Meine Hände greifen die glatten Eisenklammern, und ich hänge mich ins Stahlseil ein. Eine so lange Leiter habe ich in einem Klettersteig noch nie gesehen. Die Alpspitz-Ferrata fordert mich nicht übermäßig, doch der Ausblick ins Höllental und hinüber zur Zugspitze lässt mir kurz den Atem stocken. Diese Tour auf die Alpspitze bei Garmisch-Partenkirchen ist top abgesichert und mit dem Schwierigkeitsgrad B eingestuft. Vielleicht der ideale Klettersteig für Einsteiger?
Lohnt sich der Klettersteig auf die Alpspitze?




Die Alpspitz-Ferrata ist ein Klassiker unter den Klettersteigen in den Bayerischen Alpen und besonders für Einsteiger geeignet. Den Zustieg kann man sich mit der Alpspitzbahn von Garmisch-Partenkirchen aus deutlich erleichtern. Im Klettersteig selbst überwindet man auf 530 Höhenmetern abwechslungsreiche A/B-Passagen.
Dabei ist unter anderem eine lange Leiter aus Eisenklammern zu bewältigen, und es gibt einige ausgesetzte Stellen vor dem Gipfel der Alpspitze auf 2.620 Metern Höhe. Die durchgehend mit Stahlseilen gesicherte Route bietet spektakuläre Ausblicke ins Höllental bis hin zur Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands. Früh zu starten lohnt sich, da die Tour sehr beliebt ist und die Abschnitte schnell überlaufen sein können.
Fototipp: Direkt an der langen Leiter aus Eisenklammern bietet sich ein cooler Fotospot. Hier habt ihr einen sicheren Stand und könnt die beeindruckende Länge der Leiter festhalten. Alternativ eignet sich der „Glatte Kessel“ kurz unterhalb des Gipfels. Die ausgesetzt gelegene Felswand mit Blick ins Höllental und in Richtung Zugspitze liefert ein spektakuläres Panorama für einzigartige Klettersteig-Aufnahmen.
Anreise nach Garmisch-Partenkirchen
| Startpunkt: | Bergstation Alpspitzbahn |
| Höhenmeter: | gesamt 650 Hm |
| Schwierigkeit: | Klettersteig B |
| Gehzeit: | ~4,5 Std. gesamt |
| Höchster Punkt: | 2.620 m |
Garmisch-Partenkirchen ist sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar. Von München aus fährt man etwa eineinhalb Stunden über die A95 bis nach Oberau und dann durch die langen Tunnel auf der B2 direkt in die Alpenstadt. Geparkt wird bei der Talstation der Alpspitzbahn – dabei solltet ihr nicht vergessen, ein Tagesparkticket zu lösen.
Das Seilbahnticket für die Berg- und Talfahrt kostet pro Person 37,00 € (Stand: 2025). Wer mit dem Zug anreist, kann bequem in eineinhalb Stunden mit der Regionalbahn zum zentral gelegenen Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen fahren und von dort aus mit dem Regionalbus zur Talstation der Alpspitzbahn weiterfahren. Es gibt auch eine gute Flixbus-Verbindung vom Münchner Busbahnhof. Diese Variante ist vielleicht sogar die schnellste für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Packliste für die Alpspitz Ferrata
Abgesehen vom bereits erwähnten frühestmöglichen Start gehört für die Alpspitz-Ferrata die komplette Klettersteigausrüstung in den Rucksack: Helm, Klettergurt, Klettersteigset, Handschuhe und eine Selbstsicherung, die bei Wartezeiten sehr angenehm sein kann.
Feste, griffige Bergschuhe sind Pflicht, denn die Felsen sind an vielen Stellen abgespeckt und besonders bei Nässe rutschig. Nehmt unbedingt genügend Wasser, Snacks und Sonnenschutz mit. Eine wärmere Jacke für Wind oder Wetterumschwünge ist ebenfalls ratsam. Sobald die Seilbahntickets gekauft sind, kann das Abenteuer auch schon losgehen!
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Steile Leitern mit Ausblicke ins Höllental
Von der Bergstation der Alpspitzbahn geht es in etwa 20 Minuten zum Einstieg des Klettersteigs. Die ersten Klettermeter führen über ziemlich rutschige B-Stellen, sind aber dank der Eisentritte gut machbar. Nach den ersten 150 Höhenmetern wartet schon ein echtes Highlight: Ich blicke eine endlos scheinende Leiter aus Eisenklammern hinauf, die steil am Fels nach oben führt. Konzentriert setze ich einen Fuß nach dem anderen auf die schmalen Sprossen. Leider habe ich mich verzählt, aber es waren mindestens 30 Eisenklammern.
Oben angekommen, stehe ich am Sattel zum Höllentorkopf. Zum ersten Mal bietet sich mir ein freier Blick durch das gesamte Höllental bis hinüber zur Zugspitze. Wow! Dieser Ausblick ist nicht nur beeindruckend, sondern gibt mir auch einen kleinen Motivationsschub für den restlichen Anstieg zum Gipfel.
Spektakulärer Gipfelanstieg auf die Alpspitze
Der sogenannte „Glatte Kessel“ macht seinem Namen alle Ehre: Wie aus einer runden Grube und ziemlich ausgesetzt führt der Klettersteig hier an glatten Felswänden nach oben. Danach folgt noch eine Leiter aus Eisenklammern, die jedoch kürzer ist als die vorherige. Ich riskiere einen Blick nach unten – da geht’s ganz schön weit hinunter! Besser, ich schaue wieder hinüber ins Höllental oder hinunter nach Garmisch-Partenkirchen.
Ich erreiche die letzten Meter am Gipfelgrat und erblicke bereits das Gipfelkreuz. Auf 2.620 Metern Höhe angekommen, heißt es dann: „Berg heil!“ Der Rundblick hier oben ist absolut beeindruckend. Deutlich erkennt man die gewaltige Länge des Jubiläumsgrats, der von der Zugspitze bis hierher auf die Alpspitze führt. Den werde ich vielleicht auch mal auf meine Bucketlist setzen – vorher muss ich aber noch fleißig üben.
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Fazit
Für den Abstieg nehmen wir den Ostgrat zum Nordwandsteig. Wenn im Klettersteig viel los ist, wird es auf demselben Weg bergab sonst schwierig, da man ständig auf Gegenverkehr trifft. Die Alpspitz-Ferrata ist ein echter Klassiker in den Bayerischen Alpen. Sie ist bestens abgesichert, abwechslungsreich und auch für Einsteiger geeignet.
Der Talort Garmisch-Partenkirchen ist der perfekte Ausgangspunkt für unzählige Berg- und Radtouren. Zahlreiche Bergsteiger kommen hierher, um die verschiedenen Routen auf den höchsten Berg Deutschlands zu gehen. Im Schatten der Zugspitze führt aber auch eine tolle Tour auf den Großen Waxenstein. Wer es gemütlicher mag, spaziert am besten um den malerischen Eibsee und genießt dort die Natur.
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