Die verschneiten Bäume auf den kleinen Inseln glitzern im Sonnenlicht. Rundherum ist das Wasser tiefblau. Dahinter ragt die imposante Felswand der Zugspitze auf. Die Szenerie wirkt zauberhaft eisig und beinahe traumhaft schön. Und von diesen Ausblicken darf ich bei der winterlichen Rundwanderung um den malerischen Eibsee so einige genießen.

Lohnt sich der Eibsee-Rundweg im Winter?

Der Eibsee am Fuße der Zugspitze gilt als einer der schönsten Seen Bayerns. Im Sommer wird er dank seiner türkisblauen Färbung und denn zahlreichen Inseln sogar mit der Karibik verglichen. Auf ein malerisches Farbenspiel kann man sich aber auch im Winter einstellen. Das Landschaftsbild wurde durch einen gigantischen Felssturz geprägt. So sind die kleinen Inseln, die zahlreichen Untiefen im Wasser und die weiteren Seen in der Umgebung entstanden.

Um den See herum führt ein 7,2 Kilometer lange Wanderweg. Für die Umrundung solltet ihr insgesamt knapp 2 Stunden einplanen. Damit bietet es sich an, die Rundwanderung mit einer Seilbahnfahrt auf die Zugspitze zu kombinieren. Dort oben ist das Panorama gigantisch. Außerdem wartet dort ein Skigebiet mit schneesicheren Naturschneepisten auf euch.

Anreise zum Eibsee

Der Eibsee ist gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden. Mit dem Zug geht es bis nach Garmisch-Partenkirchen. Von dort steigt ihr in die Zugspitzbahn um, die vom Bahnhof in Garmisch auf den höchsten Berg Deutschlands fährt. Nur wenige Meter vom Eibsee entfernt befindet sich der Bahnhof.

Alternativ könnt ihr mit dem Auto anreisen. Dann folgt ihr der Straße durch Garmisch-Partenkirchen hindurch in Richtung Grainau und orientiert euch dann an den Schildern, die den Eibsee ausweisen. Ein großer Parkplatz befindet sich direkt bei der Seilbahn Zugspitze. Die ersten vier Stunden kosten 6 Euro Parkgebühr. Danach wird jede weitere Stunde mit 1 Euro extra berechnet.

Wenn ihr Parkgebühren sparen möchtet, empfiehlt es sich früh aufzustehen. Denn von 5:00 bis 9:30 Uhr am Morgen kostet das Parkticket nur 2 Euro. Nachts ist der Parkplatz ab 22:00 Uhr gesperrt. Wenn ihr über Nacht bleiben möchtet, bietet sich ein Aufenthalt im Eibsee-Hotel an, das direkt am Seeufer liegt.

Gutes Profil empfehlenswert

Dauer:2 Std.
Höhenmeter:239 m
Strecke:7,2 km
Parkgebühr:6 Euro für 4 Std.
Beste Reisezeit:Nach Neuschnee

Der Wanderweg ist breit und wird im Winter gestreut. Trotzdem solltet ihr auf einen Schuh mit einem guten Profil achten. Ich wähle sogar einen knöchelhohen Wanderschuh. Da kann dann auch von oben nicht so leicht Schnee ins Innere gelangen. Außerdem bleiben die Füße länger warm als in leichten Turnschuhen.

Auch bei der Bekleidung solltet ihr auf warme Sachen setzen. Achtet allerdings darauf, dass ihr euch ja trotzdem bewegt. Eine leicht Daunenjacke wäre also zum Beispiel ideal. Handschuhe und Mütze gehören ebenfalls ins Gepäck. Der Großteil des Weges verläuft nämlich durch schattige Passagen. Ich habe außerdem noch eine Thermoskanne mit Tee im Rucksack. Das schadet ganz sicher nicht und wärmt bei einer Pause an einer der Aussichtspunkte von Innen.

Instatipp: Ein super Fotomotiv ist zum Beispiel die Brücke, die über die Engstelle zwischen Untersee und Eibsee führt. Generell ist es ratsam, das Handy während der Tour am Körper zu tragen. Dann kühlt der Akku nicht so schnell aus und ihr habt ausreichen Strom für die gesamte Tour.

Bei Neuschnee um den See herum

Wir kommen im Licht der aufgehenden Sonne am Eibsee an. In der Nacht hat es frisch geschneit. So werden wir von glitzernden, tief verschneiten Nadelbäumen empfangen, wie man sie sonst nur von Bildern aus Skandinavien kennt. Wenn ich den Blick durch die Äste hindurch in Richtung Himmel recke, kann ich dort oben schon blaue Fetzen erkennen. Perfekt. Da liegt sonniges Kaiserwetter in der Luft.

Eine Art Forstweg führt einmal um den See herum. Der ist ebenfalls schneebedeckt. Die einzelnen Eiskristalle glitzern bereits in den ersten Sonnenstrahlen. Eigentlich funkelt sogar alles um mich herum. Ich fühle mich wie im Winterwunderland. Der Eindruck wird schließlich durch den ersten Ausblick auf den See noch verstärkt.

Denn da liegt es vor mir: Das tiefblau schimmernde Wasser. Im Vergleich zum Sommer leuchtet der See nicht ganz so hell. Doch die Farben, wie sie jetzt sind, passen viel besser zu der winterlichen Umgebung rundherum. Außerdem ist die Oberfläche des Sees spiegelglatt. Darin wird die Zugspitze reflektiert. Was ein sensationeller Anblick!

Auch interessant: Einkehren auf der Zugspitze in 2.962 m

Vorbei am „Stinkenden Wasser“

Unterwegs laden zahlreiche Bänke zum Rasten ein. Die meisten sind schneebedeckt. Doch einige wenige sind von kleinen Hütten eingefasst und wirken fast wie Bushaltestellen am Wegesrand. Die kleinen Unterstände schützen die Sitzfläche vor Schnee und Nässe. Das wissen die Wanderer im Winter sehr zu schätzen. Denn obwohl nicht viel los ist, sind alle überdachten Bänke besetzt.

Auf dem Rundweg lohnt es sich, den Blick mal vom Seeufer weg und auf die andere Seite des Weges zu richten. Dort liegen einige weitere Seen. Die meisten von ihnen sind bereits komplett schneebedeckt, weil sie deutlich kleiner sind als der Eibsee. Sie wirken wie verschneite Lichtungen zwischen den dichten Bäumen.

Außerdem kommen wir an interessant klingenden Orten wie dem „Kotbach“ vorbei. Das ist ein kleiner Wasserfall, der den Eibsee ganzjährig oberirdisch mit Wasser speist. Wenig später liegt dann auch noch der Platz „Beim stinkenden Wasser“. Ich atme bewusst und lange durch die Nase ein. Ein schlechter Geruch fällt mir nicht auf. Anscheinend kommt die Bezeichnung von einem Bach, der an dieser Stelle wohl mal schwefelhaltiges und damit stinkendes Wasser mit sich führte. Davon ist heutzutage nichts mehr zu spüren. Übrig bleibt nur ein Schild mit einem lustigen Namen.

Wunderschöner Aussichtspunkt

Irgendwie prasseln so viele tolle Bilder und Eindrücke auf mich ein, dass es mir schwer fällt, noch mehr aufzunehmen. Es ist ein traumhafter Wintertag und der Eibsee sieht aus jeder einzelnen Perspektive, die sich während des Rundwegs auftut, wahnsinnig schön aus. An einem Ort habe ich jedoch besonders gestaunt.

Etwa auf der Hälfte der Runde komme ich zu einem Platz, der auf Google Maps als sogenannte „Eibseepause“ eingetragen ist. Dort steht eine oben beschriebene überdachte Bank am Wegesrand. Daneben haben sich ein paar Grüppchen gebildet, die bereits über den Blick staunen. Ich halte auf die kleine Menschenansammlung zu. Als ich dann die Szenerie vollständig erfasse, verstehe ich, warum all die anderen zum Pause machen auch diesen Punkt gewählt haben.

Ich befinde mich einige Meter oberhalb der Wasseroberfläche und blicke von oben auf den See hinab. Gefühlt überblicke ich das ganze Wasser. Von hier sind viele der Inseln deutlich zu sehen. Und das tiefe Blau des Wassers ist ringsum von winterlich verschneiten Bäumen eingefasst. Im Hintergrund ragen die Felswände von Waxenstein und Zugspitze auf. Es ist ein Motiv, das auf der Kamera nur halb so schön wirkt wie in echt. Ein Ort, der live so viel Kraft ausstrahlt, dass man für einen Moment all das vergisst, was zuvor im Kopf noch so wichtig gewirkt hat. Und im Winter wirkt es in meinen Augen sogar noch ein bisschen magischer und idyllischer als der Anblick im Sommer.

Fazit

Der Eibsee-Rundwanderweg ist ein kurzweiliger aber super schöner Ausflugstipp im Winter. Gerade nachdem es frisch geschneit hat, sieht die Landschaft wunderschön, fast schon kitschig aus. Der See ist allerdings kein Geheimtipp. Gerade an sonnigen Wochenendtagen solltet ihr euch auf zahlreiche weitere Besucher einstellen.

Und wenn ihr schon mal vor Ort seid, empfehle ich euch auch die Auffahrt mit der Seilbahn Zugspitze. Schon beim Hochfahren blickt ihr von oben auf den See hinab. Dann leuchtet das Wasser so richtig. Oben angekommen könnt ihr die Aussicht genießen, Skifahren oder Einkehren. Ein Restaurant-Tipp ist das Panorama 2962 mit riesigen Panoramaglasscheiben. Dort lasst ihr euch das Essen zwischen hochalpinen Berggipfeln schmecken.

Lage

Praktische Links

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