Fast senkrecht fallen die Felsen der Berchtesgadener Alpen zum Ufer des wohl bekanntesten Gebirgssees in Bayern hinab. Einen Weg ganz rundherum gibt es nicht. Will man den Königssee überqueren, muss man schon das Boot nehmen. Ein verhältnismäßig kurzes Stück führt am Ostufer entlang zu einem Naturpool, den mittlerweile viele Hobby-Fotografen als Hotspot für sich entdeckt haben. Lohnt sich die Wanderung zum Königsbachfall?

Wanderung zum Naturpool am Königssee

Ich, als sozusagen „Fast-Einheimische“, möchte diesen besonderen Ort auch endlich einmal gesehen haben. Einen Naturpool, der direkt vor dem Königsbachfall in den Felsen vor dem Abgrund zum Königssee liegen soll – den will sich Fotograf @knusperino auch nicht entgehen lassen. Spontan alles am Vortag ausgemacht und los geht’s an einem Montagnachmittag nach Bayern.

#königssee #wandern

Instatipp: Den Naturpool kann man zu jeder Tageszeit super fotografieren. Das Wetter muss nicht zwingend schön sein, da die Sonnenstrahlen nicht direkt einfallen. Aber ACHTUNG beim Fotografieren, da es rund herum sehr rutschig ist.

Anreise nach Schönau am Königssee

Von Salzburg kommend fahren wir über die Königsseer-Bundesstraße nach Berchtesgaden und weiter nach Schönau, direkt zum großen Parkplatz am Königssee. Die Parkplatzgebühr beträgt 5 Euro am Tag. Laut Wegbeschreibung zum Naturpool sind es etwa 400 Höhenmeter und gesamt 7 Kilometer für den Hin- und Rückweg. Also planen wir etwa drei Stunden inklusive Fotos für unsere Outdoor-Aktivität ein.

Wanderung zum Königsbachfall

Als wir am Parkplatz starten, haben wir Menschenmassen erwartet, da hier viele Touristen tagtäglich zur Königsseeschifffahrt – man könnte fast sagen – „pilgern“. Es ist ziemlich bewölkt und auch Regenschauer sind vorhergesagt, sodass gar nicht so viele Leute unterwegs sind. Wir wandern auf einem beschilderten Pfad die ersten 15 Minuten zum Malerwinkel, einem wunderschönen Aussichtspunkt direkt am Königssee. Hier teilt sich der Weg und es geht links hoch zur Rabenwand (weitere 20 Minuten). Dort beginnt ein schmaler, unmarkierter Pfad in Richtung Königsbachfall, der bei Nässe durch zahlreiche Baumwurzeln und das erdige Gelände ziemlich rutschig werden kann.

Kamera nicht vergessen

Wir sind allerdings mit festen Wanderschuhen, Regenjacke, Rucksack und sogar einem pinken Regenschirm gut ausgerüstet. Mit dabei auch Badehandtücher, Bikini bzw. Badehose sowie warme Kleidung, denn die Wassertemperaturen in einem Naturpool stellen wir uns nicht gerade angenehm vor. Nicht fehlen darf bei diesem Ausflug natürlich eine Kamera, Handy und auf jeden Fall auch eine Portion Trittsicherheit und etwas Kondition.

Fotoshooting im Naturpool

Den schon von weiten hörenden Geräuschen des Wasserfalls folgen wir, bis wir nach knapp einer Stunde Gehzeit direkt vor dem gesuchten Naturpool stehen. Eine junge Frau steigt gerade aus dem Becken – ihr Begleiter packt die Kamera in den Rucksack. Links und rechts vom Naturpool führen Wege nach unten zum Beckenrand, sodass man gut sieht, wo man am besten ins Wasser steigen kann. Über die rechte Seite ist es deutlich einfacher danach wieder über den glitschigen Rand herauszukommen, also steige auch ich hier ins Wasser, um das begehrte Foto zu bekommen. Puh, das Wasser ist eiskalt! Lange hält man es darin wirklich nicht aus.

Fazit

Beim Heraussteigen ist größte Vorsicht geboten. Es kann wirklich sehr gefährlich werden. Vom Beckenrand des Naturpools fällt der Königsbachfall einige Meter über die Felsenstufen hinab, wo man auf keinen Fall das Gleichgewicht verlieren sollte. Im Frühjahr sollte auf das Baden sogar gänzlich verzichtet werden, da die Strömung zu stark ist. Aber lohnt es sich nun zum Naturpool zu wandern? Meiner Meinung nach ganz klar – JA! Wer sich an heißen Tagen etwas ungefährlicher dort abkühlen will, dem ist der kleine Wasserfall dahinter ein guter Tipp und auch ein wunderschönes Fotomotiv.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Wenn ihr euch den Naturpool mal anschauen wollt, empfehle ich euch den ganzen Tag am Königssee zu verbringen und beispielsweise noch mit dem Boot nach St. Bartholomä zu fahren und dort noch Richtung Eiskapelle direkt am Fuße der Watzmann-Ostwand zu spazieren. Alternativ ist für Klettersteiggeher der Parkplatz am Königssee auch Ausgangspunkt für einen der drei Klettersteige auf den Grünstein. Oder man genießt einfach ganz entspannt einen Kaffee direkt am Ufer. Die Wirkung der Natur auf die Seele kann man ja doch nicht mit einem Foto einfangen.

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