Besucher fühlen sich in Amsterdam oft überfordert, wenn es darum geht, was sie denn jetzt eigentlich essen sollen. Denn die Auswahl der Restaurants in Amsterdam ist schier unendlich. Wer nicht lange suchend durch die Straßen irren will, für den gibt es einen Ort, wo internationale Küche in vielfältiger Ausführung in einer Halle komprimiert ist. Die Rede ist von den Foodhallen, einer der wenigen noch existierenden Insidertipps in Amsterdam.

Lohnt sich ein Besuch in den Foodhallen Amsterdam?

Im Stadtteil Oud-West, nur wenige Fahrminuten vom Stadtzentrum entfernt, befinden sich in einer großen Industriehalle, einem alten Straßenbahndepot, rund 20 Imbiss-Stände mit Burgern, vietnamesischen Gerichten, Tapas, Austern und vielem mehr. Das Angebot reicht von Sterneküche bis hin zu kreativem Streetfood. Besucher bestellen ihr Essen einfach an den verschiedenen Ständen und setzen sich dann an die Tische in der Mitte, während oft am Wochenende dazu Livebands spielen. Geöffnet haben die Foodhallen unter der Woche bis 23:30 Uhr und am Wochenende bis 01:00 Uhr.

#amsterdam #essen

Instatipp: Um die Atmosphäre der Foodhallen authentisch wiederzugeben, eignet sich am besten ein Video am Freitag- oder Samstagabend, denn dann ist es dort voll, die Bands spielen und die Geräuschkulisse der Gespräche ist enorm. Eben typisches Amsterdamer Ausgehgefühl. Ich empfehle, einfach die Treppe in die erste Etage ein paar Stufen hochzugehen und dann über die ganze Halle zu schwenken.

Anreise zu den Amsterdamer Foodhallen

In Amsterdam wird üblicherweise Fahrrad gefahren. Unter den Foodhallen befindet sich praktischerweise auch ein neues Fahrradparkhaus, so dass ihr auch nicht lange einen Parkplatz suchen müsst. Wer sich das Radfahren in Amsterdam nicht zutraut, kann die Foodhallen auch per Straßenbahn Nummer 7 oder 17 erreichen. Aussteigen müsst ihr dann an der Ten Kate Straat. Vom Leidseplein ist es aber auch möglich, zu Fuß zu den Foodhallen zu gehen. Dafür sollten schätzungsweise 20 Minuten eingeplant werden.

Erstmal etwas überfordert

Für Besucher, die zum ersten Mal in den Amsterdamer Foodhallen sind, kann die Situation etwas überwältigend wirken, denn gerade am Wochenende kann es voll werden und die Geräuschkulisse ist gewaltig. Hinzu kommt dann auch noch die Überforderung, was man denn jetzt essen soll. Deswegen mein Tipp: Erst einmal eine Runde laufen, um die Lage zu sondieren, was es alles gibt. An vielen Ständen werden auch eher Snacks als komplette Mahlzeiten angeboten, so dass ihr euch auch durch mehrere Stände futtern könnt.

Falafel bei Maza und Gourmet-Bitterballen

Sicher sind alle angebotenen Gerichte in den Foodhallen köstlich, ich persönlich mag aber am liebsten Maza, das ihr links neben der Treppe gegenüber der Gin-Tonic-Bar findet. Dort gibt es Köstlichkeiten aus dem Nahen Osten und ich empfehle besonders die Maza Platte mit Falafel, frischem Brot und vielen verschiedenen Dips. Wer niederländische Kulinarik einmal in raffinierten Ausführungen erleben will, der geht einen Stand weiter nach rechts und probiert dort Gourmet-Bitterballen mit besonderer Füllung.

Lässige Live-Musik am Wochenende

Touristen werden wohl eher unter der Woche in die Foodhallen gehen, denn dann ist es weniger voll. Allerdings verpasst ihr dann die Partystimmung dort. Jeden Freitag- und Samstagabend finden in den Foodhallen von 18.30 Uhr bis 21.30 Uhr die Beats&Bites statt. Gespielt werden dabei – teilweise von Live-Bands auf einer kleinen Bühne – Songs aus den Kategorien 90’s Hiphop, R&B, Soul, Funk und Disco. Der Eintritt ist frei, ihr müsst also nichts anderes machen als hinzugehen und euch beim Essen von der Musik beschallen zu lassen.

Fazit

Auch wenn es in Amsterdam sicher hunderte Restaurants und Bars gibt, die ausprobiert werden sollten, empfehle ich trotzdem die Foodhallen, wegen ihrer geselligen und lässigen Atmosphäre. Etwas abseits vom Zentrum ist das tatsächlich ein Ort, wo auch viele Einheimische hingehen, die sonst die typischen Touristenfallen meiden. Man trifft sich mit Freunden nach der Arbeit, läutet mit einem (oder vielen) Drinks das Wochenende ein und holt sich dabei immer wieder etwas zum Snacken. Das Essen ist hochwertig und die Drinks sind gut. Genau diese Mischung ist sicher auch, was immer mehr Menschen anzieht.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Auch in Rotterdam gibt es mittlerweile die Foodhallen. Aber nicht nur in den Niederlanden, sondern europaweit ist Streetfood gerade im Trend. Vor allem in Amsterdam gibt es zahlreiche Veranstaltungen rund um Streetfood, so zum Beispiel die Rollenden Keuken, die regelmäßig im Sommer im Westerpark stattfinden. Dabei versammeln sich Menschen an schönen Tagen um mehrere Foodtrucks mit exotischen Snacks wie gegrillten Heuschrecken und verteilen sich anschließend auf den Wiesen, um das Essen in der Sonne zu verspeisen und Musik zu hören.

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