Mostar ist weltweit bekannt für sein jährliches, spektakuläres Brückenspringen. Männer aus der ganzen Welt finden sich im beschaulichen Mostar im Süden von Bosnia-Herzegowina ein, um sich – wenn möglich, besonders eindrucksvoll – in die Tiefe zu stürzen. Abseits von dem Wettbewerb ist Mostar ruhig und gemütlich. Das heißt, aber nicht, dass nicht trotzdem täglich von der stari Most gesprungen wird. Und ich war live dabei.

Spektakuläre Sprünge von der Brücke von Mostar

Ein mutiger Mann springt und die Menge steht unten am Flussufer und jubelt ihm zu. Aber nicht nur Einheimische springen, sondern fordern auch Touristen auf, es ihnen gleichzutun. Dann gibt es für einen kleinen Aufpreis einen schnellen Crashkurs vom Profi und schließlich folgt der freie Fall aus fast 30 Metern Höhe.

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Instatipp: Den besten Blick auf die Springer hast du vom Ufer oder von einer der Restaurant-Terrassen aus. Selbst von der fast 30 Meter hohen Brücke zu springen, ist jedoch extrem riskant. Also nicht nachmachen!

Anreise

Mostar hat zwar einen Flughafen, dieser wird jedoch in der Hauptsaison nur von ausgewählten Airlines angeflogen. Direktflüge aus Deutschland gibt es nicht. Empfehlenswert stattdessen ist ein Flug nach Sarajevo. Von dort geht es mit dem Zug weiter nach Mostar. Nicht umsonst wird diese Strecke als eine der schönsten Bahnfahrten Europas bezeichnet. Alternativ ist Mostar auch für das auf dem Balkan stärker frequentierte Reisebusnetz zu erreichen.

Der erste Eindruck

Wer Mostar besucht, kann die alte Brücke (stari Most) eigentlich kaum verfehlen. Entlang der Neretva in Richtung Altstadt erkennen Besucher an der steigenden Anzahl der Touristen schon, dass sie sich der Brücke nähern. Den besten Blick auf die Brücke und die Springer gibt es vom Ufer aus. Also: Brücke überqueren und dann links die Stufen hinunter bis zum Kiesstrand. Wer eine Weile dort steht, wird sicher früher oder später angesprochen werden, ob er ein paar Euro geben möchte, um einen Sprung zu sehen. So wird den Touristen das ganze Jahre über etwas geboten.

Professionelle Springer und mutige Backpacker

Aber auch (vornehmlich) männliche Touristen werden von den Profis angesprochen, ob sie es selbst versuchen wollen. Hat sich ein Backpacker entschieden, den Sprung wagen zu wollen, erhält er von dem einheimischen Springer ein paar Instruktionen und macht einige Probesprünge in der Nähe der Brücke von einer deutlich niedrigeren Plattform. Ist der Profi-Springer mit der Technik zufrieden, erhält der Backpacker die Erlaubnis, von der Brücke zu springen. Sieht der Einheimische jedoch Risiken in der Technik, fällt der große Sprung aus.

Ist ein Sprung von der Brücke zu empfehlen?

Ganz ehrlich? Nein! Selbst erfahrene Springer brechen sich sämtliche Gliedmaßen, wenn sie falsch auf der Wasseroberfläche aufkommen. Nicht selten werden Springer per Helikopter nach Sarajevo in die Klinik geflogen. Hinzu kommt, dass die Neretva selbst im Sommer nur sehr wenige Grad hat und es sicher nicht gescheit ist, in ein unbekanntes Gewässer zu springen. Auf gar keinen Fall sollten Besucher ohne vorherige Instruktionen und ohne Beaufsichtigung springen. Noch heute erzählt man sich in Mostar von einem australischen Touristen, der vor wenigen Jahren im Winter von der Brücke sprang (auch noch von der falschen Seite). Die Leiche wurde erst drei Wochen später gefunden.

Fazit

Ein Sprung von der Brücke ist sicher spektakulär und sehenswert – allerdings vom Ufer aus oder von einer der Restaurant-Terrassen. Denn die Körperbeherrschung der professionellen Springer ist wirklich beeindruckend. Selbst von der fast 30 Meter hohen Brücke zu springen, ist jedoch extrem riskant. Am Ende gibt es ja schließlich immer noch einen kleinen Unterschied zwischen mutig und waghalsig. Mein persönlicher Tipp: Anstatt von der Brücke zu springen, geht lieber auf der Brücke in die Ausstellung War Photo Exhibition, um zu verstehen, welche wichtige Rolle die Brücke in der Vergangenheit gespielt hat.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Auch ohne einen Brückensprung ist Mostar für eine beeindruckende Instastory absolut eine Reise wert. Die 113.000 Einwohner große Stadt ist entspannt und gemütlich mit ihrem mediterranen Flair. Die Altstadt schäumt fast über vor Geschichte und auch die Seitenstraßen außerhalb, die nicht von der UNESCO in Stand gehalten werden, sind eindrucksvoll zu sehen, wenn man sich für den Balkankrieg interessiert. Aufgrund der Kessellage herrschen im Sommer hohe Temperaturen. Nicht selten wird es über 40 Grad Celsius heiß. Damit gehört Mostar zu den wärmsten Städten in Europa.

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