Immer weiter schreiten wir tief in die Höhle im Nordosten der Kanarischen Insel Lanzarote. Kaum vorstellbar, dass hier vor knapp 5.000 Jahren ein mächtiger Lavastrom wütete. Nach dem Ausbruch des Vulkans „Corona“ floss die Lava in Richtung Meer. Über 7 km erstreckt sich das Höhlensystem und bildet damit einen der längsten Lavatunnel der Welt. Ich nehme euch mit zu einer der spannendsten Sehenswürdigkeiten auf der spanischen Insel im Atlantik.

Lohnt sich der Besuch der Cueva de los Verdes auf Lanzarote?

Die Cueva de los Verdes (deutsch: Höhle des Grünen) ist ein Teil des Lavatunnels „Túnel de la Atlántida“ und vor ca. 5.000 Jahren entstanden, als der Vulkan „Monte de la Corona“ auf Lanzarote ausbrach. Die Lava strömte in Richtung Meer und erstarrte. Letztlich entstand die eigentliche Röhre dadurch, dass die Lava an der Oberfläche schneller abkühlte, während das Magma darunter weiter in Richtung Meer strömte. Was blieb, ist neben dem „maloaus de la corona“, dem unkultivierbaren Land, eine 7,5 km lange Lavaröhre, die bis in etwa 50 Meter Tiefe unter der Wasseroberfläche im Meer reicht.

Vor mehreren Jahrhunderten entdeckten Bewohner der Insel die Höhle und suchten hier, zum Beispiel bei Angriffen von Piraten, immer wieder Schutz. Große Abschnitte der Höhle sind noch unerforscht, nur ein Teil ist erschlossen und nur wenige Bereiche für die Öffentlichkeit zugänglich. Dennoch trefft ihr während der Gruppenführung auf echte Highlights: Der Cueva de Los Siete Lagos ist ein faszinierender See im Tunnelsystem und tatsächlich gibt es hier sogar einen Konzertsaal „unter Tage“.

Fototipp: Inmitten der Lava-Röhre befindet sich der Cueva de Los Siete Lagos. Ein See, dessen Wasser so ruhig ist, dass sich der obere Teil der Röhre auf der Wasseroberfläche spiegelt und diesen Abschnitt umso gigantischer wirken lässt. Ihr solltet auf jeden Fall ein lichtstarkes Objektiv dabei haben und euch beeilen. Auch hier bleibt nicht viel Zeit während der Gruppenführung.

Anreise zur Cueva de los Verdes

Länge:ca. 7,5 km
Eintritt: Tickets
Dauer:rund 45 Minuten
Must-See:Cueva de Los Siete Lagos
Besonderheit:Für Menschen mit Gehbe-
einträchtigung nicht zu empfehlen.

Von der Hauptstadt Arrecife (ca. 1 Stunde) könnt ihr die Höhle mit der Buslinie 9 in Richtung Órzola erreichen. Die Haltestelle heißt „Bar Palenke Ida“. Von hier sind es allerdings noch knapp 3 Kilometer Fußweg, die ihr natürlich auch alternativ mit dem Taxi von Punta Mojeres bewältigen könnt.

Mit dem Mietwagen, den ihr zu moderaten Preisen auf Lanzarote bekommt, braucht ihr etwa die Hälfte der Zeit. Mittlerweile sind die Zufahrtsstraßen zur Höhle auch gut asphaltiert.

Die Höhle ist täglich von 10 bis 17 Uhr (in den Sommermonaten 18 Uhr) geöffnet. Mit einem Kombiticket könnt ihr weitere Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote besuchen. Kinder unter 7 Jahren kommen übrigens gratis in die Lavahöhle. Allerdings sollten Familien mit Kleinkindern beachten, dass der Kinderwagen keinen Zugang hat. Stattdessen wird die Verwendung von Tragetüchern empfohlen. In der Höhle sind übrigens konstant 18 Grad Celsius. Ihr könnt die Führung also durchaus im T-Shirt machen.

Lange Warteschlangen am Eingang der Lava-Höhle

Vor uns liegt der Eingang der Höhle. Ein paar grüne Pflanzen davor fallen in der kargen Mondlandschaft sofort ins Auge. Hier am Zugang zu der bizarren Lava-Welt warten häufig mehrere Menschen auf den Start der Führung. Bis zu 30 Minuten kann es schon mal dauern. Schatten gibt es hier übrigens nicht. Dafür ist dieser obere Teil mit W-LAN und Toiletten ausgestattet. Die Führungen sind auf knapp 50 Menschen limitiert und finden sowohl in Englisch als auch Spanisch statt. Wer sich, wie ich, allerdings meistens am hinteren Ende der Gruppe aufhält, bekommt von den Informationen über die Entstehung der Höhle nur selten etwas mit.

Bergab in die mystische Welt der Cueva de los Verdes

Über Treppenstufen geht es immer weiter in das Höhlensystem, immer kleiner wird der Lichteinfall vom Eingang der Höhle. Jetzt übernehmen die Lichtinstallationen, welche die Lava-Formationen in orange, grün, blau oder weiß erstrahlen lassen. Die Illuminationen hat Jesús Soto, ein Freund des auf Lanzarote maßgebenden Künstlers und Architekten César Manrique, installiert.

Bis zu 40 Meter hoch sind die 16 Jameos (Hohlräume) zum Teil. Und dennoch müsst ihr euch ab und an bücken und auf euren Kopf aufpassen. Leute mit Klaustrophobie sollten zumindest gewarnt sein, dass es hier an einigen Passagen auch mal enger werden kann. Mir hat genau das sehr gut gefallen, weil man trotz der großen Gruppe hier das Gefühl bekommt, die Höhle selbst zu entdecken. Untermalt wird dieses Gefühl durch gregorianischen Gesang und esoterische Musik während der Führung. Musik kann man hier unten übrigens sogar live erleben. Während der Führung trefft ihr auf das Auditorium von La Cueva de los Verdes, in dem eine kurze Pause eingelegt wird. Weltweit ist diese bizarre Konzerthalle wohl einzigartig. Ab Oktober finden hier Konzerte und Aufführungen statt. Die ganze Halle ist ebenfalls komplett naturbelassen. Bis zu 300 Menschen finden hier Platz.

Geologisches Illusions-Meisterwerk am unterirdischen See

Zugegeben, ich kannte das eigentliche Highlight der Höhle bereits von Fotos. Dennoch staune ich sehr, als wir am unterirdischen See „Cueva de Los Siete Lagos“ ankommen. Von einer kleinen Brücke aus blickt ihr in diesen Hohlraum, der vor allem durch seine optische Täuschung zum absoluten Phänomen wird.

Das Wasser des Sees ist so ruhig, dass es den oberen Teil der Höhle spiegelt und die Jameo entsprechend doppelt so groß wirken lässt. Ich kann kaum glauben, dass es sich hier wirklich um Wasser handelt. Erst der Vergleich der Lava-Formationen an der Decke und im Wasser überzeugt mich. Bis heute ist das Foto, dass ich an dieser Stelle gemacht habe, eines meiner Lieblingsbilder von Lanzarote.

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Fazit

Die Gruppengröße von knapp 50 Personen und auch das Tempo der Führung sind auf jeden Fall Minuspunkte, reichen aber bei Weitem nicht aus, den Besuch der Höhle bei einem Aufenthalt auf Lanzarote nicht zu empfehlen. Bei mir hat die Lavahöhle definitiv einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dieses von der Natur geschaffene Meisterwerk auf den Kanarischen Inseln zählt dort mit Sicherheit zu den absoluten Must-Sees. Lediglich Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, sollten den Besuch besser auslassen.

Wenn ihr dort seid, lohnt sich auch der Besuch des Jameos del Agua. Unter anderem findet ihr hier eine kristallklare Salzwasser-Lagune, in der über 70 endemische Arten leben, wie die berühmte Blinde Albino-Krabbe. Hier lohnt sich dann auch schnell das Kombi-Ticket, bei dem ihr mehrere Sehenswürdigkeiten verknüpfen könnt. Von oben empfehle ich euch auf jeden Fall dann noch den Fußweg zum Vertice Geodesico. Die Küste hier ist geprägt durch das vulkanische Gestein. Wenn darauf die Wellen schlagen, macht das die Landschaft wirklich atemberaubend.

Lage

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