Überall plätschert es. Wir laufen unmittelbar am Wasser entlang und von allen Seiten kommen kleine Rinnsale und Wasserfälle die Felswände hinunter. So wandern wird an einem warmen Sommertag bei strahlendem Sonnenschein durch die angenehm kühle Wutachschlucht im Hochschwarzwald.

Lohnt sich die Wanderung durch die Wutachschlucht?

Die Wutachschlucht ist ein Wildflusstal im Hochschwarzwald mit mehreren Nebenschluchten. Die Wutach und ihre Nebenflüsse fließen an teilweise 60 bis 170 Meter hohen Felswänden vorbei. Deshalb wird die Wutachschlucht auch oft als Deutschlands größter Canyon bezeichnet.

Um die Wutach mit ihren Nebenflüssen zu erkunden, lohnt sich die 12 km lange Wanderung am Flussufer entlang. Sie zieht sich von der Schattenmühle bis zur Wutachmühle. Anschließend ist noch ein Abstecher zur Engeschlucht und Gauchachschlucht möglich.

Die Wanderung durch die Wutachschlucht ist prinzipiell ganzjährig möglich und zu jeder Jahreszeit sehenswert. Achtet aber darauf, dass es im Winter, wenn es kühl und niederschlagsreich ist, oft nicht trocknet. Dadurch werden die Wege abschüssiger und rutschiger. Informiert euch also vorab über den Zustand der Wege.

Instatipp: Aufgrund der Dunkelheit ist Fotografieren in der Klamm nicht ganz einfach. Tolle Fotomotive gibt es dennoch. Zum Beispiel den Dietfurter Wasserfall oder die Felsengalerie etwa auf halber Strecke.

Anreise zur Schattenmühle

Startpunkt:Schattenmühle
Strecke:12 km
Höhenmeter:433 m
Gehzeit:5 Stunden
Beste Reisezeit:Ganzjährig

Die Schattenmühle ist von Stuttgart aus in etwas über 1,5 Stunden zu erreichen. Der Parkplatz befindet sich unmittelbar neben dem gleichnamigen Restaurant. Parkgebühr wird keine fällig.

Ich empfehle euch einen leichten Wanderschuh mit guter Profilsohle anzuziehen. Es gibt keine schwierigen Geröllpassagen zu überwinden und in zu steifen Schuhen brennen aufgrund der Länge der Tour im späteren Abschnitt eventuell die Fußsohlen. Achtet aber darauf, dass ihr trotzdem einen sicheren Stand habt und ihr euch auf den Grip verlassen könnt.

Beim Proviant könnt ihr auch leicht packen. Genügend Wasser solltet ihr dabei haben und vielleicht einen Snack für zwischendurch. Ansonsten warten sowohl am Anfang als auch am Ende Einkehrmöglichkeiten auf euch, um die Kraftreserven wieder aufzufüllen. Allerdings schadet es auch bei bestem Wetter nicht, ein langes Shirt und eine wasserfeste Jacke einzupacken. Durch die Kombination aus Wasser und Schatten kann es auch im Hochsommer an einigen Stellen kühl werden.

Verwurzelte Waldwege

Nun geht es tiefer in den Wald hinein. Es riecht nach Holz und Laub. Der Waldboden ist weich und federt die Schritte gut ab. Ich richte trotzdem den Blick in Richtung Füße, um keine Wurzel zu übersehen und zu stolpern. Ansonsten lässt es sich gut gehen. Es ist ein gemütlicher Wanderweg, ohne großartige Steigungen.

Ein bisschen Trittsicherheit wird erst dann notwendig, wenn ein Wässerchen auf den Weg rinnt. So werden Wurzeln und Steine rutschig und der Untergrund matschig. Aber irgendwie machen es diese Passagen auch spannend.

Und nicht alle Wasserfälle, an denen wir vorbeikommen, verwandeln den Weg zur Sumpflandschaft. Nach einigen Kilometern kommen wir am Dietfurter Wasserfall vorbei. Ein Vorhang aus Wasser tröpfelt ringsum nach unten. Gleichmäßig und filigran. Wie einzelne Perlenketten hängen die Wasserstrahlen an einem moosbewachsenen Felsen. Es schaut fast unecht aus.

Massive Felswände in der Engeschlucht

Wir erweitern die Tour um die Strecke durch die Gauchachschlucht und Engeschlucht hindurch. Dazu biegen wir noch vor dem Zielpunkt Wutachmühle in Richtung Grillplatz Seewiese und Drei-Schluchten-Halle nach links ab.

Wenig später befinden wir uns auf einem schmalen Steig. Wir laufen auf einem Felsabsatz, der nur wenige Zentimeter breit ist. Über mir erhebt sich die Felswand noch meterweit in die Höhe. Auf der anderen Seite blicke ich auf den Fluss zu meinen Füßen. An dieser Stelle ist ein bisschen Konzentration erforderlich. Zur Sicherheit gibt es an der Seite sogar ein Drahtseil zum Festhalten.

Viel Betrieb ist aber sowieso nicht. Während uns in der Wutachschlucht etliche andere Wanderer begegnet sind, sind wir auf dem Abstecher über den 3-Schluchten-Weg nahezu alleine unterwegs. Ich genieße die Ruhe und kann die Natur so noch besser auf mich wirken lassen.

Weitere Sehenswürdigkeiten
  • Felsengalerie Wutachschlucht
  • Kanzelfels in der Wutachschlucht
  • Haslachschlucht mit Rechenfelsen
  • Großer Rötenbach Wasserfall
  • Lotenbachklamm Wasserfall

Fazit

Die Wanderung durch die Wutachschlucht ist zwar nicht schwierig, aber relativ lang. Um es gemütlich anzugehen, solltet ihr für die Tour einen Tag einplanen. So müsst ihr euch nicht hetzen und könnt zwischendurch die Füße ins Wasser halten und den Tag in der Natur mit allen Sinnen genießen.

Wenn ihr nicht die gesamte Tour gehen möchtet, dann lohnt sich auch der kürzere Weg durch den 3-Schluchten Pfad allein. Das sind insgesamt nur drei Stunden Gehzeit. Diese Wanderung beginnt und endet an der Drei-Schluchten-Halle bei Bachheim.

Oder aber ihr möchtet noch mehr vom Hochschwarzwald erleben. Dann könnt ihr sogar mehrere Tage am Stück wandern. Zum Beispiel über den Schluchtensteig. Der führt über 119 km und 6 Tagesetappen von Blumberg über die Wutachschlucht und den Schluchsee nach St. Blasien, Todtmoos und schließlich nach Wehr.

Lage

Praktische Links

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