Bei Ausflugszielen an der Nordsee denken viele sogleich an das Wattenmeer und lange Sandstrände. Doch der Nordwesten Deutschlands bietet auch spannende Städtereiseziele wie Wilhelmshaven. Zu den Sehenswürdigkeiten der City gehören neben maritimen Museen auch interessante Orte der Kunst und Geschichte sowie eine in Deutschland einmalige Attraktion. Diese und weitere Reisetipps in Wilhelmshaven erfahrt ihr im Folgenden.
Top-Sehenswürdigkeiten in Wilhelmshaven im Überblick
Wilhelmshaven liegt an der niedersächsischen Nordseeküste, rund 100 km nordwestlich von Bremen. Die knapp 80.000 Einwohner starke Stadt wird geprägt von ihrer Lage am Jadebusen, wie sich die 190 km² große Nordseebucht nennt. Wilhelmshaven hat den tiefsten Tiefwasserhafen Deutschlands, doch das ist nicht ihr einziger Rekord: Eine Top-Attraktion der Stadt ist die Kaiser-Wilhelm-Brücke, die größte stählerne Drehbrücke des Landes.
Daneben bietet sie eine Strandpromenade und einen schönen Südstrand, aber auch erstklassige Museen. Dazu zählen sowohl das Deutsche Marinemuseum als auch das Küstenmuseum Wilhelmshaven. Kunstliebhaber zieht es dagegen in die Kunsthalle Wilhelmshaven, geschichtlich Interessierte nach Burg Kniphausen.
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1. Kaiser‑Wilhelm‑Brücke: Deutschlands größte stählerne Drehbrücke



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| Eröffnet: | 1907 |
| Spannweite: | 159 m |
| Höhe: | 9 m |
Die Kaiser-Wilhelm-Brücke ist das Wahrzeichen Wilhelmshavens und ein Highlight des Stadtbesuchs. Sie gilt als größte stählerne Drehbrücke Deutschlands und verbindet die Südstadt mit dem Südstrand und der Maritimen Meile.
Die Brücke wurde ab 1905 von der Firma MAN errichtet und 1907 in Betrieb genommen – mit einer beeindruckenden Spannweite von 159 m und einer Höhe von 9 m. Damit wurde sie als technisches Meisterwerk gefeiert und steht seit 1975 sogar als technisches Denkmal unter Denkmalschutz. Nachts erstrahlt die Kaiser-Wilhelm-Brücke, von den Einwohnern „KW-Brücke“ genannt, in festlicher Beleuchtung.
2. Südstrand & Strandpromenade: Cafés, Strandkörbe und Badespaß

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| Entstanden: | 1929 |
| Länge: | ca. 1,2 km |
| Strandkörbe: | mietbar |
Der Südstrand in Wilhelmshaven gilt als einziger Südstrand der deutschen Nordseeküste und wurde 1929 angelegt. Dort erwartet euch eine 1,2 km lange Promenade mit mediterranem Flair, Liegewiesen und direktem Blick auf den Jadebusen. Sie lädt ein zu Spaziergängen, Sonnenbädern im Strandkorb oder einem erfrischenden Bad im Meer.
Von Mai bis September sorgt der vorgelagerte Badestrand für echtes Urlaubsfeeling. Cafés, Restaurants und Biergärten entlang der Promenade bieten tolle Einkehrmöglichkeiten mit Meerblick, für Kinder gibt es Spielgeräte und Sandkästen. Auch das Deutsche Marinemuseum und das Wattenmeer-Besucherzentrum liegen in der Nähe.
3. Deutsches Marinemuseum: Museums-Schiff Mölders und viel maritime Geschichte


| Eröffnet: | 1998 |
| Must-See: | Schiff „Mölders“ |
| Must-Do: | 45-Minuten-Rundgang Mölders |
Im 1998 eröffneten Deutschen Marinemuseum in Wilhelmshaven taucht ihr tief in die deutsche maritime Geschichte ein: An Bord des beeindruckenden Lenkwaffenzerstörers „Mölders“, mit 134 m Länge das größte Museumskriegsschiff Deutschlands, erlebt ihr den Alltag der Marine. Die Ausstellung veranschaulicht u. a., wie es sich mit 334 Kameraden auf engem Raum lebte und warum eine Schnellfähre im Mittelmeer eine Bedrohung war.
Ergänzt wird die Flotte durch das Unterseeboot „U10“, das Schnellboot „Gepard“ und das Minenjagdboot „Weilheim“. Die preisgekrönte Ausstellung des Museums erzählt maritime Geschichten zwischen Kaltem Krieg und Gegenwart.
4. Molenfeuer Nordmole: Beliebter Fotospot am Hafen

| Errichtet: | 1904/2006 |
| Must-See: | Jadebusen-Panorama |
| Höhe: | ca. 6 m |
Das Molenfeuer an der Nordmole – oft „Alte Mole“ genannt – ist ein historisches Leuchtfeuer und ein beliebter Fotospot mit Blick auf den Jadebusen und das offene Meer.
Die erste Konstruktion an jener Stelle soll im Jahr 1904 entstanden sein und diente jahrzehntelang als wichtiges Seezeichen. Das heutige, rund 6 m hohe Quermarkenfeuer wurde 2006 errichtet und steht in unmittelbarer Nähe des Marinestützpunkts. Bei Ebbe wie bei Flut bietet sich ein beeindruckendes Panorama – manchmal reicht der Blick sogar bis zum JadeWeserPort. An windigen Tagen solltet ihr euch dort warm anziehen!
5. Burg Kniphausen: Mittelalterliche Burg bei Wilhelmshaven

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| Lage: | ca. 6 km nördl. des Zentrums |
| Errichtet: | 1438 |
| Must-See: | Ahnensaal |
Nur wenige Kilometer nördlich von Wilhelmshaven liegt die Burg Kniphausen – ein echtes Relikt aus dem Mittelalter. Sie wurde 1438 vom friesischen Häuptling Lübbo Onneken erbaut und war einst Zentrum der Grafschaft Innhausen und Kniphausen.
Nach einem Brand im Jahr 1708 blieb nur die Vorburg erhalten, die bis heute das Aussehen der Anlage prägt. In den 1990er-Jahren fand eine aufwendige Renovierung statt. Heute könnt ihr den prächtigen Ahnensaal, das Torhaus und den weitläufigen Park bewundern. Die Burg ist öffentlich zugänglich und beheimatet eine gemütliche Gaststätte.
6. Rathaus: „Burg am Meer“ in Wilhelmshaven

| Rathaus erbaut: | 1928/29 |
| Must-See: | Blick vom Turm |
| Höhe Turm: | 48 m |
Mitten in Wilhelmshaven erhebt sich im Zentrum das markante Rathaus, von Einheimischen „Burg am Meer“ genannt. Der Backsteinbau stammt aus den Jahren 1928/29.
Mit seinem 48 m hohen Turm prägt es bis heute das Stadtbild. Von April bis September könnt ihr an mehreren Nachmittagen im Monat den Turm besteigen und einen fantastischen Rundblick genießen.
7. Kunsthalle Wilhelmshaven: Zeitgenössische Kunst in einem besonderen Gebäude
| Eröffnet: | 1913 |
| Gebäude von: | 1968 |
| Must-See: | Städt. Kunstsammlung |
Die Kunsthalle Wilhelmshaven ist die älteste Einrichtung für Gegenwartskunst der Stadt und sogar der ostfriesischen Halbinsel. Sie wurde bereits 1913 eröffnet und befindet sich heute in einem markanten, bauhaus-inspirierten Gebäude von 1968.
Das Programm ist vielseitig: Die fünf bis sechs Ausstellungen pro Jahr in der Kunsthalle umfassen die unterschiedlichsten Themen – seien es Augentäuschungen oder Geschichten über die Welten über oder unter Wasser. Die Städtische Kunstsammlung mit über 2000 Werken gehört ebenfalls dazu. Die regelmäßig stattfindende Preisausstellung „Nordwestkunst“ bietet jungen Talenten aus der Region eine Bühne.
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Schon gewusst? Wenn ihr bei eurer Städtereise nach Wilhelmshaven viel sehen und dabei Geld sparen möchtet, empfiehlt sich die „TouristCard“: Sie bietet Zugang zu 21 Vergünstigungen in Museen, Ausstellungen, der Gastronomie, bei Hafenrundfahrten und mehr – darunter sogar kostenfreie Fahrten mit den Stadtbussen. Ideal für einen Wochenendtrip oder Kurzurlaub ist, dass es die Karte als 24-, 48- oder 72-Stunden-Einzel- oder Gruppenkarte gibt. Am besten erwerbt ihr sie vor Ort bei der Touristeninformation.
Und falls ihr neben den vielen Attraktionen Wilhelmshavens auch eine besondere Veranstaltung miterleben möchtet, solltet ihr das jährlich am ersten Juli-Wochenende stattfindende Volksfest „Wochenende an der Jade“ besuchen. Dazu gehören u. a. traditionelle Segler, Schiffsshows, Drachenbootrennen und Feuerwerk.
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