Wolkenfels. Heiliger Berg der Ureinwohner. Das mystische Wahrzeichen Gran Canarias. So viele wunderbare Umschreibungen, die mich schon vor unserem Aufstieg zum berühmten Monoliten hellauf begeistern. Wir lassen uns mit dieser leichten Wanderung viel Zeit, denn wir wollen die magische Aura und üppige Natur vollends aufsaugen.

Lohnt sich eine Wanderung zum Roque Nublo auf Gran Canaria?

Der Roque Nublo (spanisch für „Wolkenfels“) ist Gran Canarias beeindruckendstes Natur-Wahrzeichen und mit einer Höhe von 1.813 Metern über dem Meeresspiegel der dritthöchste Punkt der kanarischen Insel. Mit seinem zusätzlich 65 Meter hohen Basaltmonoliten ist er ein beliebter Ausflugs- und Fotografiepunkt für Einheimische wie Touristen. Der Heilige Berg der Ureinwohner wirkt von Pinienwäldern und traumhaft schöner endemischer Flora nahezu eingerahmt und übt auf viele eine magische Anziehung aus.

Instatipp: Durch eine nicht ganz leicht zu findende Felsspalte lässt sich der Aussichtspunkt mit Blick auf die weiteren umliegenden Berge fotografisch perfekt einrahmen. Wer neugierig ist, kann kurz nach unten scrollen und mein persönliches Beispielbild entdecken.

Sommerliches Feeling zur Weihnachtszeit

Eintrittskosten:frei
Dauer:ca. 30 min
Strecke:ca. 2 km
Höhenmeter:180 m
Tipp:Sonnenaufgang genießen

Wir starten früh. „Aufstehen!“, brüllt mein Wecker mir trotz lieblicher Klänge mitten in der Nacht ins noch verknautschte Gesicht entgegen. Wir haben keine Klimaanlage in unserem Zimmer und quälen uns daher etwas verschwitzt aus dem Bett. Das morgendliche Duschen überspringen mein Partner Leo und ich, denn wir wollen nach unserer geplanten Wanderung zum Roque Nublo wieder vorm Frühstück zurück in unserem familiengeführten Hostel in Las Palmas de Gran Canaria sein.

Ein weiterer Blick auf mein Smartphone verrät mir: Morgen ist Weihnachten! Ich quieke innerlich vor Freude und greife schmunzelnd nach der Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30. Wer schon einmal zur festlichen Jahreszeit auf einer der sieben Kanarischen Inseln war, der weiß: Auch im Dezember strahlt die warme Urlaubssonne mit glücklichen Reisenden um die Wette – und das nicht zu knapp!

Anreise und Aufstieg zum Roque Nublo

Circa eine Stunde später parken wir unseren Mietwagen am „Roque Nublo Car Park“, einem gut ausgeschilderten Parkplatz in der Mitte Gran Canarias. Von dort spazieren wir über erdige Wanderwege, vorbei an riesigen Pinien und schrägen Felsformationen. Nach circa 20 Minuten entspanntem Fußweg gelangt ihr zum ersten Felsplateau. Von hier aus haben wir den Roque Nublo bereits gut im Blick und von nun an dauerhaft in Sichtweite. Von dort sind es noch rund 10 Minuten bis zum Peak.

Währenddessen bequatschen unsere weiteren Urlaubspläne ohne dabei auch nur annähernd aus der Puste zu kommen. Ihr seht: Dieser Aufstieg ist auch für ungeübte Hikingfans, die beim Wandern gerne über Gott und die Welt plaudern, problemlos zu bewerkstelligen. Einzig die Besteigung des Roque Nublos selbst ist allerdings erfahrenen Kletterern und Boulder-Profis vorenthalten.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Wir sind während des Aufstiegs die einzigen Besucher des Naturparks und genießen gemeinsam schweigend die letzten paar hundert Meter Fußweg zum spektakulären Gipfelfelsen. So könnte wirklich jeder Tag beginnen!

Gemeinsame Spot-Suche und flauschiger Gast-Fotograf

Normalerweise habe ich einen guten Blick für Fotos und richte mich nicht unbedingt nach Vorgaben aus dem Internet. Mir macht es meistens viel mehr Spaß, selbst ein wenig kreativ zu werden, anders zu denken, umzudenken, die Perspektive zu wechseln – einfach etwas gänzlich Neues zu erfinden und fotografisch festzuhalten.

Aber hier oben auf dem Roque Nublo, da will ich ihn auf Teufel komm raus entdecken: Diesen einen Winkel. Es ist eine auffällige Felsspalte, die einen rundlichen Aussichtspunkt natürlich einrahmt und diesem magischen Ort dadurch sogar noch mehr Ausdruck verleiht als eigentlich sowieso schon. Und so krabbeln Leo und ich am Fuße des Roque Nublos entlang, bücken uns, strecken uns, halten Ausschau nach der Perspektive, die uns auf Instagram und Co. wirklich ständig ins Auge gestochen ist und unsere Fotografieherzen höher schlagen lässt.

„Da!“, ruft Leo plötzlich aus und deutet auf ein absolut unscheinbares und klitzekleines Loch im Felsen. „Da?“, frage ich ungläubig und gucke selbst durch die kaum sichtbare Lücke des Basalts. Tatsächlich! Die Felsspalte war so viel kleiner als ursprünglich gedacht. Wir freuen uns unheimlich, dass wir sie entdeckt haben und wollen gerade mit dem Shooten beginnen, da nehmen wir direkt hinter uns ein schnaufendes Etwas wahr: Ein süßer Malteser-Welpe begutachtet und beschnüffelt uns, stapft fröhlich um unsere Füße herum und ist sichtlich verwundert, dass sich zwei völlig Fremde auf seiner morgendlichen Gassiroute verirrt haben.

Sein Herrchen möchte ihn gerade zurückpfeifen, doch wir winken lachend ab und signalisieren dem Besitzer, dass wir uns vom geschulten Argusauge des einheimischen Wau-Waus gerne den einen oder anderen Tipp für weitere spannende Fotowinkel abschauen möchten.

Fazit

Die Wanderung zum Roque Nublo ist eine absolute Empfehlung meinerseits. Und zwar 365 Tage im Jahr. Auch als Sonnenaufgangswanderung ist mir die Tour in guter Erinnerung geblieben.

Denn als bekennender Morgenmuffel tue ich mich zugegebenermaßen recht schwer, für abenteuerliche Ausblicke in aller Herrgottsfrühe das kuschelige Hotelbett zu verlassen und mit knurrendem Magen Berge zu erklimmen. Dieser Ausflug beziehungsweise Aufstieg war allerdings anders als die anderen zuvor: Es war kaum bis gar nicht anstrengend, die Natur war von Beginn an trotz der noch vorhandenen Dunkelheit schön anzusehen und wir haben jeden Augenblick genossen.

Auch die direkte Umgebung bietet in meinen Augen tolle Möglichkeiten, die unberührte Natur Gran Canarias mit allen Sinnen aufzusaugen. Wer ebenfalls wie wir gerne Rundreisen mit verschiedenen Unterkünften plant, der sollte für ein weiteres Naturhighlight zu den Dünen von Maspalomas fahren, die sich im Süden der Insel befinden.

Lage

Praktische Links

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