Türkisblaues Wasser rauscht durch die Schlucht. Steile, dunkle Felswände halten die Flüsse im Zaum und bahnen mir den Weg durch dieses spektakuläre Naturwunder im Nationalpark Triglav in Slowenien. In den Tolminer Klammen im Soča-Tal entdeckt man auf gesicherten Wegen wunderschöne Wasserfälle, natürliche Thermalquellen – und befindet sich gleichzeitig am tiefsten Punkt des gesamten Nationalparks. So eine abwechslungsreiche Naturidylle habe ich beim Ticketkauf ehrlich gesagt nicht erwartet.
Lohnt sich die Wanderung durch die Tolminer Klammen?




Die Tolminer Klammen (slowenisch: Tolminska korita) liegen am Zusammenfluss der Flüsse Tolminka und Zadlaščica im Süden des Triglav-Nationalparks in Slowenien. Mit nur 180 Metern über dem Meeresspiegel markieren sie den tiefsten Punkt des gesamten Nationalparks. Ein etwa zwei Kilometer langer Rundweg führt über rund 500 Stufen durch die eindrucksvolle Felsenschlucht – vorbei an einer 18 bis 20 Grad warmen Thermalquelle, kleineren Wasserfällen und markanten Felsformationen wie dem „Bärenkopf“.
Zu den spektakulärsten Aussichtspunkten zählt die Teufelsbrücke, die sich 60 Meter über die tosenden Flüsse spannt. Die Schlucht ist von Mitte März bis Mitte November geöffnet. Mit einem Ticket für 8,00 € (Stand 2025) kann man dieses eindrucksvolle Naturdenkmal auf gut gesicherten Wegen erkunden.
Fototipp: Der Bärenkopf-Felsen mit dem kleinen Wasserfall im Hintergrund ist definitiv ein Foto-Highlight. Aber auch entlang des türkisblauen Flusses und an den Stellen, an denen es immer enger zwischen den Felsen wird, ergeben sich tolle Perspektiven. Am besten kommt die Farbe des Wassers bei leicht bewölktem Himmel oder ohne direkte Mittagssonne zur Geltung. Wer mit Stativ unterwegs ist, kann mit einer längeren Belichtungszeit zusätzlich schöne Effekte beim fließenden Wasser einfangen.
Anreise nach Tolmin im Soča-Tal
| Lage: | Triglav Nationalpark |
| Strecke: | 2,5 km |
| Höhenmeter: | 150 hm |
| Eintritt: | 8,00 € (2025) |
| Öffnungszeiten: | 09:00 – 18.00 Uhr |
Das Soča-Tal erreicht man von München aus auch ohne zusätzliche österreichische und slowenische Autobahnvignette – über die A8 bis Rosenheim und weiter über Kufstein nach St. Johann in Tirol. Über den Felbertauern ( 11,00€) gelangt man nach Osttirol und kann dann in Kärnten bei Arnoldstein die Grenze nach Tarvis in Italien überqueren. Eine knappe halbe Stunde fährt man dann auch schon über die Grenze nach Slowenien weiter durch das wunderschöne Soča-Tal – das landschaftlich ein echtes Highlight ist – bis nach Tolmin. Insgesamt dauert die Fahrt je nach Verkehr ca. 6 Stunden (390 km).
In Tolmin gibt es eine sehr gute Beschilderung zu den Schluchten. Direkt am Eingang befindet sich der gebührenpflichtige Parkplatz P1, der meist schnell voll ist. Im Sommer stehen zusätzlich zwei kostenlose Parkplätze (P2 & P3) zur Verfügung. Von dort fährt ca. alle 30 Minuten ein Shuttlebus direkt zum Eingang. Wer lieber zu Fuß geht, benötigt vom Parkplatz P2 etwa 15 bis 30 Minuten bis zur Schlucht.
Familiengeeignete Wanderung mit Hund
Für den Besuch der Tolminer Klammen ist keine umfangreiche Wanderausrüstung erforderlich, jedoch sind Wanderschuhe mit griffiger Sohle zu empfehlen. Die Wege sind größtenteils gut gesichert, teilweise aber auch schmal, steil und vor allem bei feuchter Witterung rutschig. Besonders im Sommer ist es in der Schlucht angenehm kühl.
Die Wanderung ist bestens für Familien geeignet, und auch Hunde dürfen an der Leine durch die Schlucht geführt werden. Wegen der vielen Stufen ist der Weg leider nur bis zur Teufelsbrücke barrierefrei. Kamera nicht vergessen! – Hier, am tiefsten Punkt des Triglav-Nationalparks, gibt es wirklich einige Naturhighlights. Das kristallklare Wasser und der Lichteinfall auf die steilen Felsen sorgen für besonders stimmungsvolle Bilder.
Auch interessant: Die spektakulärsten Schluchten der Alpen





Über die Teufelsbrücke in eine andere Welt
Tickets sind gekauft, und wir steigen hinab in die Schlucht. Bald ist das Rauschen des kristallklaren Wassers nicht nur zu hören, sondern auch unter uns zu sehen. Die Luft ist kühl und frisch – eine wohltuende Abwechslung zur Sommerhitze.
Wenige Gehminuten später stehen wir auf der Teufelsbrücke, die 60 Meter über dem tosenden Fluss Tolminka thront. Wer die Brücke überquert, betritt gefühlt eine eigene Welt der geheimnisvollen Tolminer Schluchten. Jeder Schritt bringt neue, faszinierende Perspektiven – besonders die türkisfarbenen Flussabschnitte haben es mir angetan.
Nun sind wir auf dem Weg zur Thermalquelle. Zwischen den engen Felsen der Schlucht blicken wir tief in die Klamm. Hier tritt das Wasser mit einer Durchschnittstemperatur von 18 bis 20 °C aus. In den kälteren Monaten kann man hier sogar Wasserdampf beobachten. Leider können wir es nicht berühren, da die Wege einige Meter über dem Wasserspiegel gebaut sind.
Der Bärenkopf der Tolminer Klammen
Natürlich findet jeder andere Stellen faszinierend. Für mich ist das unbestrittene Highlight der Tolminer Klammen der sogenannte „Bärenkopf“ – ein massiver Felsen, der in die enge Zadlaščica-Schlucht eingezwängt ist.
Um dorthin zu gelangen, müssen wir zuerst einige Stufen hinaufsteigen, wobei ich zugegebenermaßen etwas außer Atem komme. Aber es lohnt sich: Hinter diesem beeindruckenden Felsen stürzt ein idyllischer Wasserfall in die Tiefe, und das türkisfarbene Wasser der Schlucht plätschert munter unter der Aussichtsplattform hindurch.
Wenn man Glück hat und gerade nicht so viele Besucher hier sind, strahlt der Ort eine ungeheure Kraft und Ruhe aus. Spätestens hier, am Bärenkopf, finde ich, dass sich der Besuch und der Eintritt auf jeden Fall gelohnt haben.
Auch interessant: Höhle von Postojna in Slowenien
Fazit
Auf dem Rückweg kommen wir noch an der Dantehöhle vorbei, die aber nicht begehbar ist und daher meiner Meinung nach getrost ausgelassen werden kann. Insgesamt haben mich die Tolminer Schluchten mit ihren wilden, ursprünglichen Felsformationen, dem kristallklaren Wasser und vor allem dem Bärenkopf total begeistert. Wer einmal im Soča-Tal unterwegs ist, sollte unbedingt mehrere Tage hier verbringen. Unzählige Campingplätze bieten tolle Übernachtungsmöglichkeiten direkt am türkisblauen Fluss Soča.
Vom Wildwasser-Rafting über Wanderungen bis hin zu anspruchsvollen Radtouren über Bergpässe bietet der Triglav-Nationalpark unzählige Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten. Besonders lohnenswert und beeindruckend finde ich auch die Wanderung zum gigantischen Boka-Wasserfall.
Schreibe einen Kommentar