Das Sossusvlei ist eine der Attraktionen in Namibia, fast jeder kennt die Bilder dieser Salzpfanne umgeben von den riesigen roten Dünen und einzelnen Bäumen. Wer früh genug aufsteht, kann hier den Sonnenaufgang auf der höchsten Düne der Welt genießen und zwischen über 800 Jahre alten Kameldornbäumen umherwandern. Doch bei dem Besuch in der ältesten Wüste der Welt in Afrika kann man einiges falsch machen. Hier ein Guide mit den wichtigsten Reisetipps für das Sossusvlei im Namib-Naukluft-Nationalpark.

Lohnt sich eine Wanderung im Sossusvlei in Namibia?

Hier im Sossusvlei, zu dem auch das bekannte Deadvlei (zu Deutsch: „Totes Tal“ oder „Tote Salzpfanne“) gehört, ist so ziemlich das bekannteste Fotomotiv Namibias zu finden. Eine gleißend weiße Salzpfanne, in der schwarz-braun die abgestorbenen Bäume stehen. Ringsherum erheben sich hunderte Meter hoch die riesigen roten Sanddünen der Namib-Wüste. Eine gewaltige Landschaft. Das Deadvlei liegt inmitten des Namib Naukluft Nationalpark. Es wird gerne fälschlicherweise als Sossusvlei bezeichnet. Das Sossusvlei ist eine weitere Salzpfanne weiter nördlich. Hier ist der Allrad-/4×4-Parkplatz und der Aufstieg zur Big Mama, eine weitere Riesendüne mit toller Aussicht, empfehlenswert.

Die Namib ist die wohl älteste Wüste der Welt. Sie soll über 80 Millionen Jahre alt sein. Und hier gibt es eben auch die höchsten Dünen der Welt. Allen voran die Big Daddy oder Crazy Dune mit rund 380 Metern Höhe. Und auf die könnt ihr hochwandern, die Aussicht über das Sossusvlei und das rote Sandmeer rundherum genießen. Ein geniales Erlebnis.

Aber denkt daran, früh da zu sein, ab Vormittag kommen die Tagestouristen in Scharen, dann wird es sehr voll und auch sehr heiß – ist halt eine Wüste.

Fototipp: Wir empfehlen euch zum Sonnenuntergang auf die Elim Düne zu gehen. Die liegt unmittelbar in der Nähe des Eingangs bzw. des Campingplatzes und ihr könnt grandiose Sonnenuntergangs-Bilder machen.

Anreise ins Sossusvlei

Lage:Ca. 4 h Std. von Windhoek
Anreise:Auto/Shuttle
Must-Do:Zum Sonnenaufgang auf die Dünen
Einkehrtipp:Oasis Camp – Café
Besonderheit:Höchsten Dünen der Welt

Das Sossusvlei erreicht ihr nur mit dem Auto. Entweder habt ihr einen eigenen Mietwagen oder fahrt in einem der Shuttles mit. Es gibt aus allen größeren Städten private Shuttlebusse zum Gate. Alternativ könnt ihr auch einen Tagestrip buchen. Dann werdet ihr direkt ins Sossusvlei gefahren, seid aber natürlich nicht so flexibel.

Der eigene Mietwagen bietet die beste Möglichkeit, das Sossusvlei sowie das Deadvlei und den restlichen Teil des Namib-Naukluft Nationalparks zu erkunden. Die landschaftlich schönste Anreise ist von Süden über die C27 von Helmeringhausen aus. Aber auch von Norden, zum Beispiel von Windhoek aus, kommt ihr gut und einfach zum Sesriem Gate. Einfach über die C14 nach Solitaire und weiter über die C19 und die D826 bis zum Gate.

Nach der Übernachtung im Nationalpark zum Hidden Vlei

Unser Tipp für den perfekten Tag: Schlaft im Nationalpark. Dann dürft ihr eine Stunde vor den Tagesbesuchern Richtung Deadvlei fahren, das rund 70 Kilometer vom Camp entfernt liegt. Außerdem würden wir euch empfehlen, den Sonnenaufgang auf der Düne 40 oder 45 (direkt an der Teerstraße vom Sesriem Eingangs-Gate Richtung Deadvlei) zu genießen. 

Um zum Deadvlei zu kommen, gibt es zwei Wegabschnitte: Über eine rund 70 Kilometer Teerstraße erreicht ihr den sogenannten 2×4 Parkplatz. Zuvor solltet ihr aber auf jeden Fall noch am Hidden Vlei Halt machen. An dieser Salzpfanne ist für gewöhnlich weniger los, allein deshalb lohnt sich der Stopp hier.

Nur mit Allradantrieb weiter ins Sossusvlei

Angekommen am 2×4 Parkplatz, sollten Fahrzeuge ohne Allradantrieb nicht weiterfahren. Nehmt dann einfach den Shuttle; kostet pro Person etwa 150 N$ (knapp 10 Euro). Habt ihr ein Fahrzeug mit Allradantrieb und traut euch ein kleines Abenteuer zu, dann könnt ihr weiterfahren. Denn zum Sossusvlei bzw. Deadvlei geht es von hier nochmal 4–5 Kilometer über eine Piste mit tiefem Sand. 

Hier ganz wichtig: Reifendruck ablassen (1,4-1,6 bar), Allrad auf Hi4 stellen und Spurhalteassistenten abstellen. Dann (bei Schaltgetriebe) im zweiten Gang nicht zu hochtourig gleichmäßig durch den Sand. Am besten, ihr haltet euch in den schon vorhandenen Spuren. Hier haben die Reifen den meisten Grip.

Mit den ersten Sonnenstrahlen im Deadvlei

Wir haben uns für eine Übernachtung im staatlichen Camp im Namib-Naukluft Nationalpark entschieden. Das ist der Nationalpark, in dem das Deadvlei liegt. Der Vorteil ist dann, dass der Eintritt nicht für den jeweiligen Tag, sondern für 24 Stunden gilt. Zudem haben wir den Vorteil der 2-Gate-Politik genutzt: Am Eingang zum Nationalpark gibt es zwei Gates: Das äußere, das zum Sonnenaufgang öffnet und zum Sonnenuntergang schließt, das vor allem für Tagesbesucher interessant ist.

Direkt nach dem Gate fährt man durch das staatliche Camp mit Zeltplätzen und der Sossus Dune Lodge, für alle, die nicht campen wollen. Dann kommt das zweite Gate. Dieses öffnet bereits eine Stunde früher als das äußere Gate und schließt auch eine Stunde später. Dadurch schafft man es tatsächlich zum Sonnenaufgang ins Deadvlei oder zum Sonnenuntergang auf die Elim-Düne. Aber halt tatsächlich nur, wenn man im Park schläft.

Wir standen ganz in der Früh zum Sonnenaufgang auf der Düne 40 – und zwar ganz allein. Danach ging es direkt ins Deadvlei. Wir haben es vor den großen Massen geschafft. Und es war ein sehr besonderer Moment. Mit dem Wissen, dass alles um einen herum mehrere Millionen Jahre alt ist, wird man ganz schnell demütig.

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Zu Besuch in der Ewigkeit von Deadvlei

Der Weg vom Parkplatz zum Deadvlei braucht schon nochmal eine gute halbe Stunde – hinauf auf den Gipfel der höchsten Düne ist es dann eine gute Stunde, je nach Temperatur und persönlicher Kondition. Aber auch schon der Weg zum Deadvlei ist ein Highlight. Es geht durch tiefen Sand, der vom Wind in die unglaublichsten Formen geschoben und geformt wurde. Und es entstehen echte Kunstwerke aus Sand und Salz. Dann geht es über die letzte kleine Düne und dann liegt das Deadvlei vor uns. 

Eine riesige, weiß-schimmernde Salzpfanne. Darin ragen – wie Hände – die alten abgestorbenen Bäume heraus. Eingefasst wird das Deadvlei von diesen riesigen roten Dünen, sodass man sich wie ein Gladiator in der Arena fühlt – umringt von hohen Zuschauertribünen. 

Unter unseren Füßen knirscht der Salzboden. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Es hat sich definitiv gelohnt, so früh am Morgen da zu sein. Die Bäume werfen noch mystische Schatten und es ist noch nicht so heiß. Nach unserem Spaziergang durchs Vlei und gefühlten 1.000 Fotos von den Bäumen, der Sonne und den Dünen wird es immer heißer. Und es ist gerade mal kurz vor 9 Uhr morgens. 

Plötzlich wird es mit einem Schlag voll. Scharenweise kommen jetzt die Touristen, Fotografen und Models – oder die, die es gerne wären – über die kleine Sandkuppe ins Deadvlei geströmt. Perfekter Zeitpunkt, um zu gehen. Aber schön war es! Auf dem Rückweg sind wir noch über die Dünen gestapft und haben die unglaubliche Aussicht über dieses gewaltige Sandmeer genossen. Grandios. Unsere Tour hat rund 5 Stunden gedauert.

Fazit

Wir waren absolut glücklich, den Besuch bei den ältesten Dünen der Welt gemacht zu haben. Diese hunderte Meter hohen, roten Sandriesen sind unglaubliche Fotomotive. Und die Atmosphäre in der Umgebung dieser knorrigen alten Bäume ist wirklich unglaublich. Wichtig ist wirklich das ganz in der Früh zu machen. Dann habt ihr das Erlebnis noch für euch und es ist möglich Bilder der Bäume ohne große Massen zu machen.

Lage

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