Die Serles thront von Weithin sichtbar über dem Inntal. Wahrscheinlich hat sie jeder, der schon mal in der Nähe von Innsbruck, oder über den Brenner unterwegs war, schon mal gesehen. Ein mächtiger, freistehender Berg, der von unten schier unbezwingbar wirkt. Aber es gibt Touren hinauf. Nur ein bisschen Kondition ist notwendig, vor allem dann, wenn ihr die Route aus Kampl im Stubaital für den Aufstieg wählt. Aber ich sage euch: Der Ausblick vom Gipfel über die Tiroler Bergwelt entschädigt für die Strapazen.
Lohnt sich die Bergtour auf die Serles im Stubaital?
Die Wanderung auf die Serles startet in Kampl im Stubaital. Von hier geht es sportlich nach oben. Insgesamt gilt es rund 1.750 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Dadurch, dass es eine Rundtour ist, geht es nicht über den gleichen Weg wieder bergab, sondern wir wandern anschließend weiter in Richtung Kloster Maria Waldrast und zur Bergstation der Serlesbahn in Mieders.
Nach dem ersten Aufstieg durch den Wald bis zum Gasthaus Wildeben wird es freier und exponierter. Gute, sichere Wetterverhältnisse sind also unbedingt erforderlich. Und es gibt nach dem Gasthaus keine weiteren Hütten am Wegesrand. Denkt also auch an ausreichend Verpflegung, Wasser und natürlich an den Sonnenschutz.
Fototipp: Mein liebstes Fotomotiv befindet sich am Speicherteich direkt an der Bergstation der Serlesbahn. Hier ist die Serles in ihrer vollen Pracht zu sehen. Und wenn ihr die Kamera richtig positioniert, spiegelt sich die Form in der Wasseroberfläche.
Anreise ins Stubaital
| Start: | Kampl im Stubaital |
| Strecke: | 12,1 km |
| Höhenmeter: | 1.750 m |
| Gehzeit: | 8 Stunden |
| Schwierigkeit: | Schwer |
Wir starten früh. Deshalb sind wir auch schon am Vorabend angereist und haben im Stubaital übernachtet. Morgens nehmen wir den Bus zum Ausgangspunkt nach Kampl. Der verkehrt hier im Tal alle 30 Minuten. Mit der Gästekarte, die es im Hotel gibt, kann man ihn kostenlos nutzen. Und ab Innsbruck kommt ihr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ebenfalls gut zum Ausgangspunkt.
Falls ihr mit dem Auto anreist, empfehle ich, auf dem großen Parkplatz in Mieders an den Serlesbahnen zu parken und dann ebenfalls mit dem Bus zum Ausgangspunkt zu fahren. Denn in Kampl gibt es keine großen, ausgewiesenen Parkflächen. Und dadurch, dass es eine Rundtour ist, kommt ihr am Ende genau am Parkplatz der Seilbahn auch wieder raus.




Steiler Anstieg durch den Wald bis Wildeben
Eine Schonfrist gibt es nicht. Wir folgen dem schmalen Pfad, der von Anfang an steil bergan führt. In vielen kleinen Serpentinen wandern wir durch den Wald. Hier solltet ihr langsam und kontinuierlich einen Fuß vor den anderen setzen und einfach durchhalten. Viele Aussichten gibt es bis zum Gasthof Wildeben sowieso nicht.
Danach wird es dann schlagartig freier und die imposanten Felswände ragen schier senkrecht vor uns auf. Am Naturschauplatz, nur wenige Meter oberhalb der Hütte, haben wir einen ersten wundervollen Blick über das Stubaital, nach Neustift hinab und über die Stubaier Alpen hinweg.





Über Geröll und mit ein bisschen Kraxelei zum Gipfel
Nach rund 1.000 Höhenmetern, die wir erstaunlich schnell gemeistert haben, wird es mühsamer. Wir kämpfen uns ein steiles Geröllfeld nach oben. Durch die lockeren Steine ist hier Trittsicherheit wichtig. Jeder Schritt muss bewusst gesetzt werden, damit man nicht bei jedem Auftreten unbeabsichtigt zurückrutscht. Das würde richtig viel Kraft kosten und bringt einen immer wieder aus dem Tritt. Aber dann erreichen wir erstmals die steilen Felswände vor uns. Ich strecke meine Hand aus, berühre den kühlen Stein. Die letzten Höhenmeter sind nun mit Kraxeln verbunden.
Vom Serlesjöchl, das sich noch mal für eine kurze Rast anbietet, legen wir die letzten 300 Höhenmeter über eine Leiter, drahtseilversicherte Passagen und durch Blockgelände zurück. Aber dann stehen wir oben am Gipfelkreuz. Zu allen Seiten fällt es steil ab. Und bei guter Sicht ist der Ausblick atemberaubend. Das Inntal mit der Nordkette im Hintergrund und das Stubaital liegen uns zu Füßen. Die Stubaier Alpen sind zum Greifen nah und wir können bis nach Italien schauen.
Fazit
Der Rückweg erfordert ebenfalls noch Energie. Zwar geht es nicht über den selben Weg bergab, sondern wir folgen der Runde Richtung Kloster Maria Waldrast. Hier soll das Wasser aus der Quelle heilig sein. ich fand’s zumindest erfrischend. Und anschließend wandern wir die letzten Meter zur Bergstation der Serlesbahn. Damit geht’s dann ins Tal. Mein Einkehrtipp: Das Restaurant Koppeneck direkt nebenan. Der Kaiserschmarren ist super lecker!
Insgesamt ist die Tour aber schon recht knackig und damit eher für fortgeschrittene Wanderer empfehlenswert. Vor allem Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind notwendig. Ihr solltet also stets noch ausreichend Kraft haben, um konzentriert zu bleiben. Wenn ihr das mitbringt, werdet ihr die Tour lieben. Denn am Ende ist man zu recht stolz auf sich selbst!
Weitere schöne Wanderungen in der Region sind der Wilde Wasser Weg, der am Grawa-Wasserfall startet, oder die Seven Summits of Stubai (da gehört die Serles auch dazu). Hier kann ich aus eigener Erfahrung die Bergtour zum Elfer und den Hohen Burgstall empfehlen.
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