Wanderung zum spektakulären Slap Boka im Soča-Tal

Um mich mit meinem Freund unterhalten zu können, muss ich fast schreien. So tosend stürzt das Wasser hier mitten im Soča-Tal herab. Der Slap Boka ist der wasserreichste und mächtigste Wasserfall Sloweniens. Wenn das Wasser mit voller Wucht in die Tiefe stürzt, ist das wirklich beeindruckend. Doch während die meisten Besucher nur den unteren Aussichtspunkt ansteuern, wandern wir hier direkt auf das Naturwunder zu. Mit jedem Höhenmeter werden die Aussichten schöner, der Blick auf die senkrechten Felswände imposanter – bis man dem Boka-Wasserfall sozusagen ins Auge blicken kann.

Lohnt sich die Wanderung zum Boka Wasserfall im Soča-Tal?

Wer im Soča-Tal unterwegs ist, sollte sich den Boka-Wasserfall nicht entgehen lassen. Er liegt mitten im Triglav-Nationalpark, zählt zu den beeindruckendsten Naturwundern und ist mit 144 Metern Fallhöhe und 18 Metern Breite der wasserreichste Wasserfall Sloweniens. Besonders im Frühling führt er große Wassermengen und ist schon von der Straße aus gut zu sehen – und noch besser zu hören.

Der untere Aussichtspunkt ist in nur 15 Minuten zu Fuß erreichbar. Es lohnt sich aber, den steilen Wanderweg über rund 450 Höhenmeter bis zum oberen Aussichtspunkt in Angriff zu nehmen. Von dort genießt man einen grandiosen Blick über das Soča-Tal, das ein beliebtes Ziel für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Radfahren und vor allem auch Rafting und Kajaktouren am türkisgrünen Soča-Fluss ist.

Fototipp: Von vielen Aussichtspunkten beim Aufstieg hat man einen tollen Blick auf den Wasserfall. Am besten stellt man an der Kamera eine Belichtungszeit von 1–2 Sekunden ein – dann wirkt der Wasserfall wie ein seidiger Schleier. Wer ein iPhone hat, kann einfach die Live-Funktion aktivieren und das Foto später auf „Langzeitbelichtung“ stellen.

Anreise nach Bovec im Soča-Tal

Lage:Triglav Nationalpark
Strecke:3,6 km
Höhenmeter:450 hm
Gehzeit:1:30 Std.
Schwierigkeit:mittelschwer

Wir sind über Tarvis (Italien) angereist, was sich von Österreich aus besonders anbietet. Das Soča-Tal ist aber auch von München aus ohne österreichische und slowenische Autobahnvignette zu erreichen. Am besten fährt man auf der A8 bis Rosenheim und weiter über Kufstein nach St. Johann in Tirol.

Durch den Felbertauerntunnel (Maut: € 11,00) gelangt man nach Osttirol und überquert bei Arnoldstein die Grenze nach Tarvis in Italien. Von dort sind es nur noch ca. 30 Minuten über die italienisch-slowenische Grenze nach Bovec. Nach 5 km überquert man bereits die Brücke, an der rechter Hand der Boka-Wasserfall fast nicht zu übersehen ist. Parken kann man direkt vor der Brücke oder auf dem öffentlichen Parkplatz gleich hinter dem Hotel Boka.

Tosender Wasserfall zur Begrüßung

Schon beim Aussteigen aus dem Auto höre ich es rauschen – der Boka-Wasserfall kündigt sich lautstark an. Direkt vom Parkplatz führt ein gut markierter Weg zum unteren Aussichtspunkt. Wer bis zum oberen Aussichtspunkt weiterwandern möchte, sollte für den steilen Aufstieg gute Kondition, Trittsicherheit und festes Schuhwerk mitbringen. Vor allem bei Nässe können Wurzeln und Steine auf dem Weg rutschig sein.

Wanderstöcke sind empfehlenswert, ebenso ausreichend Wasser und eventuell ein kleiner Snack für die Pause mit Aussicht. Und: Beim Fotografieren der Wasserfälle auf keinen Fall zu nah an die Kante gehen – der Wanderweg ist stellenweise sehr steil, ungesichert und führt oft direkt am Abgrund entlang. Die Wanderung ist zu jeder Tageszeit gut machbar. Für Auf- und Abstieg solltet ihr etwa 1 bis 1,5 Stunden einplanen.

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Steiler Aufstieg immer mit Wasserfallblick

Nach den ersten hundert Höhenmetern über Holzstufen und einem recht breiten Wanderweg werden die Besucher immer weniger – der Weg dafür immer steiler und auch anspruchsvoller. Wir steigen auf dem Waldrücken höher und wandern teilweise direkt an der Felskante entlang. Hier muss man wirklich aufpassen, denn unser Blick wird immer wieder vom Wasserfall abgelenkt.

Mit jedem Höhenmeter und jedem Aussichtspunkt kommt man dem Wasserfall näher, die Geräuschkulisse wird lauter und die Natur um uns herum ein wenig wilder. Dann wendet sich der Weg auf den letzten Höhenmetern etwas vom Wasserfall ab – und es wird fast ungewohnt still. Doch das sollte sich wenige Meter weiter schnell wieder ändern.

Von Angesicht zu Angesicht mit dem Boka-Wasserfall

Die letzten steilen Serpentinen führen über eine kleine Lichtung – und gleich danach stehen wir am höchsten Aussichtspunkt. Eben noch war es still, jetzt rauscht der Boka-Wasserfall direkt vor uns in die Tiefe: mächtig, laut und ungebändigt. Wir stehen auf einem Felsvorsprung im Wald, vielleicht 250 Meter Luftlinie vom Ursprung des Wasserfalls entfernt, und schauen zu, wie das Wasser zwischen den Felskanten unaufhörlich in die Tiefe stürzt.

Unter unseren Füßen schlängelt sich der türkisgrüne Fluss Boka hinunter zur Brücke, wo wir unsere Wanderung begonnen haben. Weiter hinten sehen wir den Fluss Soča, wo man mit bloßem Auge viele Kajakfahrer erkennen kann. Ein wirklich schöner Platz hier oben – irgendwie versteckt, oder nur für diejenigen, die den steilen Aufstieg in Kauf nehmen, um den Wasserfall von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Ein Gefühl, das man so schnell nicht vergisst.

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Fazit

Der Abstieg erfolgt entlang des steilen Aufstiegsweges – hier ist noch einmal Konzentration gefragt. Kurze Pausen an den Aussichtspunkten runden unsere Wanderung zu diesem Highlight ab. Wer möchte, kann die Wanderung mit einem Picknick an der türkisblauen Soča verbinden oder sich später im charmanten Bovec stärken.

Im Soča-Tal sowie im gesamten Triglav-Nationalpark gibt es unzählige Angebote für geführte Rafting-Touren, viele gute Campingplätze und weitere Ausflugsmöglichkeiten – zum Beispiel in die Tolminer Schluchten oder zu den Kozjak-Wasserfällen. Für Bergsteiger bietet der Norden Sloweniens eine wahre Spielwiese an Tourenmöglichkeiten. Ich kann mit Begeisterung sagen, dass mich das Soča-Tal sicher nicht zum letzten Mal gesehen hat – vielleicht besteigen wir sogar einmal den Triglav, den höchsten Berg Sloweniens.

Lage

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