Die Sächsische Schweiz ist schon längst kein Geheimtipp mehr in Deutschland. Viel zu bekannt sind mittlerweile die Sehenswürdigkeiten im Elbsandsteingebirge wie die Schrammsteine, der Kuhstall oder die Bastei mit schwindelerregenden Ausblicken zwischen imposanten Felsnadeln. Daneben gibt es aber einige Orte, die selbst unter Einheimischen als Geheimtipps gelten. Wir stellen euch 10 Sehenswürdigkeiten in der Sächsischen Schweiz vor, die noch unentdeckt sind.

Unentdeckte Ausflugsziele in der Sächsischen Schweiz

Das Elbsandsteingebirge liegt südlich von Dresden und erstreckt sich von Deutschland bis nach Tschechien. Die Anreise ist gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln machbar. Die Hauptattraktionen sind locker mit der Bahn zu erreichen. Das dauert in vielen Fällen auch gar nicht länger mit dem Auto. Auch eine Fahrt mit dem Raddampfer über die Elbe bietet sich an. Da könnt ihr ähnlich wie im Zug an verschiedenen Haltepunkten je nach Belieben aus- und wieder zusteigen. Mit Bus und Bahn gelangt ihr auch zu den unentdeckten Sehenswürdigkeiten der Sächsischen Schweiz.

#sächsischeschweiz

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1. Sebnitztal: Malerische Flusslandschaft

Ausgangspunkt:Bahnhof Ulbersdorf
Richtung:Buttermilchmühle
Tipp:Bahnfahren

Der Ort Sebnitz liegt an der deutsch-tschechischen Grenze. Erreichbar ist die Stadt, die für ihre künstlichen Seidenblumen in ganz Deutschland bekannt ist, mit dem Auto oder von Bad Schandau aus mit der Nationalparkbahn Sächsisch-Böhmische Schweiz. Der Streckenabschnitt durchs Sebnitztal gilt als besonders reizvoll, führt durch insgesamt sieben Tunnel hindurch und über zahlreiche Brücken und Viadukte hinweg.

Auch zu Fuß lohnt sich die Wanderung durch das Sebnitztal. Ihr folgt dem Lauf der Sebnitz über einen kleinen Steig durch den Wald. Der Weg verläuft in einer ähnlichen Neigung wie der Fluss. Es geht also vorwiegend eben dahin. Allerdings ist teilweise Trittsicherheit erforderlich, denn gerade an regnerischen oder feuchten Tagen kann der laubbedeckte Untergrund rutschig sein und es geht abschüssig bergab.

Je nachdem, ob ihr eine ausgedehnte Wanderung oder nur einen Spaziergang machen möchtet, geht ihr nur ein Stück oder legt den gesamten Weg zwischen Bad Schandau und Sebnitz zu Fuß zurück. So könnt ihr beispielsweise den Hinweg entlangwandern und mit der Bahn zurückfahren. Besonders lohnenswert ist der Abschnitt ab dem Bahnhof Ulbersdorf in Richtung der ausgewiesenen, ehemaligen Buttermilchmühle.

2. Arnstein im Kirnitzschtal: Ehemalige Raubritterfestung

Ausgangspunkt:Neumannmühle
Gehzeit:3 Std. (hin-/zurück)
Tipp:Kleinsteinhöhle

Über Treppen, Leitern, durch Felsgänge und Wälder geht es zum Gipfel des Arnsteins hinauf. Der Arnstein selbst ist auch als Ottendorfer Raubschloss bekannt. Denn zwischen den Felsen finden sich noch immer die Überbleibsel einer ehemaligen Wehranlage. Es sind Stufen, Felszeichnungen und eine 5 Meter tiefe Zisterne erhalten. Die Burg galt wohl mal als eine der bedeutendsten Festung der Sächsischen Schweiz. Allerdings wurde sie zum Ausgangspunkt für Raubritter und 1451 schließlich zerstört. Ein Modell der Festung ist im Museum von Bad Schandau zu sehen. Einer Sage nach habe der letzte Raubritter einen Schatz am Arnstein versteckt. Der wurde aber nie gefunden.

Vom Gipfel des Arnsteins könnt ihr den Nationalpark Sächsische Schweiz und die bekannte Sehenswürdigkeiten überblicken. Zum Beispiel seht ihr die Affenstein, die Schrammsteine und den Neuen Wildenstein. Zudem rückt der Kleine Winterberg in Sichtweite. Einkehrtipps in der Nähe sind die Neumannmühle und die Buschmühle. Dort befinden sich auch Parkmöglichkeiten.

Ein weiteres Highlight ist die Kleinsteinhöhle ganz in der Nähe. Vom Arnstein zurück, folgen wir dem Wegweiser zur Kleinsteinhöhle. Etwa 30 Minuten unterhalb des Arnsteins steigen wir erneut über Leitern und Treppen zur Höhle hinauf. Die Höhle ist eigentlich gar keine wirkliche Höhle, denn sie ist zu beiden Seiten geöffnet. Sie hat viel mehr die Form eines gotischen Bogens. Das fanden auch die Kunstschaffenden der Romantik sehr beeindruckend.

3. Burg Stolpen: Festung aus Basalt

Erbauung:1100 bis 1200
Attraktion:Basaltsäulen
Einkehrtipp:Zehrgarten

Etwa 27 km östlich von Dresden liegt die Burg Stolpen. Seit 1222 ist die Burg Stolpen erstmals urkundlich erwähnt. Man geht jedoch davon aus, dass bereits im Jahr 1100 mit den Baumaßnahmen begonnen wurde. Dadurch, dass Burg Stolpen vollständig aus Basalt errichtet wurde, ist sie eine bauliche Besonderheit. Außerdem gibt es in der Festung den mit 84 Metern tiefste natursteinbelassenen Basaltbrunnen der Erde. Aus dem Brunnen könnt ihr übrigens hin und wieder die Stimme von Basaltus, dem Burggeist, erklingen hören.

Seit 1877 ist die Burg für die Öffentlichkeit zugänglich. Dazu wurde vormals ein Schlosswärter angestellt, zu dessen Aufgaben das Herumführen von Touristen zählte. Heutzutage wird die Burganlage jährlich im Durchschnitt von 100.000 Ausflugsgästen besucht.

Auf der Burg gibt es aktuell drei Hauptausstellungen. Zum einen ist das die Daueraustellung zu Gräfin Cosel, der berühmtesten Mätresse von August dem Starken. Sie war fast ein halbes Jahrhundert hinter den dicken Gemäuern eingesperrt. Die zweite Ausstellung setzt sich mit der mittelalterlichen Foltermethoden auseinander. Bis zum Ende der Folter in Sachsen im Jahr 1770 war die Folterkammer auf Schloss Stolpen in Betrieb und gibt dementsprechend auch heute noch einen Einblick in die mittelalterlich grausige Rechtsgeschichte. Die dritte Dauerausstellung widmet sich dem Stolpener Basalt. Denn dort wurde der Begriff „Basalt“ erstmals verwendet.

4. Diebeshöhle am Quirl: Ausflug in die Dunkelheit

Tiefe:28 Meter
Höhe:Bis zu 4 Meter
Tipp:Aussicht auf dem Quirl

Die Diebeshöhle am Quirl ist eine der größten Höhlen der Sächsischen Schweiz. In der Länge misst sie 28 Meter, in der Breite erreicht sie 8 Meter und die höchste Deckenhöhe liegt bei 4 Metern. Nehmt am besten eine Taschenlampe mit, denn ganz hinten könnt ihr ohne Licht nichts mehr sehen. Am Höhleneingang steht ein steinerner Tisch. Dort haben früher kurfürstliche Jagdgesellschaften zusammengesessen. Heute wird die Stelle oft als Feuerstelle missbraucht. Dadurch sind die Wände zum Teil angerußt.

Der Quirl selbst ist 350 Meter hoch. Damit ist er einer der niedrigeren Tafelberge der Sächsischen Schweiz. Auch der Aufstieg ist gemütlicher. Über breite Wege geht es durch Wälder bergauf. Oben erwartet euch die größte und geschlossenste Platte der Steine der Sächsischen Schweiz. Ehemals waren dort sogar Felder. Rings um den Sockel herum führt schließlich die Obere Quirlpromenade. Sie gilt als eine der schönsten Hochwaldsteige der Sächsischen Schweiz.

Tipp: Der Ausflug zum Quirl lässt sich gut mit einer Wanderung zum Pfaffenstein oder einem Besuch der Festung Königstein verbinden. Beides liegt in der Nähe.

5. Lampertsstein im Bielatal: Genialer Aussichtsberg

Ausgangspunkt:Bielatal
Höhe:440 Meter
Tipp:Herkulessäulen

Etwas abseits in der Nähe des Bielatals liegt der 440 Meter hohe Lampertsstein. Von unten ist er kaum auszumachen. Der Wald hat ihn vollständig bedeckt. Auf den letzten Metern könnt ihr euch für zwei alternative Wege entscheiden. Entweder ihr marschiert etwas unterhalb des langgezogenen Bergrückens an imposanten Felsen vorbei, oder aber ihr lauft direkt auf dem Tafelberg über den Kammweg in Richtung Aussichtspunkt. Am Schluss müsst ihr noch eine Brücke überwinden und steht schließlich vor einem sensationellen Panorama.

Von der Aussicht könnt ihr weite Teile der Sächsischen Schweiz überblicken. Dort liegen von links nach rechts schauend die Festung Königstein sowie Pfaffenstein und Lilienstein im Hintergrund. Der Blick schweift weiter über den Gohrisch und den Papstein. Letzterer ist übrigens ein toller Spot, um den Sonnenuntergang zu genießen. Noch weiter auf der rechten Seite blickt ihr dann weit in den Nationalpark hinein. Dort könnt ihr die Schrammsteine markant aus der bewaldeten Fläche hervorschauen sehen.

Wenn ihr schon in diesem Teil der Sächsischen Schweiz seid, solltet ihr anschließend auch den Herkulessäulen einen Besuch abstatten. Diese liegen auf der anderen Seite des Bielatals. Imposant ragen die skurril geformten Felstürme in die Höhe. Es ist vor allem ein beliebtes Klettergebiet. Aber auch für Wanderer lohnt sich der Abstecher dorthin.

6. Gautschgrotte im Nationalpark: Mächtige Felslandschaft

Ausgangspunkt:Hohnstein
Länge Rundtour:10,9 km
Tipp:Brandaussicht
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Direkt am Ende des malerischen Örtchens Hohnstein beginnt der Nationalpark. Von dort sind es etwa 1,5 Kilometer bis zur Gautschgrotte. Der breite Weg schlängelt sich oberhalb des Polenztal durch den Wald und bereits nach wenigen Minuten kommt ihr am sogenannten Bärengarten vorbei. An dieser Stelle wurden früher Bären gehalten, die zu Tierkämpfen nach Dresden transportiert wurden. Heute ist davon kaum noch was zu erahnen. Einzig eine dicke Mauer weist auf die Geschichte des Ortes hin.

Weiter geht es am Großen Halben vorbei auf einen schmalen Abzweig zu. Die Gegend fühlt sich ursprünglich und wild an. Und mit jedem Meter, den ihr dem Pfad zwischen moosbewachsenen Steinen und knorrigen Baumstämmen hindurch folgt, wird das Gefühl verstärkt. Bis vor euch plötzlich eine gewaltige Felswand auftaucht. Ein kleines Rinnsal tropft die steinerne Fläche hinab. Ansonsten ist es ganz still. Dieser Ort strahlt eine gewisse Ehrfurcht aus. Und wenn man davor steht, fühlt man sich plötzlich ganz klein.

Damit aus dem Ausflug eine ausgewachsene Wanderung wird, solltet ihr noch ca. 6 Kilometer zur sogenannten Brandaussicht dranhängen. Von dort habt ihr einen genialen Blick über die Bastei, den Rauenstein, Lilienstein und Pfaffenstein bis hin zum Zirkelstein. Auch die Schrammsteine sind zu sehen.

7. Katzfels: Schwindelfreiheit von Vorteil

Ausgangspunkt:Waldbad Cunnersdorf
Max. Höhe:474 m
Tipp:Signalaussicht

Von unten ist der Katzfels nicht auszumachen. Man mag kaum glauben, dass es dort irgendwo tief im Wald so steil nach oben gehen soll. Ausgangspunkt der kurzen Tour ist der große Parkplatz am Waldbad bei Cunnersdorf. Von dort geht es zuerst noch ganz normal nach oben. Es ist nicht wirklich steil und es geht durch ein idyllisches Waldstück hindurch. Dann irgendwann führt der Weg näher an einen Felsen heran.

Ab diesem Punkt wird es spektakulärer. Eine Treppe führt auf den Katzstein hinauf. Das ist ein großes Plateau. Und darauf erhebt sich eindrucksvoll der Katzfels. Wie ein Turm ragt eine einzelne Felsnadel in die Höhe. Die ist durch eine steile Leiter erschlossen. Denn ganz oben befindet sich eine kleine Aussichtsplattform. Für den Aufstieg über die Leiter solltet ihr aber unbedingt schwindelfrei sein. Denn im oberen Drittel ist die Luft unter den Füßen deutlich zu spüren. Achtet beim Aufstieg unbedingt auch auf die Umgebung. Denn rechts neben der Leiter sitzt eine steinerne Katze. Das ist ein cooles Fotomotiv.

Der Katzfels ist spektakulär. Die bessere Aussicht habt ihr aber einige Meter entfernt an der Aussichtskanzel Signal. Früher hat man von hier aus nach Waldbränden Ausschau gehalten. Heute genießt man hier oben nur noch das Panorama. Denn der Blick reicht von der Festung Königstein über Pfaffenstein, Lilienstein, Papstein und Gohrisch zu den Schrammsteinen mit dem Großen Winterberg und schließlich bis zum Großen Zschirnstein.

8. Lichterhöhle am Kleinhennersdorfer Stein

Länge:21 m
Breite:14 m
In der Nähe:Wildgehege

Mit 21 m Länge und 14 m Breite ist die Lichterhöhle eine der größten Höhlen im Elbsandsteingebirge. Allerdings ist es keine natürliche Höhle. Sie ist zu Zeiten des Bergbaus entstanden, als hier am Fuße des Kleinhennersdorfer Steins, Sand abgebaut wurde.

Heutzutage ist sie vor allem um die Weihnachtszeit ein Tipp. Denn dann wird auch klar, woher die Lichterhöhle ihren Namen hat. Mit etwas Glück brennen zahllose kleine Teelichte in den Buchten am Höhlenrand. Dann sind hier die weihnachtliche Vorfreude, Ruhe und Besinnlichkeit zu finden. Im Sommer lohnt sich der Abstecher auch. Vor allem, weil ihr am Kleinhennersdorfer Stein gemeinsam mit der Eishöhle und der Hampelhöhle gleich drei Höhlen bestaunen könnt.

Wenn ihr mit der Familie unterwegs seid, solltet ihr anschließend noch einen Abstecher zum nahegelegenen Wildgehege einlegen. Dort ist Damwild zu sehen. Und die neugierigen Hirsche kommen ganz nah an den Zaun heran und lassen sich mit etwas Glück sogar streicheln.

9. Rauenstein: Gratwanderung mit uriger Hütte

Ausgangspunkt:Kurort Rathen
Höhe:304 m
Tipp:Sonnenuntergang

Die Wanderung über den Grat am Rauenstein beim Kurort Rathen vereint all das, was die Sächsische Schweiz ausmacht. Es geht über Leitern und Stege hinweg. Immer wieder gibt es schwindelerregende Tiefblicke von steil abfallenden Felsen und ihr habt einen genialen Blick auf die Basteibrücke und die Festung Königstein. Sogar an einer Höhle kommt ihr vorbei.

Ziel ist die Gaststätte am Rauenstein. Auf der gemütlichen Terrasse vor der urigen Holzhütte sind Fässer als Stehtische aufgestellt und es gibt auch normale Tische und Bänke, um die Beine ein bisschen zu entspannen. Probiert hier unbedingt das lokal gebraute Bier. Das kommt nämlich aus einer kleinen Brauerei aus Schmilka. Und auch generell legt der Gastwirt viel Wert auf regionale Speisen.

Tipp: Plant die Runde so, dass ihr am Abend an der Hütte ankommt. Denn von dort oben könnt ihr den Sonnenuntergang beobachten. Der Abstiegsweg wird dann sogar beleuchtet.

10. Napoleonschanze: Geschichtsträchtige Hügelkuppe

Ausgangspunkt:Hohnstein
Must-Do:Picknicken
Übernachtungstipp:Burg Hohnstein

Die Napoleonschanze befindet sich am Schanzberg. Mittlerweile ist der Hügel bewaldet. Das war nicht immer so und auch der Name kommt nicht von ungefähr. Im frühen 19. Jahrhundert waren Napoleons Truppen an diesem Ort versammelt und es kam im sächsisch-böhmischen Gebiet zu erbitterten Kämpfen.

Eine Infotafel berichtet vor Ort über die Ereignisse der damaligen Zeit. Ansonsten ist der schattige Ort, der im Frühling von Wildblumen umringt ist, ein Platz zum Abschalten und zum Ruhe genießen. Eine Picknickbank vor Ort lädt zum Verzehr von mitgebrachten Speisen ein.

Im Anschluss lohnt sich ein Besuch von Hohnstein mit seiner Burg. Dort sind die Quarkkeulchen, die es in der Burgschänke gibt, empfehlenswert und ihr habt von der Außenterrasse außerdem einen genialen Tiefblick ins Polenztal hinab. In den alten Gemäuern der Burg kann man übrigens sogar übernachten.

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