Wer Surfen möchte, denkt wahrscheinlich zuerst an Hawaii, Bali oder Südafrika. Doch man muss gar nicht weit reisen, denn auch ganz in der Nähe an der Nordsee in Deutschland oder in den Niederlanden ist das Wellenreiten möglich. Die Frage ist, ob sich ein Surftrip an die Nordsee wirklich lohnt. Wie hoch sind die Wellen? Was sind die besten Orte, um das Surfen in Holland, in Dänemark oder an der deutschen Nordseeküste zu lernen? Ich habe es mir angeschaut.

Surfen an der Nordsee im Überblick

Klar ist, dass Surfen an der Nordsee mittlerweile weit verbreitet ist. Im Prinzip geht es überall, wenn man sich nicht gerade direkt am Wattenmeer befindet. In Deutschland gehören die Inseln Sylt und Norderney zu den bekanntesten Destinationen. In den Niederlanden sind Zandvoort, die Insel Texel und Scheveningen besonders beliebte Surfspots. In Dänemark probieren geübte Surfer ihr Glück in Thy und Hvide Sande, auch „Cold Hawaii“ genannt. Die Karte am Ende des Artikels zeigt einige der besten Hotspots im Überblick. Meine Reise führte mich zum Surfen ein paar Mal nach Bloemendaal, etwa 40 Minuten westlich von Amsterdam.

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Instatipp: Das Bild oben ist mein absolutes Lieblingsmotiv von der Nordsee. Das Foto zeigt die Surfana Surf School in Bloemendaal und wurde oberhalb des Strandes direkt neben dem Parkplatz aufgenommen.

Der Bus hält direkt am Strand

Wer zum Surfen an die Nordsee will, muss nicht weit reisen. Vor allem in den Niederlanden ist die Infrastruktur sehr gut, so dass man problemlos mit dem Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen kann. Die Haltestellen liegen zum Teil direkt am Strand, so wie in Bloemendaal. Man steigt aus dem Bus und ist direkt am Wasser. Über die Webseite von 9292.nl können alle Reiseverbindungen innerhalb der Niederlande geplant werden. Auch ausreichend Parkplätze sind am Strand vorhanden. Allerdings muss an sonnigen Tagen im Hochsommer mit Staus gerechnet werden.

Die Wellen brechen ungleichmäßig

Die Strände an der Nordsee sind weitläufig, so dass man sicher ein ruhiges Plätzchen findet. Im Vergleich zum Binnenland ist es allerdings ein paar Grad kühler und der Wind weht stärker. Das Wasser wirkt nicht gerade sauber und das Meer ist sehr aufgewühlt. Die Wellen brechen ungleichmäßig und sind im Durchschnitt vielleicht 30 cm bis 50 cm hoch, so dass man sich fragt, ob man hier überhaupt Surfen kann. Dass es möglich ist, zeigen aber die Surfschulen und Surfshops, die an der Strandpromenade stehen. Auch einige Surfklassen, vor allem Kinder, üben am Strand.

Surfschule, Verleih & Kosten

Wer sein eigenes Surfbrett und seinen Neoprenanzug mitbringt, kann im Prinzip sofort ins Wasser gehen. Man sollte allerdings beachten, dass sich die Strömung an der Nordsee ständig ändert. Umkleidekabinen gibt es keine am Strand. Die meisten Surfer ziehen sich deshalb am Auto auf dem Parkplatz um. Wer sich das Surfbrett leiht, kann sich aber auch in der Umkleidekabine der Surfschule umziehen. Die Kosten für die Miete betragen rund 5 Euro pro Stunde. Auch seine Wertsachen kann man dann sicher aufbewahren. Eine Surfeinheit für Erwachsene in der Gruppe inklusive Ausrüstung und Surflehrer kostet zirka 35 Euro und dauert 2 Stunden. Für Kinder ist es günstiger.

Kurzer Wellenritt an der Nordsee

Dann geht es los! Der Surfunterricht in den Niederlanden und in Deutschland beginnt immer mit einem Aufwärmtraining. Außerdem erklären die Surflehrer die aktuellen Bedingungen und warnen vor möglichen Gefahren. Anfänger üben zunächst auf bereits gebrochenen „weißen“ Wellen in Strandnähe. Erfahrene Surfer paddeln weiter hinaus, um auf den größeren Wellen zu reiten. Weil die Wellen ungleichmäßig brechen, braucht man etwas Erfahrung, um sie richtig lesen zu können. Auch ist es schwieriger, die Balance auf dem Surfbrett zu halten oder Kurven zu fahren. Hat man eine gute Welle erwischt, dauert der Ritt meist nicht sehr lange. Spaß macht es trotzdem!

Fazit: Lohnt sich Surfen an der Nordsee?

Man kann die Bedingungen der Nordsee sicher nicht mit denen in Portugal oder in Frankreich vergleichen. In der Szene sogenannte „epische Tage“ gibt es weniger. Dafür lauern auch weniger Gefahren im Wasser, was besonders Anfängern zugute kommt. Allerdings ist es meiner Meinung nach auch schwerer, das Surfen an der Nordsee zu lernen und erste Erfolge zu erzielen, weil das Wasser unruhig ist. In jedem Fall sollte man den Wetterbericht und die Wellenvorhersage im Auge behalten, um nicht umsonst an den Strand zu fahren. Die Wellen an der Nordsee werden nämlich meist durch Wind erzeugt und es gibt Tage, an denen es windstill ist. Dann ist allerdings Stand Up Paddling (SUP) möglich. Auch darauf sind die Surfschulen an der Nordsee eingestellt.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Surfen ist eine Sportart für den ganzen Körper. Das solltet ihr nicht unterschätzen. Aus diesem Grund ist ein gutes Aufwärmtraining vor dem Surfen zu empfehlen. Das beugt Verletzungen und Zerrungen vor. Im Wasser sollte man seine Energie gut einteilen. Gerade Anfänger machen häufig den Fehler, zu schnell und zu hastig zu paddeln und sind nach einer Stunde völlig erschöpft oder haben keine Kraft mehr, auf das Surfbrett zusteigen, wenn die nächste Welle kommt. Deshalb lautet der beste Tipp, den man auch immer wieder von Surflehrern hört: Locker bleiben und alles ruhig angehen.

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