Supertrees in Singapur: Spaziergang durch die Zukunft

Überwuchert von üppigem Grün ragt die wahrscheinlich bekannteste Attraktion von Singapur bis zu 50 Meter in den Himmel: die Supertrees. Exotische Pflanzen, moderne Technologie und atemberaubende Architektur verschmelzen hier zu einem einzigartigen Naturwunder. Vor allem am Abend, wenn tausende Lichter aufleuchten und Wind durch ihre Stahlkronen rauscht, verwandelt sich der Ort in eine magische Kulisse – eine Symbiose aus Natur und Science-Fiction.

Lohnt sich der Ausflug zu den Supertrees?

Die Supertrees sind das Herzstück der Gardens by the Bay, einer 101 Hektar großen Parklandschaft im Herzen Singapurs. Das Areal wurde 2005 als Teil einer ehrgeizigen Vision angekündigt: Singapur sollte nicht mehr nur eine „Gartenstadt“ sein – also eine Stadt mit vielen Grünflächen –, sondern sich in eine „Stadt im Garten“ verwandeln, in der die Natur nahtlos in das urbane Leben integriert ist.

Nirgendwo wird dieses Projekt so sichtbar umgesetzt wie hier: Die 18 Stahlbäume speichern Solarenergie, kühlen die Umgebung und filtern die Luft. Einige der Supertrees sammeln sogar Regenwasser und unterstützen damit das Bewässerungssystem der umliegenden Gärten. Und das alles mit über 200 Pflanzenarten aus aller Welt, die vertikal zu den Stahlkronen hinaufklettern. Besonders beeindruckend: Nachts sind die Supertrees in wechselnden Farben beleuchtet. Jeden Abend gibt es außerdem zwei Licht- und Musikshows, die „Garden Rhapsody“.

Fototipp: Die perfekte Zeit für Fotos ist die Blaue Stunde nach Sonnenuntergang, wenn die Lichter der Supertrees aufleuchten und sich vor dem tiefblauen Himmel abheben. Wer tagsüber fotografieren möchte, findet die besten Perspektiven vom Skyway aus oder aus der Ferne mit der Skyline im Hintergrund.

Anreise zu den Supertrees in Singapur

Erbaut:2012
Höhe:bis zu 50 m
Must-See:„Garden Rhapsody“
Top-Besuchszeit:um 19:45 Uhr oder 20:45 Uhr
Pflanzenarten:200

Die Gardens by the Bay sind bequem mit der Stadtbahn MRT erreichbar. Die nächstgelegenen Stationen sind Bayfront (DT16/CE1), von der ihr durch eine Unterführung direkt zu den Gärten gelangt, und Marina Bay (NS27/CE2), von der aus ein kurzer Spaziergang nötig ist.

Die Namen der Bahnlinien klingen komplizierter, als sie sind: DT steht beispielsweise für „Downtown Line“, NS für „North South Line“. Die Stationen sind durchnummeriert. Statt ein Ticket zu kaufen, haltet ihr einfach beim Hinein- und Hinausgehen eure Kreditkarte an den Schalter. Die Preise liegen im niedrigen einstelligen Eurobereich.

Um unterwegs Karten-Apps oder Fahrdienste wie Grab zu nutzen, lohnt sich eine lokale SIM-Karte. Am Flughafen bieten Anbieter wie Singtel oder StarHub Touristen-SIMs mit viel Datenvolumen ab 12 SGD an.

Die komplett künstlichen „Gardens by the Bay“

Die Gardens by the Bay sind definitiv kein gewöhnlicher Park. Exotische Pflanzen in leuchtenden Farben säumen die Wege, riesige Gewächshäuser wie Glaspaläste geben den Blick frei auf Blumenwelten und einen künstlichen Wasserfall. Und über allem liegt eine fast unwirkliche Ruhe – ein erstaunlicher Kontrast zur geschäftigen Metropole, die nur wenige Schritte entfernt ist.

Ich schlendere an kleinen Wasserläufen vorbei, entdecke kunstvolle Brücken und gepflegte Rasenflächen, auf denen Menschen entspannt picknicken. Der Blick schweift über die gläsernen Kuppeln, einen künstlichen See und über blühende Gärten mit Pflanzen aus aller Welt. Dann erhebt sich vor mir die erste imposante Stahlstruktur: ein Supertree. Selbst am Tag wirken die künstlichen Bäume wie futuristische Skulpturen, bewachsen mit üppigem Grün. Sie fügen sich nahtlos in die tropische Umgebung ein – als hätten sie hier schon immer gestanden.

Auch interessant: Marina Bay Sands – Cocktails hoch über Singapur

Skyway in 22 Meter Höhe

Nach ein paar Fotos möchte ich mir die Bäume aus der Nähe anschauen – und dazu gibt es auch eine Möglichkeit: den OCBC Skyway, der zwei der imposanten Supertrees miteinander verbindet. Eine Fahrt mit dem Aufzug im „Stamm“ eines der Bäume später stehe ich oben. Schon beim ersten Schritt auf den schmalen, schwebenden Pfad spüre ich die leichte Vibration der Brücke unter meinen Füßen.

In 22 Metern Höhe zu stehen, umgeben von dieser futuristischen Kulisse, ist ein atemberaubendes Gefühl. Die Sicht reicht über die gesamte Bucht: zur einen Seite die leuchtende Skyline Singapurs, zur anderen die weitläufigen Gardens by the Bay, die wie ein kunstvolles Mosaik aus tropischem Grün und geschwungenen Wasserläufen wirken. Ich lasse meinen Blick über die filigranen Strukturen der Supertrees schweifen – jedes einzelne Gerüst ist mit üppigen Pflanzen bewachsen, von Orchideen bis zu Farnen, die sich sanft im Wind wiegen.

Garden Rhapsody – Sound der Zukunft

Um 19.45 Uhr beginnt plötzlich die Garden Rhapsody. Ein leises Summen liegt in der Luft, dann erklingt die erste Melodie – sanfte Streicher, die sich langsam zu einem orchestralen Klangteppich aufbauen. Mit jedem Takt erwachen die Supertrees mehr zum Leben: Die Lichter flackern auf, Farben wechseln in harmonischem Rhythmus – von tiefem Blau über leuchtendes Rot bis hin zu sanften Goldtönen.

Die Show ist perfekt inszeniert – eine Mischung aus Musik, Licht und futuristischem Design, die mich vollkommen in ihren Bann zieht. Nachdem die Show endet, spaziere ich langsam durch die stiller werdenden Gärten. Zwischen leise plätschernden Wasserbecken und sanft beleuchteten Pfaden wirkt der Ort jetzt fast mystisch.Ich setze mich auf eine Bank und atme tief ein – der süßliche Duft tropischer Pflanzen liegt in der Luft, gemischt mit der salzigen Brise, die vom Wasser herüberweht.

Auch interessant: Die besten Sehenswürdigkeiten in Malaysia

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Eric Anderson (@ericpaulphotos)

Fazit

Die Supertrees sind weit mehr als eine Touristenattraktion – sie sind ein Symbol für die Zukunft. Tagsüber beeindrucken sie mit ihrer nachhaltigen Architektur und botanischen Vielfalt, nachts werden sie zum Kunstwerk aus Licht und Klang. Besonders faszinierend ist der OCBC Skyway, der einen einzigartigen Blick auf Singapur bietet. Das Highlight aber bleibt die Garden Rhapsody – eine Show, die Emotionen weckt und den Himmel in ein farbenfrohes Spektakel verwandelt.

Ob Naturfreund, Architekturfan oder einfach nur auf der Suche nach einem unvergesslichen Erlebnis – die Supertrees sind ein absolutes Muss für jeden Singapur-Besuch. Wenn ihr noch Zeit habt, könnt ihr auch den Cloud Forest und den Flower Dome besuchen. Aber Achtung: Die Eintrittspreise sind recht hoch. Kostenlose Alternative: Open-Air-Konzerte am Wochenende. Als ich dort war, spielte das Singapore Symphony Orchestra klassische Musik aus dem Nussknacker und Schwanensee.

Lage

Praktische Links

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Auch interessant

Wir benachrichtigen dich, sobald neue Beiträge erscheinen!

Entdecke mehr von HOME of TRAVEL

Wir benachrichtigen dich, sobald neue Beiträge erscheinen!

Weiterlesen