Kaum zu glauben, aber in Deutschland gibt es rund 1 Million Denkmäler und historische Stätten. Sie alle sind meist Zeugen historischer Ereignisse, architektonische Wunderwerke oder kulturelle Pilgerstätten. Wir haben für euch interessante Orte und historische Sehenswürdigkeiten in Deutschland zusammengefasst. Zeit also, euer nächstes Ausflugsziel zu finden.

Historische Sehenswürdigkeiten in Deutschland im Überblick

Vor allem die Hauptstadt Berlin ist durch mehrere historische Bauwerke geprägt. So finden sich dort zum Beispiel noch Reste der Berliner Mauer und natürlich das absolute Wahrzeichen: das Brandenburger Tor. Nicht weit entfernt findet ihr in Potsdam das berühmte Schloss Sanssouci, das Friedrich der Große als Urlaubsresidenz nutzte. Als eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten und Bauwerke gilt der Kölner Dom am Rhein in Nordrhein-Westfalen. Für den Katholizismus ist dieser auch eine der wichtigsten Pilgerstätte in Europa. Obwohl noch nicht sehr alt, zählt das Schloss Neuschwanstein im Allgäu als Vorzeigeobjekt des Historismus. Im Thüringer Wald findet ihr mit der Wartburg eine historische Wirkungsstätte von Martin Luther. Auch die Burg Hohenzollern gilt, als Stammsitz der deutschen Kaiserfamilie, als wichtige historische Sehenswürdigkeit in Deutschland.

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#deutschland

Welche Baustile gab es in der Geschichte?

Zu den wichtigsten und häufigsten Baustilen in Europa zählen:

  • Romanik
  • Gotik
  • Renaissance
  • Barock
  • Klassizismus 
  • Historismus
  • Jugendstil
  • Moderne

Fototipp: Historische Sehenswürdigkeiten zu fotografieren, ist gar nicht mal so leicht. Denn an den deutschen Hotspots warten mit euch zahlreiche Touristen. Steht also auf jeden Fall früh auf, wenn ihr euer Panorama machen wollt. Oder besucht die Sehenswürdigkeit unter der Woche.

1. Wartburg: UNESCO-Welterbe im Thüringer Wald

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Ort:Eisenach
Entstehung:1067
Must-See:Festsaal und Lutherstube

Die Wartburg befindet sich oberhalb der Stadt Eisenach in Thüringen. In ihrer heutigen Form entstand sie erst im Laufe des 19. Jahrhunderts. Es gibt aber verschiedene Gebäudeteile, die bereits sehr viel älter sind. Berühmt ist die Burg vor allem wegen der Tatsache, dass Martin Luther hier von 1521 bis 1522 als Junker Jörg das Neue Testament übersetzte. Aber auch der sogenannte „Sängerkrieg auf der Wartburg“ ist vielen geschichtsinteressierten Deutschen ein Begriff. Heute ist die Burg Museum und Veranstaltungsort. Übrigens diente die Wartburg Ludwig II als Inspiration und Vorbild für sein Märchenschloss Neuschwanstein.

#thüringen

2. Schloss Neuschwanstein: Vorzeigeobjekt von König Ludwig II.

© Felix Mittermeier / Pixabay

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Ort:Schwangau
Entstehung:1869
Must-See:Tropfsteinhöhle im Palast

Schloss Neuschwanstein steht oberhalb von Schwangau im Allgäu und ist wohl der Inbegriff eines romantischen Märchenschlosses. Es zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Deutschland und ist ein Vorzeigeobjekt des Historismus und nicht so alt wie viele Menschen denken.

Es entstand erst in den 1860er Jahren im Auftrag König Ludwig II. von Bayern, der nicht nur eine sehr romantische Ader besaß, sondern auch äußerst technikbegeistert war. So ließ er das Schloss, welches einer mittelalterlichen Ritterburg nachempfunden wurde, im Inneren sehr modern ausstatten. Es gab bereits Telefonleitungen, ein Warmwasseraufbereitungs-System und einen Speisenaufzug – für die damalige Zeit extrem fortschrittlich. Das Schloss besitzt eine Wohnfläche von 6.000 m² und kann ausschließlich im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

#allgäu

3. Burg Eltz: Historisches Märchenschloss in der Eifel

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Ort:Wierschem
Entstehung:12. Jahrhundert
Must-Do:Traumpfad Eltzer Burgpanorama

Die Höhenburg Eltz ist eine ganz besondere Attraktion, denn sie ist seit ihrer Errichtung im 12. Jahrhundert im Besitz der Familie von Eltz und hat alle Kriege und Auseinandersetzungen der letzten 800 Jahre unbeschadet überstanden. Sie steht auf einem Felsen im Naturschutzgebiet Eltzerwald in Rheinland-Pfalz und öffnet während des Sommerhalbjahres ihre Tore für die Öffentlichkeit. Die originalen Möbel und Einrichtungsgegenstände sind ebenso beeindruckend wie die einzigartigen Exponate der Rüst- und Schatzkammer. Diese Sammlung von Weltrang umfasst neben außergewöhnlichen Waffen auch Glas, Porzellan und Kunstobjekte aus Gold und Silber von unschätzbarem Wert.

#eifel

4. Brandenburger Tor: Symbol der Deutschen Einheit

© frank peters

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Baujahr:1789 bis 1793
Must-See:Festival of Lights
Beste Reisezeit:Ganzjährig

Mehr als 30 Jahre ist es her, dass das Brandenburger Tor unerreichbar hinter der Berliner Mauer stand. Bis heute verkörpert dieses grandiose Bauwerk wie kaum ein anderes die Friedliche Revolution von 1989. Mittlerweile ist das Brandenburger Tor für den Autoverkehr gesperrt, sodass ihr ungestört hindurchschreiten könnt.

In einer Quadriga mit vier anmutigen Pferden zieht die Siegesgöttin Viktoria auf dem Dach alle Blicke auf sich. Das altehrwürdige Stadttor Berlins wurde 1791 errichtet und steht auf dem weitläufigen Pariser Platz. Hier beginnt die Prachtstraße Unter den Linden.

#berlin

5. Kölner Dom: Wichtigste Pilgerstätte Europas

Der Kölner Dom am Rhein von der Deutzer Rheinpromenade aus ©pixelliebe

Lohnt sich das? Besuch im Kölner Dom

Bauzeit:632 Jahre
Must-Do:Führung über die Dächer
Besonderheit:UNESCO-Weltkulturerbe

Bereits beim Einrollen in den Hauptbahnhof, ist das Wahrzeichen der Stadt nicht zu übersehen – mit seiner beeindruckenden gotischen Architektur ragt der Kölner Dom hoch über das Stadtbild hinaus. Das mächtige Turmpaar lässt sich mit 533 Stufen erklimmen und bietet, oben angekommen, einen einmaligen Blick über den Rhein, das Umland und die Stadt.

1880 vollendet, zählt der Dom bis heute zu einer der wichtigsten Pilgerstätten Europas. Er beherbergt nicht nur den Dreikönigsschrein, sondern auch die, vom Künstler Gerhard Richter entworfenen, Richter-Fenster, welche aus über 11.000 Farbquadraten in 72 verschiedenen Farben bestehen.

#köln

6. Park und Schloss Sanssouci: Urlaubsresidenz Friedrich des Großen

Burg Rabenstein/Marcel Wricke

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Entstehung:18. Jahrhundert
Must-See:Chinesisches Teehaus
Größe:247 Hektar

Nein, es ist keine Übertreibung, wenn man die einzigartige Parklandschaft von Sanssouci mit Versailles vergleicht. Parliert hat man sowieso auf Französisch, und der preußische König Friedrich der Große konnte sich hier von den aufreibenden Regierungsgeschäften erholen.

Das in feinstem Rokoko erstrahlende Schloss Sanssouci, „ohne Sorge“, die weitläufigen Parkanlagen mit uralten Baumbeständen, das überraschend monumentale Neue Palais oder das exotisch anmutende Chinesische Teehaus: Jeder findet in Sanssouci seinen Lieblingsplatz. Auch sonst ermöglicht Potsdam grandiose Entdeckungen: Versäumt nicht das Holländische Viertel oder den Alten Markt!

#brandenburg

7. Gedenkstätte Berliner Mauer: Zeugnis deutscher Grenzgeschichte

© Stiftung Berliner Mauer

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Baubeginn:13. August 1961
Zerstörung:1994
Höhe:4,2 Meter

Die Berliner Mauer wurde 1961 erbaut, um die Einwohner der DDR davon abzuhalten, in den Westen zu flüchten. Die Häuser an der Ostseite der Bernauer Straße lagen auf dem Gebiet Ost-Berlins, während die Straße selbst schon zum Westen gehörte. Einige Menschen wollten in die Freiheit springen und fanden dabei den Tod.

An der Gedenkstätte Berliner Mauer haben sich Grenzbefestigungen und Mauerteile erhalten oder wurden wiedererrichtet. Ein Denkmal, eine Ausstellung und die „Kapelle der Versöhnung“ gehören zur Gedenkstätte.

#berlin

8. Burg Hohenzollern: Stammsitz der deutschen Kaiserfamilie

Ort:Bisingen
Entstehung:1867
Must-See:Der Blaue Salon

Die Burg Hohenzollern thront majestätisch auf dem 855 m hohen Zollerberg auf halber Strecke zwischen dem Bodensee und Stuttgart. Sie ist in Privatbesitz der Familie Hohenzollern, die im Laufe ihrer Geschichte Fürsten, Könige und sogar Kaiser stellte. Bereits um das Jahr 1000 herum wird in Urkunden eine Burg an derselben Stelle erwähnt.

Das heutige Gebäude wurde allerdings erst in der Zeit zwischen 1850 und 1867 errichtet. Eine Besichtigung mit Führung durch die prachtvollen Innenräume ist für jeden Besucher ein spannendes Erlebnis. Zu den Highlights zählen der Grafensaal, der Blaue Salon und natürlich die Schatzkammer, in der unter anderem die berühmte Krone des letzten deutschen Kaisers zu sehen ist.

#baden-württemberg

9. Zeche Zollverein Essen: Industriegeschichte im UNESCO-Welterbe

Bergbaugeschichte zum Anfassen in Essen ©️Henk Vrieselaar

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Lage:Ruhrgebiet
Must-Do:Führung
Besonderheit:Bergbaugeschichte

Einst war die Kokerei Zollverein die größte Zentralkokerei Europas. Jeden Tag wurden bis zu 8.600 Tonnen Koks hier produziert. 1993 wurde die Zeche dann stillgelegt und gehört seit 2001 sogar zum UNESCO-Welterbe. Seitdem gibt es hier auch das besondere Werksschwimmbad inmitten der alten Industriegebäude. Das Becken wurde aus Überseecontainern gebaut und soll den Industriewandel im Ruhrgebiet thematisieren. Im Winter könnt ihr hier auf Zollverein auch Schlittschuhlaufen.

Im Anschluss solltet ihr euch auf jeden Fall noch die Zeche Zollverein, auch “Eifelturm des Ruhrgebiets” genannt, ansehen. Das Innere könnt ihr innerhalb von Führungen erkunden, die zum Teil von ehemaligen Bergleuten geleitet werden. Aber auch das Außengelände ist spektakulär: Ähnlich wie im Landschaftspark Duisburg werden auch hier in den Abendstunden die Gebäude illuminiert.
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#ruhrgebiet

10. Dresdner Zwinger: Barockes Festspielgelände

© Olena Zn

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Erbaut:1710-1728
Architekt:Matthäus Daniel Pöppelmann
Must-Do:Zwinger Xperience

Der berühmte Dresdner Zwinger wurde einst zur Ausrichtung von Festlichkeiten erbaut. Man kann sich gut vorstellen, wie die Fürsten und gut Betuchten der damaligen Zeit durch das imposante Festspielgelände mit der Orangerie flanieren.

Heute ist der Zwinger eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und beinhaltet die Gemäldegalerie Alte Meister. Einen tollen Blick von oben habt ihr übrigens von der Dachterrasse nebenan. Da befindet sich das Restaurant Felix mit seiner Rooftop-Bar.
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#dresden

Weitere Reiseziele in Deutschland

Schon gewusst? Damit ein Gebäude, eine Ortschaft, Straßen oder Plätze in Deutschland als Denkmal bezeichnet werden können, müssen mehrere Bedingungen erfüllt werden. Baudenkmäler gelten als „historische Baulichkeiten aller Art als Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschichte und Entwicklung.“ Bedeutet, grundsätzlich müssen sie von Hand erschaffen und von kultureller bzw. historischer Bedeutung sein. Häufig werden sie deshalb auch als Kulturdenkmäler bezeichnet und tragen in bestimmten Fällen das UNESCO-Welterbe-Kennzeichen.

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