätte ich sowas eher nicht erwartet.

Podcast-Tipp


Bucketlist – Dein Reisepodcast
Jetzt reinhören: In dieser Folge geht´s um das Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis in Österreich.

#11 Serfaus-Fiss-Ladis: Familien-Skigebiet Nr.1 in Tirol feat. Marius Quast Bucketlist – Dein Reisepodcast

Mit der Pistenraupe vor Morgengrauen ins Skigebiet

Nach einer erholsamen Nacht klingelt um 4:00 Uhr mein Wecker. Ich blinzle den Schlaf weg, verschwinde kurz im Bad und schlüpfe in die Skiklamotten. Ohne Frühstück und etwas fröstelnd, weil ich gerade erst aus dem warmen Bett aufgestanden bin, spaziere ich mit geschulterten Ski durch den dunklen Ort. Es ist alles noch still, jeder schläft noch. Um 5:00 Uhr treffe ich auf Pistenraupenfahrer Elmar. Mit ihm geht es zur “Ersten Spur” hinauf ins Skigebiet.

In einer umgebauten Pistenraupe geht es mit einer Gruppe Skifahrer in der Dämmerung bergauf. Die Fahrt lässt uns spüren, was ein Pistenraupenfahrer tagtäglich erlebt. Hin und wieder habe ich Angst, dass das schwere Gefährt umkippt, wenn wir steile Pisten queren. Aber Elmar hat natürlich alles im Griff und so klebe ich staunend mit den Augen am Fenster und beobachte, wie es um uns herum langsam dämmert.

Rund eine Stunde dauert die Fahrt zum Masnerkopf. Hier halten wir an und erklimmen die letzten Meter zur Gipfelplattform zu Fuß. Ich bin froh, dass ich mir neben der Skijacke noch eine Daunenjacke eingepackt habe. Denn noch ist die Sonne hinter den Berggipfeln verborgen und die Luft ist klirrend kalt. Es dauert allerdings nicht lange, dann erhellt sich der Himmel und strahlt in den schönsten Farben. Sobald die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg über die Bergkuppen finden, wird die Welt rundherum orangerot bis pastellpink beleuchtet. Wunderschön!

Nach dem Sonnenaufgang gibt es an der Hexenseehütte ein leckeres Frühstück und wir wärmen uns im Inneren auf, bis die Lifte starten. Übrigens müsst ihr je nach Jahreszeit nicht ganz so früh aufstehen, wenn ihr an dem Programmpunkt teilnehmt. Im Hochwinter, also im Dezember und Januar, geht die Sonne ja viel später auf. Dementsprechend startet man morgens auch später.

Durch das Maul des Bären an der Bärenpiste

Wir hangeln uns quer durch das Skigebiet über die Scheid in Richtung Komperdell. Bis hier hin haben wir die Pisten durch den frühen Start fast für uns alleine. Dann kommen wir auf leichtere, blau markierte Abfahrten. Die Pisten sind zum Teil super breit. Kein Wunder, dass das Skigebiet bei Familien und Anfängern so beliebt ist. Hier kann man in aller Ruhe seine Kurven ziehen und andere, schnellere Fahrer können locker überholen.

Wir kommen auch an einem Highlight für Kids vorbei. An der sogenannten Bärenpiste fahren wir direkt auf das Maul eines riesigen Bären zu. Durch die Mundöffnung kommen wir in einen hölzernen Tunnel. Wir sind nun im Bauch des Bären. Sobald wir einfahren, ist ein tiefes Dröhnen zu hören. Das war wohl das Brummen, das ein Braunbär in dieser Dimension von sich gibt. Selbst ich finde den Abstecher durch den Bären amüsant. Für Kinder ist diese Piste natürlich noch viel gigantischer.

Nur für Könner: Im Sturzflug über die Direttissima

Dann klopft auch mein Herz schneller. Ich stehe am Zwölferkopf auf 2.596 m Höhe. Vor mir ragt ein gelbes Schild auf. Ich habe die Wahl, über die schwarz markierte Direttissima nach unten zu sausen. Die Piste mit der Nummer 56 ist die steilste Abfahrt im Skigebiet und sogar eine der steilsten in den Alpen. Das Gefälle beträgt bis zu 70 %. Ich schlucke, als ich oben am Einstieg an der Kante warte. Alternativ könnte ich hier noch über die Skiroute mit dem wohlklingenden Namen “Kamikaze” abfahren.

Im Kurzschwung meistere ich die steile Passage. Der Schnee ist zum Glück schön griffig und die Kanten pressen sich bei jeder Kurve tief in die feste Schneedecke. Das gibt mir Sicherheit. Unten angekommen, habe ich ein breites Grinsen im Gesicht. Geschafft! Ich spüre meine Oberschenkel kribbeln. Die Anstrengung geht nicht spurlos an den Beinen vorbei. Aber egal, ich will gleich nochmal nach oben.

Das höchste Standesamt und die schönste Sonnenterrasse

Am Zwölferkopf gibt es neben den steilen Abfahrten auch eine tolle Aussichtsterrasse. Von hier können wir den Blick in Richtung Zugspitze schweifen lassen. Außerdem sehen wir das Inntal, die Wildspitze und den Gipfel der Weißkugel. Direkt nebenan liegt der gläsernen Crystal Cube. Der Würfel bietet nur einer geringen Personenanzahl Platz. Wenn ihr hier also zu zweit ein Menü bucht, seid ihr ganz exklusiv im Inneren. Die verspiegelten Flächen sorgen dafür, dass man nicht reingucken, wohl aber herausschauen kann. So könnt ihr unbeobachtete das Menü genießen und selbst über eine 360-Grad-Aussicht staunen. Manchmal muss man auch leicht schmunzeln, wenn sich draußen ein Skifahrer in der verspiegelten Scheibe die Haare richtet und man den prüfenden Gesichtsausdruck von Innen sehr wohl wahrnehmen kann.

Ein alternativer Einkehrtipp, den ihr auch ohne Reservierung ansteuern könnt, ist die Zirbenhütte. Hier wartet eine riesige Sonnenterrasse. Wir nehmen auf hölzernen Bänken Platz, die mit gemütlichen Schaffellen belegt sind. So bleibt der Rücken beim Sitzen angenehm warm. Hier lasse ich mir gefüllte Knödel mit Puderzucker und Zwetschgenmuß schmecken. Lecker!

Über die Rodelbahn zum Après-Ski

In Serfaus-Fiss-Ladis habe ich mir zum ersten Mal seit langem einen Schlitten ausgeliehen. Das geht im Sportgeschäft an der Talstation der Schönjochbahn. Die Skischuhe habe ich umgezogen, den Helm hab ich aufgelassen. Safety First. An der Mittelstation steige ich aus. Es sind nur wenige Meter Fußweg bis zum Einstieg der Rodelbahn. Ich schwinge mich auf den Schlitten, halte die Beine oben und genieße die rasante Fahrt ins Tal.

Es gibt auch die Möglichkeit zum beleuchteten Nachtrodeln oder Nachtskifahren unter Flutlicht. So könnt ihr den Skitag noch ein bisschen in die Länge ziehen. Oder ihr taucht in die Après-Ski-Szene ein. Denn auch für feierwütige Nachtschwärmer hat das Skigebiet viel zu bieten. Feiern könnt ihr beispielsweise im Patschi oberhalb der Komperdell-Talstation in Serfaus. Hier wird zu DJ-Klängen getanzt. In Fiss ist die Hexenalm ein beliebter Anziehungspunkt für einen Drink nach dem Skitag.

Fazit

Das Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis lohnt sich durch die Vielzahl an blauen Pisten vor allem für Familien. Aber auch ohne Kinder und Familie würde ich jederzeit wiederkommen. Ich schätze die Vielseitigkeit. Durch die Masse an Pistenkilometern gibt es hier viele unterschiedliche Abfahrten. Man kann gar nicht alles an einem Tag erkunden, so kann man sich im Skiurlaub jeden Tag einen neuen Teil des Skigebiets vornehmen, oder auch einfach mal einen Tag entspannt beim Winterwandern und Rodeln verbringen.

Allerdings ist Serfaus-Fiss-Ladis somit natürlich auch kein Geheimtipp. Gerade in der Hauptsaison kann es schwierig sein, überhaupt noch ein Hotel zu finden und auf den Pisten wird es voll. Durch die Höhenlage und die Schneesicherheit ist das Skigebiet aber auch ein Tipp für die Vor- und Nachsaison. Denn während der Schnee in anderen Regionen bereits langsam sulzig wird, könnt ihr euch hier auf über 2.000 Meter Höhe immer noch auf gute pulvrige Verhältnisse freuen.

Lage

Praktische Links

Leave a Reply